„Friedhöfe sind besondere Orte“: Neues Geschichtsblatt über den Feuerbacher Friedhof erschienen

Er reicht zwar nicht ganz an Père Lachaise in Paris oder den Wiener Zentralfriedhof heran, doch auch der Feuerbacher Friedhof hat einiges zu bieten. Der Bürgerverein Feuerbach hat nun ein neues Geschichtsblatt veröffentlicht, das den Friedhof behandelt.

Das Geschichtsblatt "Friedhöfe sind besondere Orte" zeigt am Beispiel des Feuerbacher Friedhofs unter anderem, wie aktuell der Wandel in der Bestattungskultur unserer Zeit ist. Die Erstellung von Geschichtsblättern gehört zu den satzungsgemäßen Aufgaben des Bürgerverein Feuerbach e.V. Der Feuerbacher Friedhof fordert dabei in der heutigen Zeit in mehrfacher Hinsicht die besondere Aufmerksamkeit als Ort erhaltenswerter Grabkulturen.
Bedingt durch einen rasanten Wandel der Bestattungsvarianten, ist die Gefahr in der Gegenwart groß, dass sich solche Orte, wie der Feuerbacher Friedhof, drastisch zum Nachteil verändern. Große Lücken in den Gräberfeldern geben Zeugnis davon. Gravierende Veränderungen in unserer Gesellschaft, fehlende Präsenz von Großfamilien, die auch über viele Jahre hinweg Grabpflege betreiben, sind wichtige Gründe dafür, wie Maurus Baldermann von der Landeshauptstadt kürzlich bei einer Friedhofbegehung mit dem Bürgerverein ausführte. Unter Leitung von Baldermann, zuständig für die Erhaltung und Denkmalpflege historischer Gräber auf Stuttgartern Friedhöfe, entstand das Geschichtsblatt "Friedhöfe sind besondere Orte". Großes Engagement innerhalb des Vereins und umfangreiche Mithilfe genannter Angehörigen und Familien von außen ermöglichte die Produktion eines lesenswerten 90ig Seiten umfassenden Werkes. Das Heft bietet auch mannigfaltig Grund zum Schmunzeln, so wenn vom Wundarzt Carl Rendlen berichtet wird, dass er klagende Wöchnerinnen damit beruhigte, wenn er mitfühlend tröstete: "Des isch doch net so schlimm, des han i au schog'het". Oder wenn an die legendären Gespräche im Wengerthäusle mit Vesper und "oiges Gewächs inklusive" auf der "Hawaard" des weithin bekannten Malers Richard Albrecht erinnert wird. Oder es klingen die Lieder und Texte beim Lesen der Zeilen über Erich Hermann in Erinnerung, dem Rundfunk-Fritzle.

Das Heft ist zum Selbstkostenpreis von € 9,-- bei den Feuerbacher Buchhandlungen Hübsch und Schairer sowie beim Bürgerverein direkt zu erhalten.
04.07.2016