Sibylle Sophie - Autorin und Malerin

Die Künstlerin im Portrait

Manche Künstler sind nicht nur in einem Bereich allein talentiert sondern verfügen über mehrere Fertigkeiten und Talente - was ihnen eine grössere Bandbreite künstlerischen Ausdrucks ermöglicht. So auch die in Weil im Schönbuch geborene Sibylle Sophie - Autorin und Malerin.

Das Malen ist ihr bereits seit ihrer Schulzeit ein Steckenpferd, zum Schreiben allerdings kam sie wie die Jungfrau zum Kinde - und dies muss man (fast) sprichwörtlich nehmen - es müsste richtiger heissen: "Wie die Grossmutter zum Kinde". Welch ungewöhnlicher Umstand sie zum Schreiben von bereits bisher 5 veröffentlichten Büchern brachte, haben wir von ihr persönlich in einem Interview erfahren.


feuerbach.de:
Frau Sophie, wie sind Sie zum Malen gekommen?

S. Sophie:
"Meine Tante hat bei mir nach dem Krieg das Interesse an der Kunst geweckt, als ich noch ein Kind war. Sie konnte malen und viel mehr und war eine sehr liebe Person. Sie hat mir in vielen Wanderungen die Welt gezeigt und hat in mir das "Märchenhafte" geweckt. Später ging ich auf die Waldorfschule in Tübingen, wo ich natürlich sehr viel Künstlerisches mit auf den Weg bekam und die kreative Essenz der Lehre Rudolf Steiners "mitnehmen" durfte. Ich habe dann angefangen, Aquarelle zu malen und auch Porzellan zu bemalen. Ein wenig später, so mit 20, habe ich die Ölfarben entdeckt. In den 70er Jahren bin ich dann wieder umgestiegen auf Aquarell, dem ich bis vor ca. 1 1/2 Jahren die Treue hielt. Seitdem male ich mit Acryl.

Imagefeuerbach.de:
Und wie kamen Sie dann zum Schreiben?

S. Sophie:
Weil ich mit dem Malen nicht alles ausdrücken konnte, was aus mir nach draussen drängte. Ich habe dann erst recht spät - im Jahr 2000 - mit dem Schreiben angefangen. Zum Schreiben kam ich buchstäblich wie die Jungfrau, pardon, "Großmutter", zum Kinde: Ich habe für meinen kleinen Enkel ein kleines Buch über zwei Indianerbuben geschrieben - sozusagen ein richtiges Buch nur für ihn. Damit war der Keim in mir zum Schreiben gelegt und ich machte weiter, verfasste Gedichte und bewarb mich bei mehreren Verlagen. Schliesslich fand der R.G. Fischer - Verlag aus Frankfurt meine Werke so gut, dass er sie verlegen wollte - und so war das erste Buch "Rosen über dem Regenbogen" geboren.


feuerbach.de:
Ihr letztes Buch "Hinter den Sternen wohnt die Ewigkeit" hat ja gerade vor kurzem eine besondere Ehre erfahren: Es wird auf den 55. Stuttgarter Buchwochen 2005 vom 17.11. bis 11.12. im Haus der Wirtschaft präsentiert werden und nächstes Jahr auf eine Wanderausstellung des Börsenvereins des deutschen Buchhandels unter dem Motto "Autoren aus Baden-Württemberg und ihre Bücher" auf deutschlandweite Wanderschaft gehen und unser Land in der restlichen Republik literarisch repräsentieren. Was haben Sie als nächstes vor?

S. Sophie:
Als erstes freue ich mich sehr, dass mein Buch dafür von meinem Verlag und vom Börsenverein des deutschen Buchhandels ausgewählt wurde und bin sehr dankbar - es ist wirklich eine Ehre! Zu Ihrer Frage: In mir gärt ständig etwas - neue Ideen, Impulse und Inspirationen kommen ständig und ich habe viele Geschichten, die mich bewegen - und die ich bewege. Mal sehen, was sich daraus entwickeln wird. Ich habe ja auch abwechselnde Phasen von Malen und Schreiben, heuer habe ich viel - sehr viel - gemalt, jetzt ist dann eigentlich wieder das Schreiben "dran"...

feuerbach.de:
A propos Malen - eine typische Frage drängt sich mir da auf: Was wollen Sie in Ihren Bildern ausdrücken?

S. Sophie:
Kurz und knapp: Gefühle und Emotionen. Teilweise hängen meine Bilder und Gedichte zusammen, ähnlich wie Geschwister oder wie zwei Seiten einer Münze. Das Gedicht ist das Bild in Worten und das Bild ist das Gedicht in Farbe. Ich habe ja auch mit Oliver Krämer - einem begnadeten klassischen Musiker, Bühnenkünstler und Produzenten - eine CD mit der Vertonung von Gedichten meines ersten Buches aufgenommen! Diese Form der auditiven Darstellung ist nach der bildlichen und der schriftlichen eine dritte Ausdrucksform.

feuerbach.de:
Jeder Künstler hat ja seine eigenen Techniken und Vorgehensweisen - wie gehen Sie beim Malen vor?

S. Sophie:
Ganz schlecht ist bei mir das genaue Abmalen. Ich habe das versucht, aber es liegt mir nicht.
Ich drifte immer ganz schnell in andere Gefilde - der eigenen Fantasie - ab und werde schnell sehr frei. Im Grund reproduziere ich Impressionen und bringe sie auf eine Leinwand oder Papier. Spontaneität ist mir stets sehr wichtig und ich habe kein dauerhaftes Motiv, das von Anfang an fest steht.
Das finde ich auch ganz einengend und das würde mir ein großes Stück Freiheit rauben, und das ist mir ganz wichtig - Freiheit. Deswegen male ich auch im Urlaub sehr gerne und bin dort eigentlich am produktivsten.

feuerbach.de:
Frau Sophie, vielen Dank für das Gespräch!




Vita
Die Autorin, geboren 1944 in Weil im Schönbuch in der Nähe Stuttgarts, besuchte die Freie Waldorfschule in Tübingen. Danach Sprachstudium Englisch und Französisch. Jung geheiratet, zwei Söhne großgezogen, immer gemalt - Ölbilder, Aquarelle, Acrylbilder, auf Porzellan. 1999 begann sie zu schreiben. Zuerst Kindergeschichten für ihren Enkel. Dann Gedichte und Erzählungen. 2003 ein erster Roman. Insgesamt erschienen bislang 7 Bücher von Sibylle Sophie, alle im R.G. Fischer Verlag, Frankfurt a. M., dazu 3 Hörbuch-Veröffentlichungen mit Texten aus diesen Büchern und Musik.
Zahlreiche Ausstellungen und Lesungen aus ihren Werken ließen die Malerin und Schriftstellerin weit übers 'Ländle' hinaus bekannt werden.
1985 fand sie Wurzeln auch in Arizona, wo sie tiefere Bindungen zu einer Hopi-Indianer-Familie pflegt.



Weiteres über Sibylle Sophie:

Der Griff nach dem Frühling

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Zwei Gedichte

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Zwei Texte zur 2. Amtseinführung Bushs von Sybille Sophie


Mehr über Sibylle Sophie unter www.sibyllesophie.de
07.11.2005 Kategorie(n): Feuerbach ART