Energetische Gebäudesanierung

sozial verantwortlich und ganzheitlich


ImageSPD und Naturfreunde Feuerbach informieren zum Thema energetische Gebäudesanierung: Eine Modernisierung ist ökologisch wichtig, muss aber richtig umgesetzt werdenund darf nicht einseitig auf Kosten der Mieter gehen. Gemeinsam mit den Naturfreunden Feuerbach veranstaltete der SPD Ortsverein am 18. Mai im Bürgerhaus eine Informationsveranstaltung zur energetischen Gebäudesanierung.

Bei der von Bezirksbeirat Robert Thurner moderierten Veranstaltung standen drei Fragen im Vordergrund. Welche Sanierungsmöglichkeiten gibt es? Welche Fördergelder gibt es? Und welche Konsequenzen hat eine Sanierung für Mieter? Die Feuerbacher Architektin Angela Rimmele (McCafferty GmbH), die erste Referentin des Abends, bringt es auf den Punkt: 'Einzelaktionen verbauen oft den Weg zu einer optimalen Lösung'. Wichtig so Rimmele, ist ein ganzheitliches Sanierungskonzept. Ein Konzept das vom Dach über die Fassade bis zum Kellerboden reicht. Dabei sollte man für die Erstellung des Sanierungskonzepts für ein 1 Familienhaus zwischen 500 und 1.000 Euro kalkulieren. Das Geld ist gut investiert, da jedes Gebäude seine individuelle Lösung braucht.

Nach dem Konzept folgt die Umsetzung. Rimmele warnt vor Sanierungsfehlern und einer schlampigen Umsetzung. Wer auf Nummer sicher gehen will, der kann sich beim Energieberatungszentrum Stuttgart über zertifizierte Handwerksbetriebe und Energieberater informieren, die mit hoher Qualität nach dem „Stuttgart Standard“ arbeiten.
Im Anschluss an Angela Rimmele berichtet Erhard Brändle vom Amt für Liegenschaften und Wohnen über Förderprogramme. Zuvor stellt er aber ein paar Zahlen zur aktuellen Situation dar. Von ungefähr 73.000 Gebäuden in Stuttgart sind ca. 45.000 sanierungsbedürftig. Das entspricht einem Investitionsvolumen von schätzungsweise 2,7 Milliarden Euro. 'Beim gegenwärtigem Sanierungsverlauf, sind diese Wohnung erst in 90 Jahren saniert', so Brändle. Ökologisch keine gute Situation, da alte Gebäude einen 4-fach höheren Energieverbrauch haben als er für Neubauten ab 2012 gesetzlich vorgeschrieben wird.

Zur Finanzierung von Sanierungsmassnahmen stehen verschiedene Förderprogramme zur Verfügung. Der Bund vergibt über die KfW und Bafa Zuschüsse und günstige Darlehen. Die Stadt Stuttgart ergänzt die Programme um ein kommunal aufgelegtes Energiesparprogramm. Die Programme sind kombinierbar. Für das Programm der Stadt gilt: 'Je mehr Geld man ausgibt, desto höher die Förderung der Stadt', so Brändle. Mit einem guten Konzept und einer geschickten Kombination der Fördermittel ist ein Fremdfinanzierungsanteil von bis zu 15 Prozent möglich.

Rolf Gassmann vom Mieterverein Stuttgart schliesst die Veranstaltung ab. Er betont nochmals die ökologische Wichtigkeit von Sanierungsmassnahmen aber auch die damit verbundene Wertsteigerung der Immobilie. Dabei stellt klar: 'Ein Mieterhaushalt darf durch eine Sanierung der Immobilie nicht finanziell überfordert werden'. Das kann passieren, weil Eigentümer jährlich bis zu 11 Prozent der Investitionskosten auf den Mieter umlegen können. Zu diesen auf den Mieter übertragbaren Kosten zählt allerdings nur der Eigenfinanzierungsanteil abzüglich der Instandhaltungskosten. Bei Investitionen von 100.000 Euro, einem Fremdfinanzierunganteil von 10.000 Euro (10 Prozent) durch Zuschüsse und einem Instandhaltungsanteil von 40.000 Euro (40 Prozent), könnten auf den Mieter jährliche Mehrkosten von über 5.000 Euro zukommen.
Gassmann fordert daher die Kosten zwischen den Profiteuren einer Gebäudesanierung 'zu dritteln'. Staat, Mieter und Eigentümer sollten zu gleichen Teilen die Finanzierung leisten. Aktuell besteht die Gefahr, dass der Grossteil auf den Mieter entfällt. Robert Thurner fasst zusammen: 'Die energetische Gebäudesanierung ist eine ökologisch wichtige gesellschaftliche Aufgaben, die aber nur dann nachhaltig ist, wenn die Sanierung professionell, ganzheitlich und sozial verantwortlich erfolgt.'


Konzept und Ausführung
Angela Rimmele
Mc Cafferty GmbH
Holzbau + Planung
Feuerbacher-Tal-Str. 5
70469 Stuttgart
Tel.: 0711 / 550 78 55
www.mc-cafferty.de

Stuttgarter Energiesparprogramm
Amt für Liegenschaften und Wohnen
Heustr. 1,
70174 Stuttgart
Dienststelleneingang: Hospitalstr. 8
Telefon: 0711 216-91372, 0711 216-91374
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25.05.2010