Aus 'Feuerbach Krankenhaus' wird 'Föhrich'

Fahrplanänderungen bei der SSB

Zum SSB-Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 muss das Stuttgarter Strassenbahnnetz teilweise neu geknüpft und optimiert werden. Grund dafür sind laut SSB die Eröffnung der U6 zum Fasanenhof, sowie die Verbesserung des Angebots nach Freiberg und Mönchfeld. Änderungen gibt es auch für Feuerbach, so wird z.B. die ehemalige Haltestelle 'Feuerbach Krankenhaus' in 'Föhrich' umbenannt.

„Das Netz 2011 wird das Verkehrsangebot verbessern und die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs weiter steigern“, so der Technische Vorstand und Vorstandssprecher der SSB, Wolfgang Arnold. Eine derartig umfassende Änderung, die gleichzeitig sechs der 12 Stadtbahnlinien betrifft, habe es seit 25 Jahren nicht gegeben, so Arnold weiter.

Neue Strecke und ihre Konsequenzen
Da die Planung des „Netzes 2011“ gänzlich neu erstellt wurde, gibt es auf nahezu allen Stadtbahnlinien neue Abfahrtszeiten. Um Anschluss- und Umsteigeverknüpfungen auch weiterhin gewährleisten zu können, ändern sich dadurch ebenfalls bei nahezu allen Buslinien die Abfahrtszeiten.

Die Änderungen betreffen folgende Linien:
U6: Gerlingen – Fasanenhof
(statt: Gerlingen – Möhringen (- Vaihingen))
U7: Mönchfeld – Ostfildern
(statt: Killesberg – Ostfildern)
U5: Killesberg – Leinfelden
(statt Mönchfeld – Möhringen/Leinfelden)
U12: Die neue Linie:
Killesberg – Möhringen (- Vaihingen)
U2: Botnang – Neugereut
(statt: Hölderlinplatz – Neugereut)
U4: Hölderlinplatz – Untertürkheim
(statt Botnang – Untertürkheim)

Folgende Änderungen betreffen die Strassenbahnen, die u.a. auch in Feuerbach und Killesberg verkehren:

Linie U6 Gerlingen – Fasanenhof Schelmenwasen
Der neue 2,7 Kilometer lange Abschnitt Möhringen Freibad – Fasanenhof Schelmenwasen wird zukünftig von der Linie U6 im 10-Minuten-Takt bedient. Das bedeutet, dass die U6 nicht mehr bis Vaihingen fährt oder in Möhringen endet, sondern ganztägig zwischen Fasanenhof und Gerlingen verkehrt. Mit den Bezeichnungen Fasanenhof, Europaplatz, EnBW City und Schelmenwasen gibt es vier neue Haltestellen. Es werden weiterhin auf der Stadtbahnlinie U6 Doppelzüge (80 Meter) eingesetzt.

Linie U5 Killesberg – Leinfelden

Linie U12 Killesberg – Möhringen (- Vaihingen)
Ebenfalls zum Fahrplanwechsel im Dezember wird die neue Linie U12 eingeführt. Sie verkehrt im 20-Minuten-Takt zwischen Killesberg und Möhringen. Im Berufsverkehr erfolgt eine Verlängerung bis nach Vaihingen, wie es aktuell bei der U6 der Fall ist.
Mit der U12 und der U5 wird die Haltestelle Killesberg so häufig bedient wie bisher. Außerdem übernimmt die U12 die bisherige Aufgabe der U6; im Berufsverkehr verbindet sie den Abschnitt Möhringen – Vaihingen und das angrenzende Gewerbegebiet direkt mit der Innenstadt.

In den nächsten Jahren wird sich der Linienverlauf und die Bedienungshäufigkeit der Linie U12 nach und nach verändern. Mittelfristig soll sie von Dürrlewang über das Europaviertel zum Hallschlag bzw. weiter nach Remseck fahren.

Weitere Änderungen:

Linie U2 Botnang – Neugereut
Linie U4 Hölderlinplatz – Untertürkheim
Die Linie U2 verkehrt ab Fahrplanwechsel zwischen Botnang und Neugereut und die U4 bedient die Strecke zwischen Hölderlinplatz und Untertürkheim. Der Tausch der Linienäste von U2 und U4 im Westen schafft eine neue Direktverbindung zwischen Botnang und Bad Cannstatt.

Stadtbahnbetrieb startet früher
Am Wochenende und an Feiertagen wird eine deutliche Verbesserung des Nachtverkehrs umgesetzt. Zukünftig werden spätestens 70 Minuten nach der letzten Nachtbusabfahrt Stadtbahnfahrten aus dem Zentrum in alle Richtungen das bisherige Nachtverkehrs-Angebot abrunden. Mit früheren Fahrten der Stadtbahnlinien U1, U2, U5, U7, U14 und U15 werden die bereits bestehenden Frühfahrten auf einzelnen Linien ergänzt.

Ausblick: Linie U15 Zuffenhausen – Ruhbank (- Heumaden)
Komplettiert wird das Netz 2011 durch die Stadtbahnstrecke nach Stammheim. Dieser nördliche Abschnitt der U15 wird im Dezember 2011 in Betrieb genommen. Während des Jahresfahrplans 2011 endet die U15 daher im Norden immer an der Haltestelle Kelterplatz in Zuffenhausen. Die Linienführung im Süden zur Ruhbank bzw. an Schultagen im Berufsverkehr nach Heumaden bleibt unverändert.

Neue Haltestellennamen
Änderungen wird es auch bei den Stadtbahnhaltestellen geben. Vier neue Haltestellen gibt es entlang der U6 im Fasanenhof, nämlich Fasanenhof, Europaplatz, EnBW City und Fasanenhof Schelmenwasen. Vor Ort wird es bei der Haltestelle Fasanenhof den Namenszusatz Bonhoefferkirche geben, bei der Haltestelle Fasanenhof Schelmenwasen den Namenszusatz Businesspark.
Die U13 wird zum Fahrplanwechsel an der neuen Haltestelle Ebitzweg halten. Sie ersetzt die Haltestelle Augsburger Platz der U13 und ermöglicht, dass barrierefrei in die Stadtbahn eingestiegen werden kann.

Weitere Umbenennungen im Stadtbahnnetz:
neu: Erwin-Schoettle-Platz
alt: Schreiberstraße
neu: Föhrich
alt: Feuerbach Krankenhaus
neu: Antwerpener Straße
alt: Friedrich-List-Heim
neu: Bad Cannstatt Wilhelmsplatz
alt: Badstraße (Wilhelmsplatz)

Die Auswirkungen
Vor allem im Stadtteil Fasanenhof mit seinen 6500 Bürgerinnen und Bürgern und mit den Arbeitsplätzen im Gewerbegebiet wird durch die U6 ein attraktiverer Nahverkehr angeboten. Für die Fahrgäste, die aus Richtung Freiberg und Mönchfeld kommen, gibt es mehr Plätze in der mit Doppelzügen fahrenden Stadtbahnlinie U7.
Für Fahrgäste, die innerhalb des Stadtzentrums Wege mit der Stadtbahn zurücklegen, werden die Änderungen durch das Netz2011 weniger spürbar werden. Die Zahl der Fahrgäste, die von den neuen Direktbeziehungen profitieren wird sich mit der Zahl derer, die künftig zusätzlich umsteigen müssen, die Waage halten.
Bei der Netzkonzeption war auch ein wichtiges Ziel, das zugleich eine großer Herausforderung darstellte: Das Angebot sollte nachfragegerecht verbessert werden, ohne das Wirtschaftsergebnis der SSB zu verschlechtern.

Vorgehensweise: Die Suche nach dem Optimum
Neben der U6 zum Fasanenhof und dem besseren Angebot auf dem Abschnitt nach Mönchfeld wurde als weiteres Kriterium für die Weiterentwicklung des Netzes die Verkehrsströme (auch unter Berücksichtigung der stadtbezirksbezogenen Einwohnerprognose der Landeshauptstadt Stuttgart) herangezogen. Wichtigste Zielvorgaben waren Kundenfreundlichkeit und Betriebsqualität.
Um die Zuverlässigkeit auf den Linien insgesamt zu verbessern, wurde auf dem Streckenabschnitt zwischen Türlenstraße und Olgaeck – wie bereits schon zwischen Staatsgalerie und Stöckach realisiert – eine Zugfolge im 2-Minuten-Abstand eingerichtet.

Bei der Fahrplanung wurde ein besonderes Augenmerk auf Hauptumsteigepunkte und wichtige Übereckbeziehungen gelegt. Hinzu kommt, dass Pulkbildungen mit dicht hintereinander verkehrenden Zügen auf gemeinsam befahrenen Streckenabschnitten weitestgehend vermieden werden. Auch relevante Umsteigebeziehungen von und zu den Buslinien wurden so nachfragegerecht wie möglich gestaltet.
Mit dem Netz 2011 will die SSB ein bestmöglich abgestimmtes Verkehrsnetz anbieten, wohl wissend, dass die ideale Gestaltung aller Umsteigebeziehungen zwischen allen Linien bei einem so großen, mit vielen Abhängigkeiten versehenen Netz, nicht machbar ist.

Quellen: SSB, Netz2011.de

11.11.2010