Lampions, Lieder und eine Legende

700 Kinder und Eltern feierten St. Martin

Pfarrer Wallentin erzählte den Kindern im Kirchhof von St. Mauritius die Geschichte vom heiligen Martin. Fotos: feuerbach.de

Gerade noch rechtzeitig, bevor Wind und Regen kamen, versammelten sich am Donnerstagabend hunderte Kinder und deren Eltern zum diesjährigen St. Martins-Umzug durch Feuerbach. Der schöne, vom Bürgerverein Feuerbach veranstaltete Brauch stellt für Klein und Gross jedes Jahr erneut eine aufregende Erfahrung dar.

Zunächst einmal mussten sich jedoch die Autofahrer, die von ihrem Feuerbacher Arbeitsplatz nach Feierabend schnell heimfahren wollten, in Geduld üben; der aus der Elsenhansstrasse hinter der katholischen Kirche gestartete Tross querte erstmal, von Polizisten begleitet, die Stuttgarter- und andere Strassen und legte minutenlang den Verkehr lahm. Kinder, Eltern und Grosseltern zogen schliesslich über den Kelterplatz, begleitet von Klängen des Harmonika-Orchesters, in Richtung Stadtkirche. Stets angeführt vom heiligen Martin persönlich - oder bessergesagt, einem als St. Martin verkleideten Kind auf einem stattlichen Pferd. Das ruhige und geduldige Tier wurde, wie schon bereits seit nunmehr 20 Jahren, von der ehemaligen Feuerbacher Stadträtin, CDU-Vorsitzenden und Tierhomöopathin Sonja Jäger vermittelt.

Der Posaunenchor vom CVJM begleitete die Kinder beim Singen.Schliesslich, im Kirchhof von St. Mauritius angekommen, erwarteten der Posaunenchor des CVJM, sowie der Vorsitzende des Bürgervereins, Gerhard Zeeb, und Pfarrer Wallentin von der Stadtkirche Feuerbach, die Umzügler. In kurzen Ansprachen wandten sie sich an die Kinder und deren Eltern und stimmten - passend zum mit Lichterketten geschmückten Ambiente auf dem Platz - festliche Kinderlieder zu St. Martin an, wobei alle Kinder ihre bunten Lampions hochhielten. Pfarrer Wallentin erinnerte dann auch an die Legende des namensgebenden Heiligen, der laut Überlieferung im Jahre 316 n. Chr. in der früheren römischen Provinz Pannonien (heute Ungarn) geboren wurde und als Bischof von Tours 81 Jahre alt wurde, sowie dessen legendärer Tat, der Teilung seines Mantels mit einem frierenden Bettler. Nach dieser guten Tat soll Martin Jesus Christus im Traum erschienen worden sein, der zu ihm folgende Worte gesprochen haben soll: "Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet... Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan."

St. Martin hoch zu Ross.Zu guter Letzt wurden über 500 der beliebten, von der Volksbank gestifteten, süssen Martinsmännchen an die Kinder verteilt. Laut Gerhard Zeeb nahmen an diesem Umzug nach seiner eigenen Schätzung an die 800 Personen teil - "allerdings sprach die Polizei von lediglich 650... also treffen wir uns in der Mitte und sagen mal offiziell 700", so der Vorsitzende des Bürgervereins mit einem Lächeln.

12.11.2010 Kategorie(n): Gesellschaft