Die Liebenden auf dem Kreisel
Skulptur auf Feuerbacher Verkehrsinsel eingeweiht
Einen Kreisverkehr gibt es nicht nur auf Strassen. 'Auch unser Blut, der Stoffwechselkreislauf in der Natur und im Körper, der Wirtschaftskreislauf usw. sind Kreisverkehre', so die Feuerbacher Künstlerin Petra Sibylle App bei der Enthüllung Ihrer Skulptur 'Die Liebenden' vergangenen Montag am Kreisel in der Oswald-Hesse-Strasse.
Nach einer kurzen Einleitungsrede durch eine gut gelaunte und vom Wetter unbeeindruckte Feuerbacher Bezirksvorsteherin Andrea Klöber sprach die Künstlerin selbst über Konzept und Entstehung ihrer Skulptur, das - laut eigenen Angaben - ihr schwerstes Werk bisher gewesen ist. "Auf den Kreisverkehren einer Stadt ist in meinen Augen der richtige Platz für Kunstwerke, die den Lebenskreislauf behandeln. So kann Geburt, Leben, Lieben und auch Tod auf diesen Plattformen dargestellt werden. Dieser Lebenskreislauf gehört zu den Menschen wie der Kreisverkehr zu einer Stadt. Meine Skulpturen sind Bestandteil des Lebenskreislaufes. Es geht immer um Menschen und Beziehungen. Menschen in Beziehungen, Menschen und deren Beziehungen oder auch deren Nicht-mehr-Beziehungen.", so App bei der trotz Dauerregens gut besuchten feierlichen Enthüllung.
"Die Liebenden wachsen wie Eins aus dem Stein empor. Sie halten aneinander fest, stehen fest und bodenständig. Sie scheinen in ihrer Situation starr, sie stehen im Mittelpunkt, alles dreht sich um sie, aber weil es Liebende sind, halten sie den Kreislauf (des Lebens) am Leben. Aus den Liebenden kann eine neue Generation entstehen.", so die 1964 in Fontainebleau, Frankreich geborene Künstlerin weiter.
Die über 1 Tonne schwere Skulptur selbst ist aus Gauinger Travertin, einem Kalkgestein, das man rund um den Ort Gauingen im Schwarzwald findet. Dieses Gestein ist ein beliebter Werkstein, der als Fassaden zahlreicher Bauten wie der Barockkirche im Kloster Zwiefalten, der Galeria Kaufhof in Berlin, der 'Sparkase' in Amsterdam und der Schwabenlandhalle in Fellbach verbaut wurde. Nach der Frage, mit welchen Werkzeugen die Künstlerin die Skulptur erschaffen hat, sagte sie, dass dies fast ausschliesslich mit Hammer und Meissel vonstatten ging, bloss am Bodenbereich habe sie fürs gröbste mit ein wenig elektrischer Hilfe nachgeholfen.
Petra App malt auch Bilder und hat bereits Werke im Oberlandesgericht stehen.