„Kính chào quí khách” heißt „herzlich willkommen”

Küchengespräche: Im Restaurant Lê wird vietnamesisch gesprochen und gekocht

Thiva Nguijen bietet Tee an. Fotos: Susanne Müller-Baji

„Kính chào quí khách” steht auf dem Schild über dem Eingang, „herzlich willkommen”. Ursprünglich befand sich hier das Ma˘y, seit 2003 betreiben Thiva Nguijen und Vân Hoc Lê an gleicher Stelle, in der Fahrionstraße 7 das vietnamesische Restaurant Lê. Beide stammen aus Quinhòn/Vietnam und werden von Koch Vân Hao Lê unterstützt.

Auf der Karte stehen nun neben den Klassikern der Asienküche – zum Beispiel gebratenes Schweinefleisch mit verschiedenen Gemüse und süß-saure Sauce – auch die Spezialitäten des Hauses: „Rindfleischröllchen-Spieße, gegrillt in aromatischen wilden Betel-Blättern”, etwa, oder „Gebratenes Tofu mit Hühnerfleischfüllung und Gemüse geschmort in Austern-Sauce“. Alle Speisen gibt es auch zum Mitnehmen. Außerdem werden alle Gerichte täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr als Mittagsmenü angeboten: Als kleinere Portion, aber mit Tagessuppe oder Salat oder einer Frühlingsrolle als Vorspeise.

Was zeichnet das vietnamesische Essen im Vergleich zu anderen Küchen Asiens aus? „Oft mit Garnelen, oft mit Glasnudeln, oft scharf, manchmal mit Kokosnussmilch zubereitet oder mit grünem Pfeffer oder mit Koriander“, zählt Thiva Nguijen auf: „Und unser Curry ist immer scharf“. Gibt es auch einen Unterschied? „Wir benutzen kein Glutamat.“ Also keine Geschmackverstärker.

Und was empfiehlt Thiva Nguijen? „Die M22 mögen eigentlich alle und alle sagen, es ist eine sehr große Portion“. Die M22 ist die „Reisbandnudelsuppe mit Rind- oder Hühnerfleisch, Ingwer, Zimt, Sternanis, Nelken und langem Koriander, serviert in großer Schüssel“. Hier ist die Suppe eine echte Hauptspeise. Und wer mag, kann den Genuss sogar mit einer Süßspeise abrunden: Gebackenes Eis oder Eis mit Kokoslikör. Das entspricht zwar eigentlich nicht der vietnamesischen Tradition (lesen Sie dazu auch „Vietnamesisch essen“), ist aber trotzdem lecker.
Susanne Müller-Baji

Der Hausbuddha
Vietnamesisches Restaurant mit Sonnenterrasse
Fahrionstr. 7
70469 Stuttgart
Telefon: 0711/8560470

Öffnungszeiten:
Mittags von 11.30 bis 14.30 Uhr
Abends von 17.30 bis 23.00 Uhr
Kein Ruhetag

 

Vietnamesisch essen
Ein vietnamesisches Frühstück verrät sowohl französischen als auch chinesischen Einfluss. Häufig beginnt der Tag mit einer Mahlzeit, die aus Suppe oder ähnlichem besteht und mehr an eine Hauptmahlzeit erinnert, so wie das auch in China üblich ist. Andere Vietnamesen frühstücken mit einer Schale Kaffee, einem Croissant oder französischem Weißbrot mit Käse, gebratenem Huhn oder Schinken. Diese Art des Frühstücks wird in Vietnam immer mehr bevorzugt.
Eine weitere warme Mahlzeit ist das Mittagessen, das gewöhnlich zwischen 12 und 14 Uhr eingenommen wird. Hauptbestandteil ist oft eine klare Suppe mit Fleisch oder Shrimps und Gemüse. Dazu wird Reis, unter Rühren gebratenes Gemüse und ein Fisch- oder Fleischgericht serviert. Wie in China werden alle Speisen gleichzeitig aufgetragen und man nimmt die Suppe wie ein Getränk zwischen Bissen der anderen Gerichte zu sich.
Das Abendessen ähnelt in der Zusammensetzung dem Mittagessen, ist im Allgemeinen jedoch üppiger und abwechslungsreicher. Die meisten Vietnamesen erwarten Suppe, Reis, ein Gemüsegericht und mindestens zwei Gerichte mit Fleisch, Geflügel oder Fisch. Als Nachtisch wird frisches Obst gereicht: meistens Wassermelone, Mango, Loganbeeren, Lychees, Jackfrucht, Karambole und Orangen. Ähnlich wie in China schließt eine vietnamesische Mahlzeit nur selten mit Süßspeisen ab.

Vietnamesen essen an einem niedrigen, diwanähnlichen Tisch. Männer sitzen im Schneidersitz, Frauen schlagen beide Beine auf einer Seite unter. Man sitzt auf einer einfachen Strohmatte, und jede Person hat zur Rechten eine Schüssel und ein Paar Stäbchen. Wie in Amerika das Ketchup, steht in Vietnam eine Flasche Nuoc Mam Soße auf dem Tisch.
InnenansichtDie Frauen bringen das Essen in großen Schüsseln herein. Die Dame des Hauses nimmt die Reisschüssel und bedient alle Anwesenden mit Reis. Danach bedienen alle sich selbst und nehmen kleine Portionen von den Speisen, auf die sie Appetit haben. Im Gegensatz zum Westen häuft man sich in Vietnam die Schüssel nicht gleich mit der kompletten Mahlzeit voll, sondern nimmt nach und nach von den verschiedenen Gerichten, damit man das individuelle Aroma besser genießen kann. Ein Mundvoll Reis dient als Gaumenreinigung zwischen den Gängen. Wer möchte kann die Suppe löffeln.

 

GARNELEN-KOKOS-CURRY:
für 4 Personen:

700 g rohe Garnelen (geschält; frisch oder TK)
2 TL Gemüsebrühe
3 mittelgroße Zwiebeln
2-3 Knoblauchzehen
1 rote Chilischote
3 EL Öl
2 EL Curry
1-2 gehäufte EL Mehl
1 Dose (400 ml) Kokosmilch (ungesüßt)
Salz, Pfeffer
1 Stange Zitronengras
1 großes Bund Lauchzwiebeln
1 Messerspitze gemahlener Koriander
1-2 TL Zitronensaft
einige Blätter Koriandergrün

Zubereitung:
1. Gegebenenfalls Garnelen auftauen lassen. Knapp 1/2 l Wasser und Brühe aufkochen. Garnelen waschen und darin in 3 Portionen jeweils 1-2 Minuten köcheln. Herausheben. Brühe und Garnelen beiseite stellen.
2. Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer schälen und fein würfeln. Chili längs aufschneiden, entkernen, waschen und hacken. Alles im heißen Öl andünsten. Curry und Mehl kurz anschwitzen. Brühe und Kokosmilch einrühren, aufkochen. Mit Salz und Pfeffer würzen.
3. Zitronengras putzen, längs halbieren und in das Curry geben. Zugedeckt bei schwacher Hitze ca. 10 Minuten köcheln, dabei ab und zu umrühren.
4. Lauchzwiebeln putzen, waschen und fein schneiden. Zitronengras herausnehmen. Garnelen und Lauchzwiebeln im Curry erhitzen. Abschmecken. Koriander waschen, abzupfen. Darüberstreuen. Dazu: Basmati-Reis oder Baguette.

Restaurant LE
Vietnamesisches Restaurant mit Sonnenterrasse
Fahrionstraße 7
70469 Stuttgart


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17.12.2010 Kategorie(n): Gastronomie