Die Schule als Schlüssel fürs Leben

Ein roter Würfel ziert die Bismarckschule - Erweiterungsbau eingeweiht

Foto: Bismarckschule

Das Leben ist mitunter eine Baustelle. Das trifft gerade auch auf die Schüler und Lehrer der Bismarckschule zu. Die lebten in den vergangenen Jahren tatsächlich auf einer Baustelle. Sie mussten einen “Umbaureigen”, wie sich der Schulleiter Gerald Mandl am 10. Dezember bei der Einweihung des Erweiterungsbaus ausdrückte, überstehen.

"Mit den Schultoiletten ging es los", berichtete Mandl. Es war die Wende vom "übel riechenden Trockenurinal des vergangenen Jahrhunderts zur modernen geruchlosen Toilette". Für rund 662 000 Euro wurden die WCs saniert und die darüber liegenden Klassenzimmer der Fachbereiche Chemie und Biologie gleich mit. "Wir hatten ein Schuljahr lang keine naturwissenschaftlichen Räume", betonte der Schulleiter der Bismarckschule.

Darüber hinaus hatte der Gemeinderat im Rahmen des 60 Millionen umfassenden Sonderprogramms für Schulen der seit Jahren geforderten Dach- und Fenstersanierung in Höhe von einer Million Euro im Jahr 2008 zugestimmt. Das war die nächste Baustelle im Umbaureigen. Die Erneuerung der Fenster zur Wiener Straße ist inzwischen abgeschlossen. Die restlichen Fenster werden in den kommenden Jahren ausgetauscht. Und dann rollten im Februar 2009 auch noch die Bagger in den Schulhof der Feuerbacher Werkrealschule, um die Grube für den Erweiterungsbau auszuheben. Der Neubau kostete rund 3,7 Millionen Euro. Er enthält vier neue Klassenzimmer, zwei Technikräume, eine Mensa, die auch als Versammlungssaal genutzt werden kann, ein grünes Klassenzimmer auf der Dachterrasse und weitere Nebenräume. "Als ich im Mai 2006 mit der Schule ihr 100-jähriges Jubiläum feiern durfte, stand der Erweiterungsbau noch auf der Wunschliste, da die Schule den Ganztagesbetrieb einführen wollte. Heute ist er Wirklichkeit", sagte Bürgermeisterin Susanne Eisenmann. Der Anbau füge sich auch optisch ganz hervorragend an das bestehende Gebäude an: "Wir haben hier ins Schulgebäude insgesamt rund fünf Millionen Euro investiert und davon ist jeder Cent sehr gut angelegt", sagte Eisenmann. Am 4. Dezember 2008 habe der Gemeinderat beschlossen, dass die Bismarckschule zur Ganztagesschule ausgebaut werden soll. Dies werde nun umgesetzt, gleichzeitig habe das Land den Antrag der Stadt genehmigt, die Bismarckschule zur Werkrealschule weiterzuentwickeln. Eisenmann: "Wir erreichen hier Schritt für Schritt sehr viel." Die pädagogische Arbeit an der Arbeit sei nicht hoch genug einzuschätzen.

Seit Schuljahresbeginn sind die Fünfer- und Sechserklassen in dem Gebäude untergebracht. Die Nachfrage nach dem schuleigenen Mensaessen sei groß: "Wir haben fast eine hundertprozentige Teilnahme, bei uns gehen jeden Tag 100 Essen über den Tresen", sagte Mandl. Kooperationspartner wie die Sportvereinigung Feuerbach, die Stadtteilbücherei und das Freie Musikzentrum, die New York City Dance School gestalten den nachmittäglichen Ganztagesbetrieb mit. Architekt Robert Rösch vom Büro Neugebauer und Rösch betonte, dass man seit vier Jahren auf diesen Termin hinarbeite. Er hatte sich eine ganz besondere Schlüsselübergabe bei der Einweihungsfeier ausgedacht: "Was für einen Schlüssel braucht eine Schule? Für die Schüler kann es der Schlüssel zum Leben sein, für die Lehrer der Schlüssel zur Pädagogik." Er übergab Mandl gerahmte Fotos, auf denen die Mosaik-Krokodile im einstigen Schulhof zu sehen sind. Die Schüler hatten sie seinerzeit mitgestaltet. Das sei ein Symbol für diesen Schlüssel, oder besser den Geist der Pädagogik, der an der Bismarckschule existiere. Die eigentlichen Stars bei der Feier waren freilich die Schüler. Die Klassen 5 und 6 zeigten beim Tüchertanz, einer Tellerjonglage und mit dem Diabolo ihre Können. Die Zehner sangen zum Schluss noch ein Weihnachtslied.

 

Von Georg Friedel
Mit frdl. Genehmigung der Nord-Rundschau

17.12.2010 Kategorie(n): Gesellschaft