Eingängige Werke

und ein aufgepepptes Präludium von Bach

Foto: Susanne Müller-Baji

Bei den Handharmonikafreunden Feuerbach weihnachtet es traditionell nur
alle zwei Jahre, dann aber richtig. Am Sonntag war es wieder soweit und
die Akkordeonorchester des Vereins luden zur Adventsfeier, für die sie
sich dieses Mal auch Verstärkung beim Posaunenchor Weilimdorf geholt
hatten.

"Das ist bei jeder Adventsfeier anders", erläute Marco Ruggerie, der als stellvertretender Vorsitzender des Vereins an diesem Nachmittag auch durch das Programm führte: "Beim vergangenen Mal hatten wir etwa ein Theaterstück mit dabei, dieses Mal haben wir den Posaunenchor angesprochen."

Die Adventsfeier ist aber ein Stück weit Jahreskonzert für die Harmonikafreunde, deren Orchester am Sonntag durchaus nicht nur mit weihnachtlichen Stücken ihr Können beweisen. Auffallend war auch etwas anderes: Entgegen des Namens, war von Handharmonika war an diesem Nachmittag keine Spur. Das Akkordeon, das gleichtönig ist, also auf Zug und Druck gleiche Töne erzeugt, hat die wechseltönige Handharmonika heute in den Vereinen weitgehend verdrängt.

Gut zusammengestellt und vielseitig war aber das Programm des Nachmittags, bei dem das Erste Orchester unter der Leitung von Walter Krebs etwa "Bach goes Pop" darbot, eine getunte Version des Präludiums Nr. 1 von Johann Sebastian Bach. Gar nicht volkstümlich klang es danach bei der Volksmusikgruppe, die zu ihrem Repertoire weniger konzertante als eingängigere Werke zählt. Nette Überraschung gleich im ersten Stück, dem Weihnachtskonzert von Retlaw Sberk: Zuerst erklangen die Schellen zum Trab des Schlittenpferdes dann konnte man kurz die Titelmelodie des tschechisch-ostdeutschen Kinderfilmklassikers "Drei Nüsse für Aschenbrödel" ausmachen. Ganz anders wirkte danach die "Letzte Rose" aus der Oper "Martha" von Friedrich von Flotow: Hier gewann deutlich das Schifferklavier im Akkordeon die Oberhand.

Die Gäste vom Weilimdorfer Posaunenchor boten dem Publikum nach der Pause "Joy To The World" von Georg Friedrich Händel dar, und den wunderbaren, traditionellen Bläserchoral "Macht die Tore weit". Der Rest des Abends war den jüngsten Vereinsmitgliedern gewidmet: Der Nachwuchs trat als "Die Junigends" vor die Gäste, das Juniorenorchester musizierte, und es hatte sich zudem der Chor der Hohewartschule Feuerbach, begleitet vom Juniorenorchester mit weiteren Weihnachtsliedern angekündigt. Problematisch war da nur, dass man diese Darbietungen ans Ende des umfangreichen Festprogramms gelegt hatte: So waren die Kinder unruhig und die Erwachsenen fühlten sich gestört.

Dabei ist man bei den Harmonikafreunden gerade auf die Nachwuchsarbeit stolz: Dank ihr stehe der Verein besser da als andere Musikvereine, die allzu oft von Nachwuchssorgen geplagt würden, erklärte Marco Ruggerie. Die Harmonikafreunde bieten deshalb seit Längerem eine Akkordeon-AG in der Hohewartschule an, bei der Dritt- und Viertklässler in Kontakt mit dem Instrument kommen können. Kostenlose Schnupperkurse gibt es aber auch für alle anderen Kinder und Jugendlichen, denen in vier Übungsstunden Lust aufs Akkordeon gemacht werden soll. Das Instrument wird gestellt. Informationen dazu gibt es unter Telefon 0 71 50 / 95 92 32 und im Internet unter www.hff-ev.de.

22.12.2010 Kategorie(n): Kultur