Ohne CO2-Fußabdruck fairträglich handeln
Vorgestellt: „EcoCarrots“ aus Feuerbach
„Made in India“ oder „Made in China“ ist auf dem Etikett der Jeans oder des T-Shirts zu lesen, die es oft supergünstig im Regal auf unsere Kauflust abgesehen haben. Doch wenn man näher hinschaut, ist genau dieser kleine Preis in Wahrheit viel zu hoch.
Gerade in unserer globalisierten und vernetzten Zeit ist die
Bekleidungsindustrie aufgrund von CO2-intensiven Herstellungsprozessen und der
Ausbeutung von Millionen Arbeitern in Dritte Welt- und Schwellenländern wie
Indien und China, darunter besonders viele Kinder, zu einem der wohl für Mensch
und Umwelt schädlichsten Industriezweige weltweit geworden. Viele Liter verschwendetes
Wasser, Benzin, Kerosin und Gas, sowie eine verlorene Kindheit sind oft in der trendigen
Jeans, dem hippen Shirt oder den schicken Schuhen, die wir tragen, mit imprägniert.
Bedenken, dass sich T-Shirts beispielsweise durch einen faireren Lohn verteuern
würden, sind dabei kaum gerechtfertigt - die Lohnkosten betragen lediglich 1
Prozent des Endpreises – eine faire Erhöhung würde de facto allemal einige
wenige Cent ausmachen. Und auch in Punkto CO2-Reduzierung geht es allemal viel,
viel besser - wenn man will.
Und die, die wollen, die gibt es... z.B. gleich in unserer Nähe in Feuerbach: Nora
Papajewski und Fritz Arnold, sind Inhaber und Gründer des jungen Modelabels „EcoCarrots“.
Die beiden standen nach dem Eintritt in die Rente vor der Frage, was sie mit
ihrer Zeit sinnvolles anfangen können. „Die Gründung eines Modelabels, das sich
gleichermaßen an unseren Vorstellungen von schönem Design wie auch einer
bestmöglichen Qualität in ökologischer und ökonomischer Hinsicht orientiert,
schien uns eine sehr lohnenswerte Sache zu sein.“, so Nora Papajewski. Neben
ihrem Engagement im Stuttgarter Bio-Regio-Fair-Laden „Copino“ in der
Gutenbergstraße 70 betreiben die gelernte Journalistin und ehemalige Terres
des Hommes- und Greenpeace-Aktivistin und
ihr Lebenspartner Fritz Arnold, ein bekannter Feuerbacher Künstler und
Designer, seit Mitte 2010 ihren eigenen Ausstellungs- und Verkaufsraum in
Feuerbach in der Burgenlandstraße 102A.
„Unser Ideal war, dass unsere Produkte nicht nur fair gehandelt werden, sondern
in ihrer gesamten Herstellung so wenig wie es nur irgendwie geht der Umwelt
schaden und dabei die bestmögliche Qualität bieten. Es geht also von den Menschen
über das Material bis hin zum CO2-reduzierten Herstellungsprozess, der den
berühmten ‚CO2-Fußabdruck‘ vermeidet.“, so Nora Papajewski. Sie und Arnold entwerfen
hochwertige T-Shirts und Sweatshirts, bei denen mindestens ebenso
viel Wert auf beste Bioqualität, fairen Handel und einem so stark wie möglich verminderten
CO2-Fußabdruck gelegt wird wie auf originelle und pfiffige Motive und einem
modischen Zuschnitt - keine Spur von „Grünen-Parteitag-Anno-1981“ oder einem Öko-Mief
a la Kelly-Family... Die Shirts sind angenehm zu tragen, wesentlich hautfreundlicher als
herkömmliche Textilien, weicher und bleiben auch nach häufigem Waschen besser
in Form. Bedruckt werden sie auch nicht in Mumbai oder Peking, sondern auf der schwäbischen
Alb in einer spezialisierten Druckerei.
„Die
T-Shirts werden in Indien nach ethischen Gesichtspunkten und nach den
strengsten ökofairen Standards hergestellt und entsprechend „Gots“ (Global
Organic Textile Standards) und von der „Control Union und Soil Association“
zertifiziert. Alle Produktionsstätten werden zudem von der „Fair Wear
Foundation“ kontrolliert und durch die „Fairtrade Labelling Organisation“ (FLO)
lizenziert. Das heißt: keine Kinderarbeit, keine Ausbeutung, kein „Greenwashing“.
Faire Löhne und gesunde Arbeitsplätze/bedingungungen für die Arbeiter und Arbeiterinnen
sind gewährleistet“, so Fritz Arnold. Dass bei solchen Höchststandards in ethischer, ökologischer und qualitativer
Hinsicht keine Discounter-Preise möglich sind, ist klar, dennoch beteuert Nora
Papajewski: „Unsere T-Shirts sind zwar teurer als bei H&M, kosten aber nicht mehr
als beim Fachhandel nebenan! Unsere Verkaufspreise sind vergleichbar mit
unseren unmittelbaren Wettbewerbern, und die verdienen sich auch keine goldene
Nase. Wir kaufen unsere klimaneutralen T-Shirts nur in kleinen Stückzahlen ein
und das in bester Bio-Qualität. Da die Auflagen klein sind, ist der Druck
entsprechend teuer für uns, aber wir wollen ja nicht das anbieten, was es an
jeder Ecke gibt. Außerdem muss jedes T-Shirt mit unserem Logo bedruckt werden
und mit einem Etikett versehen werden.“ Die
Bio-Baumwolle wird von Hand angebaut und geerntet. Da die biologische
Anbauweise auf mineralölbasierte Kunstdünger, Pestizide und Herbizide
verzichtet, ist sie weniger abhängig von fossilen Brennstoffen und vor allem
aber: „Gut für die Baumwollfarmer in Indien und auch für Menschen hier, nicht
nur für Allergiker.“, so Papajewski.
Ein weiterer bedeutender Aspekt, der den meisten kaum bewußt sein dürfteist die
Aufbereitung von Regenwasser beim Herstellungsprozess. Für die Produktion von
einem Kilo Baumwolle werden unglaubliche 20.000 Liter Wasser verbraucht.
Deshalb produziert der Lieferant von „Eco Carrots“, Earth Positive von
Continental Clothing, ausschließlich in einer Region, die ihre Wasservorräte
bis zu 95% durch die Monsunregen deckt. Der Monsunregen reduziert den Bedarf an
großflächiger Bewässerung (wie sie mit dem konventionellen Baumwollanbau
assoziiert wird), die zum Schaden der Bevölkerung regionale Flüsse und Seen
austrocknet. „Earth-Positive hat den während der Produktion anfallenden
CO2-Ausstoß eines T-Shirts um bis zu 90% reduziert. Für die unabhängige
Überprüfung und Auszeichnung mit einem Label/Gütezeichen steht der Carbon
Trust. Der reduzierte CO2-Fußabdruck ist auch unser Markenzeichen. Unser
Beitrag zum Klimaschutz.“, so Papajewski.
Die Aufbereitung des Abwassers der Färberei findet in einem geschlossenen
Klärsystem statt, das Klärteiche, Filtrierung und Umkehrosmose verwendet, um
das Abwasser in Trinkwasser zu verwandeln. Die T-Shirts werden ausschließlich
in umweltfreundlichen Fabriken mit geringer CO2-Emission in Indien hergestellt
und durch Lagerhäuser in London und Berlin, die ebenfalls erneuerbare Energie
nutzen, vertrieben. „Es gibt also keine Emissionen von giftigen
Kohlenstoffverbindungen... das ist nur möglich durch die Reduzierung des
Energieverbrauchs vor Ort und durch die Umstellung auf erneuerbare Energien
statt Nutzung fossiler Brennstoffe zur Energiegewinnung. Auch der
transportbedingte CO2-Ausstoß wird immens reduziert, da die T-Shirts nicht per
Luftfracht, sondern auf dem Seeweg transportiert werden.“, so Papajewski
weiter.
Die Produkte von „EcoCarrots“ verdienen das
Prädikat „ökologisch und umweltfreundlich“ somit wahrlich in einer - leider immer
noch zu selten anzutreffenden -
umfassenden und vorbildlichen Weise. Ähnlich, wie es für den Mainstream-Handel
immer wichtiger wird, sich seiner Verantwortung zu stellen, wird es für den Endverbraucher, also uns, auch immer wichtiger, zu verstehen,
dass wir selbst zur Abschaffung von Missständen aktiv beitragen können. Zum
Beispiel durch das schlichte Ändern unseres Kaufverhaltens...
Weitere Infos:
www.eco-carrots.de (Öffnungszeiten: Derzeit nur Samstags von 10 bis 13 Uhr)
www.copino.de
EcoDesign + FairFashion
Burgenlandstraße 102 A
70469 Stuttgart
info@eco-carrots.de
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