Aber der Kartoffelsalat ist schwäbisch

Küchengeschichten: Thomas Gäbel führt das Restaurant Mähderklinge

Foto: feuerbach.deFoto: Susanne Müller-BajiFoto: Susanne Müller-BajiFoto: Susanne Müller-Baji

Thomas Gäbel steht in den Startlöchern: Dieser Tage beginnt die Biergartensaison, und wo könnte man gemütlicher in der freien Natur sitzen als im Feuerbacher Tal? Und
der Gastronom hat genaue Vorstellungen von einem gelungenen Biergartenaufenthalt:

„Biergartengarnituren gehen gar nicht“, sagt er: Er schwört auf richtige Holztische und -bänke. Ähnlich streng hält er es mit der Speisekarte: Friteusen sind nicht sein Ding: „Pommes und Schnitzel gibt es bei uns nicht.“ Dafür frisch zubereitete Gaumenfreuden. Gäbel legt Wert darauf, „dass alles von Hand gemacht ist und nix aus dem Packel kommt.“

Thomas Gäbel stammt aus Sachsen-Anhalt, hat in Halle vor der Wende bereits schon mal einige Jahre lang ein Café geführt. Danach war er in München 15 Jahre lang als selbständiger Verkaufsleiter tätig. Und selbstständig wollte er auch unbedingt bleiben. Zudem hatte er in der bayrischen Hauptstadt die Biergartenkultur kennen gelernt. So etwas wollte er in Stuttgart auf die Beine stellen.

Er machte sich auf die Suche und wurde fündig: Seit fünf Jahren leitet er das Restaurant Mähderklinge des Musikverein Stadtorchester Feuerbach 1899 e. V. Die Instrumente, die den Gast schon an der Tür begrüßen und auch die Fenster zieren, waren bereits da, ebenso das stimmungsvolle Wandbild. Den Rest nahm der Gastronom selbst in die Hand; verband Kummet, Posaune und allerlei landwirtschaftliche Gerätschaft zu einer Dekoration, die dem Restaurant mit seiner Raumhöhe nun die Anmutung einer Tenne gibt.

Bleibt die entscheidende Kartoffelsalat-Frage: Wie daheim mit Mayonnaise oder schwäbisch pur: „Nur schwäbisch!” sagt Thomas Gäbel entschlossen. Obwohl: Privat esse er wenig Kartoffelsalat und dann auf bayrische Art – mit untergemischter Salatgurke. Gibt es da in der Mähderklinge auch einen zünftigen Obazda, wie er in München zu jeder richtigen Brotzeit gehört? „Nein, so Vesper-Sachen gehen hier nicht sehr gut”. Dann schon eher Wurstsalat in diversen Versionen. Oder einen Salat mit dem Geheimrezept des Hauses, einem Erdbeer-Chili-Dressing. Oder aber die berühmten Sauren Zipfel, ansich eine fränkische Spezialität, die er mit etwas Sud im rustikalen Weckglas servieren lässt.

Susanne Müller-Baji


Öffnungszeiten ab 01.Mai: Montag – Sonntag von 11:30- 23:00 Uhr.
Warme Küche von 11:30- 21:30 Uhr.

 

Der Küchenchef empfiehlt:
Saure Zipfel

Das Rezept:
Würstchen nach Nürnberger Art in einem Sud  aus Rinderbrühe, Essig, Zwiebeln, Piment, Lorbeer und Wacholderbeeren gar kochen. Stilecht im Weckgläschen servieren. Dazu passt frisches Brot mit Griebenschmalz und Senf.

29.04.2011 Kategorie(n): Gastronomie