„Wir lassen nicht zu,

dass Chaoten unsere gute Arbeit zerstören“

Bei einem Brand im Feuerbacher Jugendtreff Camp entstand in der Nacht zum vergangenen Samstag beträchtlicher Sachschaden.

Im Jugendtreff Camp Feuerbach an der Wiener Straße ermittelten Montag Vormittag mehrere Mitarbeiterinnen des Branddezernats. "Aufgrund der Spurenlage gehen sie von Brandstiftung aus", sagt Polizeipressesprecher Jens Lauer.

Der Sachschaden beträgt etwa 120 000 Euro. Nach den bisherigen Ermittlungen geriet ein Kunstledersofa, das sich in einem Durchgang des Holzhauses befand, in Brand. Das Feuer griff auf das darüberliegende Stockwerk über. Dort befand sich das Büro der Camp-Mitarbeiter. Auch die Einrichtung im Medien- und Lagerraum wurde durch den Brand zerstört. Eine Anwohnerin in Sichtweite des Camps berichtet, sie habe Freitagnacht gegen 22.20 Uhr gesehen, dass das Feuerbacher Jugendcamp gebrannt habe: "Der ganze rechte Teil, wo unter anderem die Verwaltung drinnen ist, stand binnen kurzer Zeit in Flammen." 

In den Räumen im ersten Obergeschoss liegt auch zweieinhalb Tage nach dem Brand noch ein starker Brandgeruch in der Luft, die Spuren der Verwüstung sind vielfältig sichtbar. "Wichtige Akten und Unterlagen konnten aber gerettet werden", sagt Lena Blatt, Mitarbeiterin im Jugendcamp. Verstreut auf dem Boden liegen verformte Computerbildschirme und angekokelte Reste der Büroeinrichtung. Die Fensterscheiben sind zu Bruch gegangen, die Holzbalken schwarz verkohlt. An einer Stelle des Raumes hat sich der Brand durch die Decke gefressen. Die Feuerwehrleute mussten dort einen Teil der Holzkonstruktion des Daches mit Motorsägen aufsägen, um an versteckte Glutnester heranzukommen.

Im Laufe der Woche will ein Experte die Schäden in dem betroffenen Gebäudetrakt genauer anschauen. Vom Gutachten des Statikers hängt ab, ob dieser Teil des halbkreisförmigen Gebäudes weiterhin genutzt werden kann. Glück im Unglück sei, dass der Bereich, in dem die offene Jugendarbeit stattfinde, nicht von dem Brand betroffen sei: "Das Camp ist nicht abgebrannt, wie teilweise geschrieben wurde. Nur ein Teil des Gebäudes hat gebrannt. Wir rechnen damit, dass wir den offenen Bereich bald wieder nutzen können", sagt Jugendtreff-Leiter Benjamin Seidl. Er und seine Mitarbeiter haben inzwischen ihr Büro in einem Container eingerichtet.

In der Vergangenheit habe es wiederholt Einbrüche in das Jugendhaus gegeben, aber damit sei dieser Fall nicht vergleichbar. "Das ist eine neue Dimension", sagt Seidl. Bei den Jugendlichen, die regelmäßig ins Camp kommen, sei nach dem Brand eine große Betroffenheit zu spüren gewesen. Doch Seidl und sein Team wollen bald weiter machen: "Wir werden nicht zulassen, dass Chaoten unsere pädagogische Arbeit zerstören."

 

Von Georg Friedel
Mit frdl. Genehmigung der Nord-Rundschau
Jugendtreff CAMP
eine Einrichtung der Jugendhaus gGmbH
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19.05.2011 Kategorie(n): Soziales