In Sachen Schoch-Areal

bewegt sich etwas

Das Schoch-Areal von oben. Foto: Stadt Stuttgart

Die Stadt plant, Anfang 2012 einen städtebaulichen Wettbewerb für die Industriebrache auszuschreiben. Lange Zeit tat sich auf dem Schoch-Areal nichts: „Gut, dass es dort jetzt weitergeht“, sagte Bezirksbeirat Martin Wöhr (CDU) nun im Bürgerhaus.

Zuvor hatte Bezirksvorsteherin Andrea Klöber vor den Mitgliedern des Gremiums den aktuellen Stand in Sachen Schoch dargelegt und gleichzeitig den zeitlichen Fahrplan der kommenden sechs Monate für die rund 1,2 Hektar große Industriebrache in der Nähe des Feuerbacher Bahnhofs erläutert. Ende August soll dann mit der Reinigung des Grundwassers begonnen werden. Die Anlage dafür steht bereits auf dem Gelände.

Die Vorgeschichte ist bekannt: Der Leiter des Amtes für Umweltschutz, Werner Flad, hat bereits mehrfach im Gemeinderat und Bezirksbeirat Feuerbach berichtet, dass erhebliche Verunreinigungen des Untergrunds und des Grundwassers vorliegen. Der juristische Streit darüber, wer für die Kosten der Entgiftung auf dem ehemaligen Schoch-Areal nahe dem Feuerbacher Bahnhof aufzukommen habe, wurde seit vielen Jahrzehnten zwischen der Stadt und den einstigen Eigentümern geführt. Inzwischen ist die Stadt Besitzerin der Fläche und wird die Sanierung des Geländes nun in Angriff nehmen.

Gleichzeitig sollen die Weichen gestellt werden, das Gelände neu zu bebauen. Im Technikausschuss des Gemeinderats stellte Baubürgermeister Matthias Hahn die künftigen planerischen Schritte und Ziele vor. Auf dem Gelände sollen verschiedene Nutzungen wie Wohnen und Gewerbe ermöglicht werden. "Die Stadtplaner verfolgen ein anspruchsvolles Konzept, dem Schoch-Areal kommt als Entree nach Feuerbach künftig eine Schlüsselrolle zu", sagt Hahn. Im ersten Schritt solle ein Gutachten nun klären, ob es aufgrund der Verunreinigungen des Geländes und der Schoch-Hallen überhaupt möglich und zulässig sei, dass ein Teil der Bausubstanz auf dem Gelände erhalten werde, sagte Feuerbachs Bezirksvorsteherin Andrea Klöber im Bezirksbeirat. Das heißt: "Die Vorplanung der Sanierung muss präzisiert werden", sagte Klöber. Erst dann könne eine sinnvolle städtebauliche Planung am Standort des ehemaligen Metallveredelungsunternehmens in die Wege geleitet werden. Das Gelände ist mit Chromat und Chlorkohlenwasserstoffen belastet. Vor allem im Bereich der Chrombäderhallen 315 wurden bei Altlastenuntersuchungen erhebliche Chromatgehalte sowohl im Boden als auch im Grundwasser festgestellt.


Für den 15. Oktober ist ein "Tag des offenen Schoch-Areals" geplant. Die Bürger können sich bei diesem Termin über die bisherigen Pläne informieren. Bis dahin soll geklärt werden, wie die weitere Bürgerbeteiligung aussehen solle. Für den Januar 2012 sei dann ein städtebaulicher Wettbewerb für das Gebiet geplant, sagte Klöber. Zielrichtung sei es, eine abschnittsweise, kleinteilige Bebauung mit unterschiedlichen Investorengruppen zu verwirklichen. Bürgermeister Hahn habe ausdrücklich darauf hingewiesen: "Das können auch Baugemeinschaften sein", sagte Klöber.

Sofern es die Substanz hergebe, könne man überlegen, ob der Kamin der ehemaligen Hartchromerei erhalten bleibe, schlug Bezirksbeirat Robert Thurner (SPD) dem Gremium vor. Wöhr forderte, dass die Gutachter-Ergebnisse und die daraus resultierende Situation dem Bezirksbeirat von einem kundigen Planer vorgestellt werden, bevor die Öffentlichkeit davon erfährt. "Ich fände es gut, wenn man den aktuellen Sachverhalt hier im Gremium vor dem Tag des offenen Schoch-Areals erörtert."

 

 

Von Georg Friedel
Mit frdl. Genehmigung der Nord-Rundschau
08.08.2011 Kategorie(n): Politik, Umwelt