Die NaturFreunde Feuerbach

feierten ihren 100. Geburtstag

Bezirksvorsteherin Andrea Klöber überreicht Werner Geißler die städtische Urkunde. Foto: Janicek

Einer der Höhepunkte im Jubiläumsjahr der Feuerbacher NaturFreunde war ihre Jubiläumsfeier am vergangenen Samstag, den 15. Oktober, im Freien Musikzentrum mit weit über 200 Gästen. Darunter Landtagsabgeordnete, Gemeinderäte, Bezirksbeiräte und Vertreter anderer Instutionen und Vereine.

Nach einem Sektempfang im Foyer begrüßte der Vereinsvorsitzende Werner Geißler die Gäste mit einem Überblick der Geschichte der NaturFreunde Feuerbachs. Er erinnerte an das Gründungsjahr 1911, in dem Feuerbach ein Indutriestandort war mit vielen Arbeitern, die in miserablen sozialen Verhältnissen lebten. Hier boten die NaturFreunde mit ihrem Programm einen Ausgleich, wobei gleichzeitig gegen die undemokratischen Strukturen gekämpft wurde. Er erinnerte an den raschen Aufschwung der NaturFreunde mit einer  Jugend- und Musikgruppen, mit ihren ersten Skiausflügen, ihrem Wanderheim Wacholderhhof und ihren vielen kulturellen Veranstaltungen. Er gedachte der Opfer durch die Nationalsozialisten, die auch die NaturFreunde in Feuerbach verboten, ihr Wanderheim beschlagnahmten und ihre Mitglieder verfolgten. Nach dem 2. Weltkrieg begann der Wiederaufbau der Ortsgruppe, die noch heute mit vielfältigen Veranstaltungen in Feuerbach aktiv ist. Diese beschränken sich nicht nur auf Wanderungen, Radtouren und Volleyball, vielmehr rücken politische und kulturelle Veranstaltungen in den Mittelpunkt.

Eine poltische Sicht auf die NaturFreundebewegung warf anschließend Waldemar Grytz, der Vorsitzende des Naturfreundebezirks Stuttgart. Die NaturFreunde waren noch nie ein reiner Wander- und Erholungsverein. Sie gehörten zu den ersten Verbänden, die für den Schutz unserer Umwelt eintraten, die mit dem Slogan „Kampf dem Atomtod“ schon 1960 in der Ostermarschbewegung gegen Atomwaffen und Atomkraftwerke demonstrierten. Diese Einstellung setzt sich bis heute fort, dies zeigt die Organisation der Menschenkette in Feuerbach für die Abschaltung der Kernkraftwerke, dies zeigt ihr Einsatz gegen Stuttgart 21, einem „Symbol einer untergehenden Zeit, die Fortschritt nur in Größe und Geschwindigkeit mißt“.

Im Auftrag der Stadt Stuttgart und des Oberbürgermeisters Wolfgang Schuster dankte die Bezirksvorsteherin Andrea Klöber den NaturFreunden Feuerbach für ihre zahlreichen Aktivitäten: „ Sie sind aus dem gesellschaftlichen Leben Feuerbachs nicht mehr wegzudenken.“ Sie überreichte dem Vorsitzenden die Urkunde  „Verdienste um die Förderung des Gemeinschaftslebens“ der Stadt Stuttgart und als Anerkennung 1000 € für diese 100jährige Arbeit. Die Bundestagsabgeordnete Ute Kumpf konnte nicht persönlich erscheinen, deshalb dankte sie schriftlich den NaturFreunden für ihr Engagement und überbrachte als Geburtstagsgeschenk eine Einladung zu einer poltischen Reise nach Berlin.

Der zweite Teil des Jubiläumsabends diente der Unterhaltung und Entspannung. Der Chor „Sixties in Motion“ unter der Leitung von Susanne Schempp ließ mit seinen Liedern die Sechzigerjahre wieder aufleben. Der Schauspieler Gerald Friese rezitierte engagiert und humorvoll Zitate aus dem Gründungsjahr 1911, zu dem Gruß „Berg frei“ der NaturFreunde und zu der Naturfreundebewegung heute. Zum Abschluss des Jubiläumsabends gab es wieder Gespräche im Foyer.

24.10.2011 Kategorie(n): Gesellschaft, Umwelt