Maybachstraße:

Neues Wohnquartier

Die Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Weidleplan-Areal sollen im kommenden Monat abgeschlossen sein. Foto: Friedel

Feuerbach - Der Bagger mit dem stählernen Gebiss beißt sich im Gemäuer des mehrstöckigen Bürogebäudes fest, frisst sich durch ganze Betonwände und reißt Stahlträger aus dem Baukörper heraus. Seit Wochen machen sich Baumaschinen mit langen Greifarmen und großen Zangen an dem schon weit ausgehöhlten Haus auf dem ehemaligen Weidleplan-Gelände zu schaffen.

Die Abrissarbeiten sind weitfortgeschritten, der alte Gebäudebestand an der Alarichstraße ist größtenteils verschwunden, nur noch die Front des großen Bürohauses zur Maybachstraße hin steht derzeit noch.

Die Baugenehmigung für das Großprojekt der PDI-Gruppe liegt seit Anfang Dezember 2011 vor. Die Abrissbagger haben seitdem auf der Gewerbebrache schon viel Vorarbeit für die dort geplanten Maybach-Quartiere geleistet. „Wir gehen davon aus, dass die Abrissarbeiten im kommenden Monat beendet sein werden. Mit den Rohbauarbeiten soll im April begonnen werden“, sagt Mathias Düsterdick. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der PDI-Gruppe rechnet damit, dass das gesamte Neubauprojekt im Sommer 2013 fertiggestellt sein wird.


Geplant sind 120 Wohnungen

PDI hat das Gesamtprojekt in drei Quartiersabschnitte unterteilt. Die gesamte Investitionssumme für das Bauprojekt liege bei rund 45 Millionen Euro, sagt Düsterdick. Geplant sind 120 Mietwohnungen mit zusammen 9250 Quadratmeter Wohnfläche auf dem Grundstück. Das rund 6000 Quadratmeter große Baugelände erstreckt sich westlich entlang der Alarichstraße und wird östlich von der Maybachstraße begrenzt. Als besonderen optischen Akzent beschreibt Düsterdick die geplanten Townhouses nach Londoner Vorbild, die als Haus-im-Haus-Lösung ins Gebäude integriert seien. Sie verfügen über einen eigenen Eingang und erstrecken sich über zwei Etagen. Darüber sind Geschosswohnungen mit Ein- bis Vierzimmerappartements vorgesehen. In den oberen Etagen befinden sich großzügige Penthousewohnungen.

„Das Angebot reicht vom Einzimmer-Appartement mit 40 Quadratmeter bis zum Sechszimmerhaus mit 185 Quadratmeter“, sagt Düsterdick. An der Ecke Maybach-/Alarichstraße sollen auch gewerbliche Mieter einziehen. Insgesamt sind rund 1400 Quadratmeter Platz für Handels- und Gewerbenutzungen vorgesehen. Im Erdgeschoss sollen diverse Einrichtungen zur Nahversorgung untergebracht werden. Für die Bewohner gibt es 150 Tiefgaragenplätze. Der Investor will zudem im ersten Stock eine Kindertagesstätte auf knapp 1000 Quadratmetern unterbringen.

Nachhaltigkeit wird groß geschrieben

„Unser Konzept sieht ein Mehrgenerationenwohnen in dem Quartier vor. Wir wollen keine Monostrukturen schaffen“, sagt Düsterdick. Ein wichtiger Aspekt bei den Neubauprojekt sei auch das Thema Nachhaltigkeit. Ladestationen für Elektroautos in den Tiefgaragen sind eingeplant und eine deutlich über den gesetzlichen Vorgaben liegende Dämmung der Gebäude soll realisiert werden. Der Einsatz von Erdwärme, um die Wohnungen zu heizen, sei allerdings wieder verworfen worden. Das Stuttgarter Architekturbüro Gramlich hat die Pläne für das neue Wohnquartier entwickelt, die Ausführung hat msm Architekten, Köln übernommen.

Eine Beeinträchtigung des Vorhabens durch den Bau des S-21-Tunnels, der in der Nähe unter dem ehemaligen Messeparkplatz P 3 an der Maybachstraße hindurchführt, fürchtet Düsterdick nicht: „Wir haben das sehr lange im Vorfeld geprüft, aber das tangiert uns nicht.“ Auf dem ehemaligen Messeparkplatz P 3 wollten das Siedlungswerk und die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft rund 200 Wohnungen an der Maybachstraße bauen. Ende 2006 hatten sie den von der Stadt ausgelobten Architekten- und Investorenwettbewerb für das 2,6 Hektar große Gelände am nördlichen Ende des Höhenparks gewonnen. Momentan liegt das Projekt allerdings auf Eis. Der Grund: Die Bauträger befürchteten mögliche Schäden, weil irgendwann direkt unter dem Baufeld der Tunnel für die S-21-Strecke gegraben wird.

 

Von Georg Friedel
Mit frdl. Genehmigung der Nord-Rundschau

12.03.2012 Kategorie(n): Gesellschaft, Politik, Verkehr