Neues Konzept

Plan für den Bereich Tunnelstraße

Die B 295 soll verlegt und Feuerbach vom Verkehr entlastet werden. Foto: Georg Friedel

Feuerbach - Der Bereich westlich des Feuerbacher Bahnhofs war bisher alles andere als eine Visitenkarte für den Stadtbezirk. Denn im Gegensatz zum benachbarten Roser-Areal an der Stuttgarter Straße sieht der Bereich rund um das ehemalige Kühlhaus Krempel an der Tunnelstraße nicht gerade einladend aus.

Deshalb soll das 5,2 Hektar große Gebiet zwischen der Gleistrasse im Nordosten, der Oswald-Hesse-Straße im Süden und der Kremser Straße im Nordwesten städtebaulich neu geordnet werden. Doch das ist auf der Grundlage des dort geltenden Planungsrechtes nur sehr eingeschränkt möglich. Das Areal sei durch eine heterogene Bebauung und eine gemischte Nutzung geprägt, heißt es in dem dazu erarbeiteten Gemeinderatspapier. Das Fazit der Beschlussvorlage: „Die unter-schiedlichen Anforderungen an das Gebiet begründen teilweise auch die städtebaulichen Missstände, die dort vorherrschen.“

Wohnungsbau auf dem Krempel-Areal
Durch die Vorgaben und Festlegungen im neuen Bebauungsplan soll nun das Erscheinungsbild des Quartiers verbessert werden. Teil der Pläne ist, dass auf dem ehemaligen Krempel-Areal fünf Gebäude und ein Grünbereich von der Tunnel- bis zur Oswald-Hesse-Straße entstehen werden. Drei in etwa quadratische Stadthäuser mit vier Etagen bilden eine Achse in Richtung Pöchlarner Straße. Insgesamt 40 Wohnungen sollen entstehen. Im südöstlichen Bereich nahe der Tunnelstraße ist der Bau eines fünfgeschossigen Gebäudes mit betreuten Wohnungen und Serviceleistungen vorgesehen. Ein Geschäftshaus wird in direkter Nachbarschaft zum Aldi geplant. Erschlossen wird das Gebiet von der Stuttgarter Straße aus in Höhe der Pöchlarner Straße. Ein Grünkorridor mit Spielflächen und ein Fußweg zwischen dem Bahnhofsvorplatz und dem Höhenpark Killesberg soll ebenfalls geschaffen werden.

Geplant ist zudem, im Laufe der kommenden Jahre den B-295-Verkehr über die Borsigstraße und die Siemensstraße zu führen. Die Verkehrsplaner gehen davon aus, dass sich das Verkehrsaufkommen in der Tunnelstraße dadurch stark reduzieren lässt. Laut der städtischen Prognose werden ab 2020 nach der Verlegung der B 295 statt 20 000 Fahrzeuge nur noch 8900 Fahrzeuge durch die Tunnelstraße rollen.

Weniger Verkehrsaufkommen auf der Tunnelstraße
Die FDP-Vertreter im Bezirksbeirat bezweifelten diese Prognose: „Ich höre ihre Worte, allein mir fehlt der Glaube“, sagte Gabriele Heise zu den Ausführungen der Vertreter vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung in der Sitzung. Dass sich das Verkehrsaufkommen im angekündigten Ausmaß reduzieren werde, kann sich Heise nicht vorstellen. Mit Ausweichverkehr müsse gerechnet werden, sagte die FDP-Bezirksbeirätin. Die Pläne, die Tunnelstraße zurückzubauen, sehen die Liberalen daher kritisch. „Ich halte nichts davon“, sagte Heise. Wolfgang Voelker (FDP) forderte, dass die Überlegungen und Pläne zur Verkehrsberuhigung im Bezirksbeirat diskutiert werden, bevor der Gemeinderat darüber entscheidet. Er rechnet allerdings auch damit, dass durch den Bebauungsplan eine positive Entwicklung in diesem Gebiet in Gang komme.

Die übrigen Fraktionen im Bezirksbeirat begrüßten die Pläne bis auf wenige Details. „Das ist meiner Ansicht nach, ein gelungener Entwurf, der dieses Gebiet aufwertet“, sagte Bezirksbeirat Martin Wöhr (CDU). Der Entwurf des Bebauungsplanes und die Änderung des Flächennutzungsplanes im Bereich Tunnel-/Gernotstraße wurde bei zwölf Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen angenommen.

 

Von Georg Friedel
Mit frdl. Genehmigung der Nord-Rundschau
28.03.2012 Kategorie(n): Politik, Verkehr