Fairtrade Initiative Stuttgart-Feuerbach

stößt Fairplay im Stadtbezirk an

„Fußball und Fairplay – bei uns und in anderen Teilen der Erde“ hieß es von Dienstag, 14. August bis Donnerstag 16. August in drei Waldheimen in Feuerbach. Ein Angebot des Programms „Bildung trifft Entwicklung“ vom EPiZ Reutlingen.

„Fußball verbindet und ist wie kaum ein anderes Medium geeignet, Kinder und Jugendliche mit dem Thema Fairtrade bekannt zu machen“ sagt Nora Papajewski, die Sprecherin der Steuerungsgruppe Fairtrade Town Stuttgart Feuerbach. „Ein Anstoß, um über Kinderarbeit und Kinderrechte, Armut und Armutsbekämpfung nachzudenken.“ Dafür konnte sie kompetente Partner gewinnen.

Das Entwicklungspädagogische Informationszentrum EPiZ in Reutlingen ist ein Haus des Globalen Lernens, das sowohl regional, überregional wie auch bundesweit und international tätig ist. So werden u.a. zurückgekehrte Experten aus der Entwicklungs-zusammenarbeit zu Bildungsveranstaltungen in Schulen und Kirchen, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung vermittelt.

Fairplay hier und anderswo! Was bedeutet Fairplay in Fußball und Alltag? Was ist für ein gelungenes Zusammenspiel wichtig? Und welche Rolle spielt dabei Fußball? Wie unterscheiden sich die Lebenswelten von Jungen und Mädchen in anderen Ländern zu unseren eigenen Lebenswelten?

„Mit Spielen, Geschichten und interaktiven Methoden soll den Fragen zu einem gelungenen und gerechten Miteinander nachgegangen werden“, betont Bettina Waldt, die Referentin der dreistündigen Workshops. Tatkräftig unterstützt wird sie von Gert Dannenmann, Fritz Arnold und Nora Papajewski von der Fairtrade Steuerungsgruppe. 

Es werden Fußbälle aus Altpapier und Naturmaterialen gebastelt, Fairplay-Plakate gestaltet und wer will, kann selbst Hand anlegen und einen Originalball zusammen-nähen. Das ist Schwerstarbeit. Insgesamt sind 1000 Nadelstiche für einen Fußball erforderlich. Mehrere Stunden näht eine Näherin in Pakistan an einem Qualitätsball, umgerechnet bekommt sie dafür 55 Cent. Das ist wenig, wenn man bedenkt, dass sie für diesen Betrag kaum mehr als ein Kilo Reis kaufen kann. Eine siebenköpfige Familie - das ist pakistanischer Durchschnitt - kann nur mit zwei, besser noch drei Einkommen überleben.

Eine Chance auf höheren Lohn haben nur die Näherinnen, die "faire Fußbälle" produzieren. Von dem Mehrpreis werden höhere Stücklöhne, Kleinkredite und eine Gesundheitsversorgung für die Arbeiter finanziert. Wie viele Näher davon profitieren, hängt einzig von der Nachfrage in Europa ab. Aber hier möchte man möglichst günstige Fußbälle kaufen. Und das wirkt sich eben auf die Löhne aus. In Feuerbach gibt es die fairen Gepa-Fußbälle bei EcoCarrots in der Burgenlandstraße 102A.

Weitere Außerschulische Bildungsangebote für Fairen Handel und Nachhaltige Entwicklung sowie Workshops in Schulen und Kitas sind geplant. Außerdem finden in der Fairen Woche im September in Feuerbach verschiedene Aktionen im Stadtbezirk statt. Die „Faire Woche“ vom 14. bis 28. September ist der größte bundesweite Aktionszeitraum rund um das Thema Fairer Handel. In Feuerbach steht dann z.B. bei mehreren Gastronomen „Faire Küche“ auf der Speisekarte.

Am SCHOKO-TAG und Weltkindertag, dem 20. September, zeigt sich Feuerbach von seiner ganz speziellen Schokoladenseite. Präsentiert wird die erste eigene ökofaire Stadt-Schokolade: „Ein Stück Feuerbach“. Die Feuerbacher sind aufgerufen aus fünf reizvollen Motiven von Feuerbacher Künstlern ihr Lieblingsmotiv zu wählen.

„Nach dem Motto „Feuerbach handelt fair“ wollen wir die Menschen im Stadtbezirk für den fairen Handel sensibilisieren“, sagt Nora Papajewski. „ Jeder kann mit seinem bewussten Einkauf dazu beitragen, dass die Welt etwas gerechter wird. Wer bei der Fairtrade Initiative Feuerbach mitmachen will, ist herzlich willkommen.“ Stuttgart will Fairtrade Town werden, und Feuerbach ist auf dem besten Weg.


Kontakt: Nora Papajewski, EcoCarrots, Telefon 0711-603071, info@eco-carrots.de

 

Foto mit freundlicher Genehmigung der Nord-Rundschau

20.08.2012 Kategorie(n): Soziales, Umwelt