„Kelterfest ist halt Kelterfest“

Das war das 39. Kelterfest in Feuerbach

Sowohl in der Kelter als auch davor waren die Besucher am Freitagabend in bester Stimmung. Foto: Leonie Hemminger

Feuerbach - Helmut Wirth hätte sich einen anderen Rekord sicherlich mehr gewünscht: Ausgerechnet die größte Menge an Mineralwasser wurde beim 39. Kelterfest am vergangenen Wochenende ausgeschenkt.

„Das war absehbar, es ist schließlich das heißeste Wochenende des Jahres“, sagte der Vorsitzende des Wein-, Obst- und Gartenbauvereins (WOGV) Feuerbach. Noch mehr als den geringen Weinausschank bedauerte er aber, dass die große Hitze viele Leute zu Hause bleiben ließ. „Der Freitagabend war sehr gut besucht und der Gottesdienst am Sonntag auch. Aber so wenig Besucher wie am Samstag hatten wir noch nie“, berichtete Wirth.

Dabei tat der Verein sein Möglichstes: Das Helferteam rückte die Sonnenschirme regelmäßig zurecht, damit die Sitzbänke möglichst im Schatten standen. Und ein weiterer Trick wurde angewendet: „Wir fangen an, den Rotwein zu kühlen“, sagte Wirth. Der solle schließlich bei Zimmer- und nicht bei Sonnenterrassentemperatur getrunken werden. „Am besten läuft aber wie jedes Jahr der Rosé. Der ist kühl, spritzig und nicht zu trocken.“

Der älteste Besucher ist 101 Jahre alt
Emil Müller hat sich für einen dunkelroten, lieblichen Tropfen entschieden: Traubensaft. „Wein ist mir zu sauer, Bier zu bitter“, erklärte Müller seinen Standpunkt. Auf das Feuerbacher Weinfest komme er trotzdem jedes Jahr. Mit 101 Jahren ist Müller der vermutlich älteste Besucher. „Ein bisschen laut ist es schon hier, aber Kelterfest ist Kelterfest“, sagte der Feuerbacher. Begleitet wurde er von seinem Sohn Eberhard. Der kommt jedes Jahr extra fürs Kelterfest aus der Nähe von Balingen nach Feuerbach gefahren. „Mir gefällt, dass man hier die alten Schulkameraden trifft“, sagte er.

Die Bezirksvorsteherin Andrea Klöber feierte ihr eigenes kleines „Jubiläum“, wie sie es bezeichnete: Bereits zum fünften Mal eröffnete sie das Kelterfest mit. Als Motto zitierte sie unter anderem Wilhelm Busch: „Ein Trinkgefäß, sobald es leer, macht keine rechte Freude mehr.“ Ihre Empfehlung: Riesling Spätlese, trocken. „Der Feuerbacher Wein hat sich wirklich weiterentwickelt, das ist sicht- und schmeckbar“, meinte Klöber. Am Kelterfest freue sie besonders, dass auch andere Vereine mit anpacken. „Ich finde es toll, dass alle an einem Strang ziehen.“

150 freiwillige Helfer
Noch vor zwei Jahren hatten sich laut Helmut Wirth deutlich zu wenig Freiwillige gemeldet. „Da habe ich einen Riesenschrei losgelassen, seither sind neue Helfer hinzugekommen und alte reaktiviert worden.“ Mit dem diesjährigen 150-köpfigen Team sei die Arbeit machbar, „20 mehr wäre aber besser“.

Gerhard Zeeb und Fritz Weber vom Vorstand des Bürgervereins Feuerbach gehörten zu den fleißigen Helfern. Sie wurden zum Verkaufen von Märkchen eingeteilt. Eine Aufgabe, der sie gerne nachkamen: „Man hilft sich gegenseitig. Wir bekommen dafür vom WOGV einen Stand für den Weihnachtsmarkt geliehen“, berichtete Zeeb. Was ihm beim Kelterfest besonders gefällt? „Die Atmosphäre ist einfach toll. Ganz Feuerbach trifft sich hier.“ Seiner Meinung nach sei das Kelterfest inzwischen die noch wichtigere Veranstaltung als die Kirbe im September. „Das Kelterfest hat sich zum Traditionsfest par excellence entwickelt“, fand auch Fritz Weber.


Mit frdl. Genehmigung der Nord-Rundschau
24.08.2012 Kategorie(n): Gesellschaft