Eine Feuerbacher Institution macht dicht

Das „Rodeo“ verabschiedet sich für immer

Die Bar „Rodeo“ am Mühlwasen / Ecke Dieterlestraße. Foto: Privat

Hier wurden Generationen von Feuerbacher Jungs zu Männern: Die Bar „Rodeo“ am Mühlwasen macht endgültig zu. Rund 50 Jahre lang prägte die Bar das soziale Leben im Stadtteil zu einem erheblichen Teil mit. Grund genug für einen kleinen Rückblick.

Durch den Metzgermeister Josef Lorenz (später „Rodeo-Sepp“ genannt), wurde die Bar im Jahr 1961 in den Räumlichkeiten des ehem. Konsum als Bar mit Musikbox gegründet – was für damalige Zeiten im noch züchtigen Nachkriegs-Feuerbach ein kleine Sensation darstellte. Anziehungspunkt war der fortan aus naheliegenden Gründen „Rodeo“ genannte Treffpunkt vor allem für Feuerbächer, aber es wurden auch Auswärtige „geduldet“.
Ab den 70gern war das Rodeo dann DER Treffpunkt der Heranwachsenden aller sozialen Schichten, aller Schulen und vor allem der Treff der Sportler aller Abteilungen der Sportvg. Meisterschaften und Abstiege wurden hier gefeiert, ebenso fanden sich hier viele Paare zum Bund fürs Leben.

Quasi keine Generation in Feuerbach kam am Rodeo vorbei – egal ob das allererste Bier oder der Verlust der Jungfernschaft – das Rodeo hatte damals alles zu bieten. Legendäre Wirte in den 80gern wie Harte Wöger, Spatz Frohnmüller, Charly Hascher, Martl Stockinger und Uli Münzinger prägten dann das Rodeo, das bis zum letzten Tag seine festen Besucher hatte.

Sowas wie das Rodeo wird es in dieser Art wohl nicht mehr geben. Geplant ist, die Räume zu einer Wohnung umzubauen, und hier schließt sich der Kreis wohl wieder: Stellte das Rodeo doch für Viele mehr oder weniger über Jahre hinweg ein im wahrsten Sinne des Wortes zweites Wohnzimmer dar!
03.09.2012 Kategorie(n): Freizeit, Gesellschaft, Soziales