Flüchtlingsunterbringung auch in Wiener Straße geplant

Stadt verfolgt bei Unterbringung von Flüchtlingen weiter den 'Stuttgarter Weg'

Die Landeshauptstadt plant in einem „Kraftakt zur Unterbringung“, bis Ende kommenden Jahres über 2000 Plätze in 26 Einzelgebäuden an zehn weiteren Standorten in Stuttgart zu schaffen, darunter auch in Feuerbach.

Für die Gebäude und die Infrastruktur investiert die Stadt über 50 Millionen Euro als vierte Tranche.


Die Gebäude sollen entstehen in:
• Bad Cannstatt (Quellenstraße),
• Feuerbach (Wiener Straße),
• Stuttgart-Mitte (Rothmannblock),
• Möhringen (Kurt-Schumacher-Straße),
• Mühlhausen (Sturmvogelweg),
• Plieningen (Mittlere Filderstraße),
• Stammheim (Ottmarsheimer Straße),
• Untertürkheim (Württembergstraße),
• Vaihingen (Möhringer Landstraße) und
• Zuffenhausen (Schwieberdinger Straße).

Der genaue Standort für die Unterbringung in Feuerbach und den anderen Stadtbezirken wurde noch nicht bekannt gegeben. Die Prüfung eines möglichen Standortes in Degerloch läuft noch. Am Freitag,  19. Juni, wird der Ausschuss für Wirtschaft und Wohnen über die Planungen beraten. Die Bezirksbeiräte sollen anschließend informiert werden.

„Kraftakt zur Unterbringung“
Der Erste Bürgermeister der Landeshauptstadt Michael Föll sagt: „Wir leisten einen Kraftakt, die Menschen unterzubringen, die in großer Not zu uns kommen. Wir kümmern uns darum, sie angemessen unterzubringen“. Die Stadt hat bislang  39 Millionen Euro zur Unterbringung und Versorgung bereitgestellt. „Dies ist nun die vierte Tranche. Wir tragen damit der gestiegenen Prognose des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge Rechnung. Dennoch fehlen uns trotz der zusätzlichen Plätze immer noch rund 1.600 Plätze – dazu kommt noch der Bedarf aus den wegfallenden Interimswohnungen“, so Föll. Die Stadt halte am „Stuttgarter Weg“ in der Flüchtlingsunterbringung fest. Föll betont: „Dies ist eine wachsende Herausforderung. Wichtig wäre, dass der Bund wie jüngst angekündigt, seine pauschale Hilfe für Länder und Kommunen verdoppelt und sich strukturell und dauerhaft an den Kosten beteiligt.“

Sozialbürgermeisterin Isabel Fezer hebt hervor, dass auch die neuen Flüchtlingsunterkünfte die bewährten Standards einhalten. „Dazu gehört die bauliche und räumliche Ausstattung wie eine umfassende Betreuung der Hilfe und Sicherheit suchenden Menschen. Da leisten die Betreuungsträger und die Flüchtlingsfreundeskreise hervorragende Arbeit.“ Sie seien ein Beispiel für die Willkommenskultur der Stadt. „Ich bin sicher, dass die Zahl der über 800 Bürgerinnen und Bürger, die sich hier ehrenamtlich engagieren, weiter wächst“, so Fezer.

„Stuttgarter Weg“ in der Flüchtlingsunterbringung
Die Landeshauptstadt Stuttgart sieht sich als weltoffene und menschliche Stadt, die im Sinne einer Willkommenskultur für einen menschlichen Umgang mit Flüchtlingen steht. Die dezentrale Unterbringung in den Stadtbezirken ist wesentliches Merkmal des „Stuttgarter Wegs“.
Aktuell sind in Stuttgart 3.298 Flüchtlinge in 73 Unterkünften in 17 Stadtbezirken untergebracht. Die Unterbringung erfolgt durch Anmietung von Objekten oder in Systembauten.
15.06.2015 Kategorie(n): Gesellschaft, Politik, Soziales