Wetter, Wein und Wohlgefühl in bestem Einklang

Die Freien Wähler Feuerbach luden zur Weinbergtour mit Fabian Rajtschan auf den Lemberg ein

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Das Wetter machte mal, was es sollte. Am Morgen noch trüb und nass, entschied es sich zur Mittagszeit zur Trendwende, die Sonne blitzte zwischen den Wolken durch und am späten Nachmittag war vom Wengerterhäusle am Lemberg aus ein strahlend blauer Himmel über den herbstlich gefärbten Wäldern zu bewundern.

Der Blick, das Gemüt, der Wein: einfach traumhaft!

Die Freien Wähler in Feuerbach, Jochen Heidenwag und Ruth von Stein, hatten ihre Mitglieder und Freunde aus dem Stuttgarter Norden, zur Information über den Weinbau, zur Weinverköstigung und zur zünftigen Beseneinkehr eingeladen. Und alles entwickelte sich in wunderbarer Weise.
Fabian Rajtschan kam beim Begrüßungssecco auch gleich zum aktuell dominierenden Thema im Weinbau: Knapp 50% weniger Ertrag als in den Vorjahren habe er, bedingt durch den Frost im Frühjahr. „Das kann ich durch höhere Preise nicht aufholen“, stellte er fest. Und zum Trollinger-Secco meinte er: „Die Trollingerrebe ist sehr pflegeintensiv, aber die Nachfrage nach Trollinger geht stark zurück und wir haben zu große Anbauflächen dafür. Da müssen wir dringend umsteuern.“ 

Ohnehin gäbe die Nachfrage die Richtung vor. In Stuttgart hätten die Weinbauern keine Probleme mit dem Absatz, aber auf dem Land draußen, bei den großen Weingärtnergenossenschaften da „schwimme“ man gleich auf mehreren Jahrgängen, die liegengeblieben seien. Sein Fazit: die Qualität muss unbedingt stimmen, er z.B. reduziere seine Ernte auf ca. 30% der zulässigen Menge und das Marketing, der Vertrieb sei ungemein wichtig. Noch in der Nacht brach Fabian Rajtschan zur Weinmesse nach Berlin auf. Denn auch in der 7. Generation und erstmalig als hauptberuflicher Winzer mit Önologiestudium  in der Familie muss man sich regen und sich immer wieder beweisen.
Von der Qualität seiner Weine konnten sich die Gäste in 7 Proben bestens überzeugen. Jochen Heidenwag steuerte noch Gedichte und Geschichten rund um den Wein bei und im Besen gab es nach dem schwäbischen Vesper von Jürgen Zeeb, Fraktionsvorsitzender im Stuttgarter Gemeinderat, und Peter Aichinger, Regionalrat und Kreisvorsitzender der Freien Wähler, noch eine Reihe von kommunalpolitischen Erklärungen, u.a. zu den anstehenden Beratungen für den Doppelhaushalt 2018/19 der Landeshauptstadt und zur personellen Situation in der Regionalversammlung.

Eigentlich recht trockene Themen, aber bei den Begleitumständen dann doch wieder recht bekömmlich. So vertrugen sich an diesem Abend auch Wein, Vesper und Politik aufs vortrefflichste.
Veröffentlicht am 02.11.2017