„Die Stadtansicht ändert sich“

Der Bürgerverein besichtigt bei einer Stadtrundfahrt den Stuttgarter Süden

Ruth Maier, Herbert Medek. Foto: Privat

Prägende städtebauliche, substanzielle Veränderungen in den südlichen Bezirken der Landeshauptstadt hat der Bürgerverein Feuerbach vor Kurzem in einer Stadtrundfahrt besichtigt.

Generalisierend kann gesagt werden, der Wandel von einst ländlich und landwirtschaftlich geprägten Orten hin zu Dienstleistungszentren mit urbaner Wohngestaltung, ist hier bereits gelungen bzw. wird dynamisch vorangetrieben.

Herbert Medek, Leiter der Abteilung Verwaltung und Recht, Untere Denkmalschutzbehörde, im Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung, informierte und unterhielt die 140 Mitglieder und Freunde des Bürgerverein Feuerbach e.V. bei zwei je dreistündigen Bus-Rundfahrten im besten Sinne des Wortes. „Das war saumäßig interessant!“, so Fahrtteilnehmer impulsiv und in bestem Schwäbisch. Schon am Startpunkt, am Bahnhof Feuerbach, wusste Herbert Medek die Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf sich zu lenken. Auf dem Schoch-Gelände ist eine Webcam installiert, die weltweit stetig die Baufortschritte auf diesem mit Altlasten stark belasteten Bau-Areal dokumentiert. Von der Industriebrache mit über 100.000 Tonnen kontaminierter Erde hin zum „Quartier Wiener Platz“, dem neuen Eingangstor zu Feuerbach.

Über das Feuerbacher Tal, lange Zeit als Frischluftschneise verkannt, ging es nach Botnang. Vom kleinen Bauerndorf zur begehrten Wohnstätte mutiert, war das erste Beispiel für gravierende Änderungen im urbanen Zuschnitt auf dieser Tour. Futuristische Bauten zeugen vom stetigen Wandel des Wissensschafts-Zentrums der Uni Stuttgart in Vaihingen. Zukunftsträchtige Institute im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich sind hier zuhause. Über 40.000 Studenten, mehr als in Tübingen, werden in Stuttgart insgesamt ausgebildet. Vaihingen und Möhringen sind sehr gute Beispiele für den beschriebenen Wandel hin zur Urbanität. Weltunternehmen wie Allianz und Daimler schaffen hier neue Aus- und Dienstleistungszentren. In Möhringen ist es gelungen, den altehrwürdigen Bahnhof in ein modernes Wohngebiet zu integrieren, in dem der ÖPNV seine Vorteile ausspielen kann. Die Vaihinger Ortsmitte wurde mit Leben gefüllt. In Dürrlewang wird beispielhaft gezeigt, wie in die Jahre gekommenen Wohnsiedlungen in allen Belangen ertüchtigt werden. Der Fasanenhof ist ein Beispiel für neuere Bebauung und Strukturierung – Beispiel Gestaltung Europa-Platz. Alles überragend das Wohnhochhaus „Salute“ des bekannten Architekten Hans Scharoun. Über Degerloch ging es über Gablenberg und Gaisburg hinunter zum Neckarpark und Cannstatter Wasen. Im Bezirk Veielbrunnenweg und ehemaligem Güterbahnhof entstehen Büro- und Wohnflächen und ein Hallenbad mit 50 m Bahn. Bei der Fahrt an der Wilhelma vorbei, schilderte Herbert Medek, am Beispiel der Verkehrsbauten Rosensteintunnel und Stuttgart 21, wie schwer es der Denkmalschutz auch hier hat. Zum Schmunzeln, seine Ausführungen über kribbelnde Elefantenfüße in Zusammenhang mit ggf. störenden Tunnelbohrungen im Rosensteintunnel.

„Ja, bei uns wird g’schafft!“; dass diese Feststellung des „Radio-Fritzles“ nicht nur für das prosperierende Feuerbach gilt, ist ein bleibender Eindruck dieser Rundtour.
30.06.2017 Kategorie(n): Soziales, Umwelt, Verkehr