Burgruine Frauenberg

An der Burg 17

Bild 1 von 7: Grundriss Frauenberg (Skizze: Stadt Stuttgart)Bild 2 von 7: Ortsplan: An der Burg (Stadtplan: Marzahn Verlag)Bild 3 von 7: Fundamente des Bergfrieds 2011 (Bild: Arendt)Bild 4 von 7: Fundamente des Bergfrieds (Bild: Archiv Rieker)Bild 5 von 7: Standort des Bergfrieds 2011 (Bild: Arendt)Bild 6 von 7: Ausgrabung der Bergfried-Reste 1973 (Bild: Archiv Rieker)Bild 7 von 7: Wappen

Die Burg, Sitz der Frauenberger, wurde um 1220-1250 erbaut und im Jahre 1251 erstmals urkundlich erwähnt in einem Kaufbrief, welcher den Kauf von Wittlingen um 1100 Mark lötiges Silber durch den Grafen Ulrich von Württemberg betrifft. Als Bürge trat ein Frauenberger, Wolframus de Vrowenberc, auf.
Die Stammburg der Herrschaft Vrowenberc (Frauenberg) gilt als ein der namensgebenden Göttin Hulda geweihter Platz der Alamannen.
Die Herren von Frauenberg wurden bis ins Jahr 1445 urkundlich erwähnt. Bereits im Jahre 1356 aber erscheint die Herrschaft geteilt. Dem damaligen Ortsherrn Peter von Frauenberg gehörte eine Weinpresse (torklari), die andere dem jüngeren Herrn Wolf von Frauenberg (1320 Deutschordens-Commenthur in Hemmendorf). Die zur Herrschaft gehörenden Ortschaften, neben Feuerbach gehörten auch Botnang und Zazenhausen sowie Güter in Ditzingen und Vaihingen a. E. dazu, und Weinberge waren unter die Mitglieder des Herrengeschlechts aufgeteilt. Im Laufe des 14. Jahrhunderts kam es zu weiteren Teilungen des Herren- oder Selhofes der Frauenberger, woraus u. a. die Herrenhöfe der Gültsteiner, Winterstetter und Venninger entstanden.

Die Grafen von Württemberg (erster Ankauf im Februar 1391 durch Eberhard dem Greiner) erwarben in den Jahren 1391-1401 zunächst Teile, im Jahre 1481 dann den Rest der Burg, welche darauf verfiel. Auf Veranlassung von Herzog Christoph wurden noch 1520 die Mauersteine der Burg zum Bau der Mauer in Stuttgart um die nördliche Vorstadt, beim Bollwerk und am Oberen See verwendet.

Die Spuren dieser Burg waren gänzlich verschwunden, lediglich beim „Reuten“ (Roden) in den benachbarten Weinbergen fand man zuweilen noch Mauern oder Gebäude-Schutt. Bei Ausschachtarbeten für die Wohnbebauung in der Straße „An der Burg“ stieß man auf Reste des Bergfrieds mit staufischem Buckelquadermauerwerk und Steinmetzzeichen (Bilder 3-6), welche 1973 gesichert und mit einer Anlage umgeben wurden. Der Turm, der den Kern der Verteidigung und letzten Zufluchtsort bildete, war etwa 20m hoch. Der kleine Innenraum, den man noch sieht, diente um 1390 als Gefängnis. Seine Mauern waren im Untergeschoss zwischen 3,00 und 3,80m dick. Außer dem Bergfried wurden Reste von Grundmauern eines Gebäudes mit einem Keller und Reste eines Brunnens gefunden.
Die Burgruine ist denkmalgeschützt.

Die heraldischen Farben der Frauenberger (Rot/Silber) finden sich im Feuerbacher Stadtwappen wieder.

 

 

Quellen: Beschreibung des Oberamts Stuttgart, Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Stadt Stuttgart, O. Hesse