Christuskirche - Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde

Rhönstraße 7 / Weilimdorfer Straße 20

Bild 1 von 5: Christuskirche 2011 Weilimdorfer Straße 20 (Bild: Arendt)Bild 2 von 5: Christuskirche 2011 Rhönstraße 7 (Bild: Arendt)Bild 3 von 5: Christuskirche, Innenansicht (Bild: Arendt)Bild 4 von 5: An dieser Stelle des Feuerbachs hat einst ein Wiedertäuferhäusle gestanden (Bild 2012: Arendt)Bild 5 von 5: Der Platz des ehemaligen Wiedertäuferhäusles von der anderen Seite des Feuerbachs aufgenommen. (Bild 2012: Tubach)

Die evangelisch-freikirchliche Gemeinde gehört zur Glaubensgemeinschaft der „Baptisten“. So werden die Mitglieder einer evangelischen Konfessionsfamilie bezeichnet, zu deren Merkmalen die ausschließliche Praxis der Taufe von glaubenden Christen  ebenso gehört wie die Betonung, dass die Ortsgemeinde für ihr Leben selbst verantwortlich ist. Mitglied kann nur werden, wer persönlich seinen Glauben bekennt und dann getauft wird.

Die Anfänge der Gemeinde Feuerbach gehen 146 Jahre zurück und sind mit dem Namen Carl August Schaufler eng verknüpft.  Der Zuzug vieler Aussiedler in den 1950-er und 1960-er Jahren, zunächst insbesondere aus Ungarn, führte dazu, dass das Provisorium in der Stuttgarter Straße  kapazitiv nicht mehr genügte. Das lange Bemühen um eine befriedigende Alternative hatte schließlich Erfolg, und am 03. März 1963 konnte der Grundstein für die Christuskirche in der Rhönstraße 7 gelegt werden. Die Einweihung fand nur wenig später am 9. Februar 1964 statt.

Fusionsüberlegungen zwischen den Gemeinden in Feuerbach und Zuffenhausen sahen sich konfrontiert mit Schwierigkeiten, sodass man sich entschloss, als Feuerbacher Gemeinde fortzubestehen, was durch Beschluss im Jahre 1983 bestätigt wurde.

 Danach kam es zu einem Schub, der die Gemeinde um 30 Mitglieder anwachsen ließ. Aus Russland kehrten in den 80er Jahren viele deutschstämmige Baptisten zurück. So bekam auch die Feuerbacher Gemeinde kräftigen Zuwachs, der bald wieder Raumprobleme entstehen ließ. Ein Um- und Anbau schuf 1984 zusätzliche Fläche, damit war das gemeindeeigene Grundstück aber bis an die Grenzen ausgelastet.         

Drei Jahre nach der Entscheidung in der Rhönstraße zu bleiben, strebten die Feuerbacher auch die offizielle Selbstständigkeit an und wurden in den „Bund der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden, K.d.ö.R.“ aufgenommen.

Der deutsche Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden gehört zum europäischen und dieser zum weltweiten Bund der Baptisten mit rund 40 Millionen Mitgliedern.  Auch die Stuttgarter Baptisten sind über die International Baptist Church in Stuttgart-Vaihingen mit fremdsprachigen Christen und Gemeinden verbunden, darunter auch mit türkischen und tamilischen Christen.

Die Christuskirche entspricht in Form und Ausstattung eher einem Gemeindesaal, auch wenn der Name auf eine gottesdienstliche Nutzung hinweist.

An der Stelle, wo das Grundstück des Hauses Feuerbacher Talstraße 115 den Feuerbach berührt, hat bis nach dem Zweiten Weltkrieg ein im Volksmund  „Wiedertäuferhäusle“ genanntes Holzhaus gestanden, welches über den Feuerbach gebaut war. Es wurde mit der Bachbefestigung abgerissen. Die Baptisten verwenden jedoch anstelle des Begriffes Wiedertäufer (abgeleitet vom griechischen anabaptista) die Bezeichnung Täufer, da für sie die Säuglingstaufe als unbiblisch und demzufolge als ungültig anzusehen ist. Und so bezeichnet die von ihnen vollzogene Taufe in ihren Augen keine Wieder-, sondern eine Ersttaufe, was sie jedoch nicht daran hindert, Gläubige in anderen Kirchen als Christen anzuerkennen.

Seit 1963, als die Christuskirche für die Glaubensgemeinschaft der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde geöffnet wurde, hat die Zahl der Kirchenbesucher stetig zugenommen. Da nur 270 Sitzplätze in der Kirche zur Verfügung stehen, derzeit aber 300 Gläubige den Gottesdienst besuchen, ist die Kapazität des Gotteshauses nicht mehr ausreichend. Die Platznot hat dazu geführt, dass zwei Gottesdienste angeboten werden. Auch die zu geringe Anzahl an Parkplätzen verstärkt die Problematik. Verschiedene Versuche, einen neuen Standort für eine größere Kirche zu finden, sind bisher nicht erfolgreich gewesen.

Im 16. Jahrhundert „versuchte die österreichische Regierung, die Bewegung der Wiedertäufer zu unterdrücken“. Dennoch wurden immer wieder namentlich bekannte Feuerbacher Männer dabei ertappt, „heimliche Versammlungen“ aus religiösen Gründen zu besuchen. Sie mussten „Urfehde schwören“ und versprechen, von der Lehre der Wiedertäufer zu lassen, um ihre Freiheit zu erhalten. Es wird auch berichtet, dass Feuerbacher wegen ihres Wiedertäufer-Glaubens geflohen oder ausgewandert sind.


Quellen: Christuskirche, „900 Jahre Feuerbach 1075-1975“, Wikipedia

www.efg-feuerbach.de