Friedhof

Feuerbacher Talstraße 90

Bild 1 von 9: Friedhofeingang (Bild: J. Kurz)Bild 2 von 9: Eingangsbereich mit Brunnen und Feierhalle (Bild 2012: Arendt)Bild 3 von 9: Brunnen im Eingangsbereich (Bild: Archiv Rieker)Bild 4 von 9: Denkmalgeschütztes Gefallenen-Ehrenmal (Bild 2012: Arendt)Bild 5 von 9: Gedenkstein für die NS-Opfer  (Bild 2012: Arendt)Bild 6 von 9: Gedenken an die NS-Opfer (Bild 2012: Arendt)Bild 7 von 9: Grabstein Adolf Rendlen (Bild: J. Kurz)Bild 8 von 9: Gemeinschaftsgrab der Explosionsopfer (Bild: J. Kurz)Bild 9 von 9: Ehemalige Aussegnungshalle, die bis in die 1960-er Jahre existierte. (Bild: Archiv Rieker)

Anstelle des inzwischen zu einem Park umgestalteten „Alten Friedhofs“  wurde vom Regierungsbaumeister Max Fraenkel ein neuer Friedhof (Bild 1) mit einem im Zweiten Weltkrieg zerstörten Friedhofsgebäude an der damaligen Botnanger Straße angelegt. Er wurde am 1.Januar 1898 eingeweiht; die Erstbelegung geschah am 11.09.1898. Die wegen der deutlich wachsenden Bevölkerungszahl notwendigen Erweiterungen erfolgten in zwei Stufen: bereits im Jahre 1907 sowie nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 1955. Der Friedhof hat inzwischen eine Fläche von etwa 8 ha und umfasst 7.000 Gräber.
Im Jahre 1929 errichtete Stadtbaurat Holstein für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs die am 03.11.1929 eingeweihte und inzwischen denkmalgeschützte, dreiflüglige  Gefallenen-Ehrenhalle (Bild 4); sie repräsentiert den Heimatstil der Stuttgarter Schule aus den Jahren 1920 bis 1945. Das bronzene Kriegerdenkmal entwarf der Bildhauer Daniel Stocker.
Das aus Betonfertigteilen bestehende Leichenhaus wurde zusammen mit der neuen, von Dipl.-Ing. Hans Röper entworfenen Aussegnungshalle (Bilder 1 und 2) in den Jahren 1961 bis 1966 erbaut und am 18.04.1967 eingeweiht.. „Die künstlerische Gestaltung der Aussegnungshalle wurde Professor Rudolf Yelin übertragen“. 

Der im Eingangsbereich des Friedhofs befindliche, im Jahre 1996/97 nach dem Entwurf der Architekten Jörg Failmezger und Alex Mohrenweiser erbaute, Brunnen (Bilder 2 und 3) wurde von der Anfang der 50er Jahre  in die USA emigrierte und 1970 zurückgekehrte Feuerbacherin Erna Clauss, geb. Höhl, (1919-1979) gespendet. „In einer runden, flachen und ausgepflasterten Schale sind Granitquadersteine angeordnet, aus deren Mitte Wasser quillt und in konzentrischen Ringen zum Rand läuft“. Der Brunnen ist vom Mai bis September im Betrieb.

Auf dem Friedhof erinnert ein Denkmal an die Opfer einer Explosion aus dem Jahre 1916 (Bild 8). Der ehemalige Bürgervereinsvorsitzende Rolf Adam (1935-2009) berichtete aus der Feuerbacher Chronik 1916 „über das furchtbare Brandunglück, das sich am 9. Dezember 1916 in der Lünigschen Klischeefabrik an der Tunnelstraße ereignete“. Dort wurden Leucht- und Signalpatronen für den Heeresbedarf produziert. In dem Betrieb waren 31 Personen, meist Minderjährige, beschäftigt. 12 Menschen starben bei dem Unglück, sechs der Opfer waren erst 14 Jahre.

Verdienstvolle Feuerbacher Persönlichkeiten haben ihre letzte Ruhe auf diesem Friedhof gefunden, so u.a. der langjährige Stadtschultheiß und spätere Oberbürgermeister Wilhelm Geiger, der Pfarrer und Hobby-Archäologe Richard Kallee, der berühmte Wundarzt Adolf Rendlen (Bild 7) sowie der Kunstmaler Otto Herrmann.

Ein Gedenkstein erinnert an namentlich genannte Widerstandskämpfer und Opfer des NS-Regimes aus unterschiedlichen politischen Gruppierungen (Bilder 5 und 6).
 
Quellen: R. Adam, J. Kurz, Brunnenamt, Chronik Feuerbach 1916