Gasthaus zum Goldenen Schlüssel

Leobener Straße 29

Bild 1 von 10: Gasthaus zum Goldenen Schlüssel um 1900 (Bild: Archiv Rieker)Bild 2 von 10: Bauplan 1879 (Bild: Stadtarchiv)Bild 3 von 10: Wohnhaus Wilhelm Mößner 1886 (Bild: Stadtsrchiv)Bild 4 von 10: Wohnhaus Wilhelm Mößner 1889 (Bild: Stadtarchiv)Bild 5 von 10: Lageplan 1913 (Bild: Stadtarchiv)Bild 6 von 10: Lageplan des Umbaus 1922 (Bild: Stadtarchiv)Bild 7 von 10: Alte Lutherkirche Leobener Straße 29 nach dem Zweiten Weltkrieg, von der Eisenstädter Seite aus gesehen (Bild: Archiv Rieker)Bild 8 von 10: Alte Lutherkirche Leobener Straße 29 um 1970 (Bild: Archiv Rieker)Bild 9 von 10: Alte Lutherkirche Leobener Straße 29 von der Eisenstädter Straße aus betrachtet (Bild1970: Archiv Rieker)Bild 10 von 10: Leobener Straße 29, hier stand einst das Gasthaus zum Goldenen Schlüssel (Bild 2012: Arendt)

Vor 1879 wurde für Wilhelm Mößner in der damaligen Sedanstraße 15 ein Wohnhaus (Bilder 2 und 3) erbaut und 1887 durch ein weiteres Stockwerk ergänzt (Bild 4). Im Jahre 1902 war das Haus im Besitz von Ulrich zum Schlüssel, dem Namensgeber des Gasthauses zum Goldenen Schlüssel (Bild 1). Der Besitzer des Hauses war 1904 Mathäus Ulrich, in den Jahren 1911 bis 1922 ging der Besitz an Emil Nagel (Bild 5). In dieser Zeit wechselte die Hausnummer von 15 zu 29.

Im Jahre 1912 hatte die Evangelische Kirche ein zweites Gotteshaus neben der Stadtkirche geplant, welches in der damaligen Metzstraße (seit 1938 Bludenzer Straße) mit 750 Sitzplätzen gebaut werden sollte. Die Baupläne waren genehmigt und der Bau vom Kirchengemeinderat beschlossen. Nach weiteren strittigen Überlegungen und auch aus Geldmangel wurde das Projekt verschoben und nach dem Ersten Weltkrieg aufgegeben.
Als Ersatz für die geplante zweite Kirche beabsichtigte man nun die Errichtung eines Gemeindehauses. Für diesen Zweck kaufte am 10.09.1922 der Christliche Verein junger Männer zusammen mit der Altpietistischen Gemeinschaft das Gasthaus zum Goldenen Schlüssel (Bild 1), welches dann von der Evangelischen Kirchengemeinde übernommen wurde. Das Anwesen wurde mit einem Aufwand von 1 Million Mark zu einem Betsaal mit 400 Plätzen umgebaut (Bild 6) und 1923 eingeweiht. Die Giebelseite stand an der Leobener Straße, die Längsseite (Bilder 7 bis 9) an der Eisenstädter Straße (vor 1938 Marienstraße genannt). Die Finanzierung geschah durch den Lutherkirchenfonds, dem Gemeindehaus-Verein sowie durch Kreditaufnahme und Landeskirchen-Kollekte. Dieses Provisorium war zunächst nur eine Predigtstelle, der aber das gesamte Feuerbacher Industriegebiet als Pfarrsprengel zugeordnet wurde. Zuvor hatte man festgestellt, dass die Industrialisierung auch soziale Probleme hervorbrachte. Aus diesem Grunde plante man anfangs des 20. Jahrhunderts in der Nähe des Industriegebiets den Bau eines Hospizes mit einem Arbeiterwohnheim, ein Unterfangen, welches die Wirtschaftskrise in den 20er Jahren scheitern ließ.
Das Gemeindehaus wurde später in Lutherkirche umbenannt, welche sich 1983 im Burgenlandzentrum neu einrichtete. Heute besteht dieses ehemalige Kirchengebäude nicht mehr, es wurde Anfang der 1980er Jahre abgerissen und hier ein Wohn- und Geschäftshaus (Bild 10) neu errichtet.


Quellen: Adreßbücher der Stadt Feuerbach, Chronik Feuerbach, Georg Friedel, Richard Kallee, Karl Müller, Stadtarchiv Stuttgart