Hirschbrunnen

Klagenfurter Straße 31

Bild 1 von 6: Hirschbrunnen 2011 (Bild: Arendt)Bild 2 von 6: Hirschbrunnen 2011 (Bild: Arendt)Bild 3 von 6: Hirschbrunnen in den 1920er Jahren, im Hintergrund das Alte Rathaus (Bild: Archiv Rieker)Bild 4 von 6: Hirschbrunnen vor Gasthaus „Hirsch“ (Bild: Archiv Rieker)Bild 5 von 6: Hirschbrunnen vor 1877 (Bild: Archiv Rieker)Bild 6 von 6: Teuchelrohre (Bild: Arendt)

Bevor Feuerbach im Jahre 1895 eine eigene Wasserversorgung bekam, waren die Brunnen lebenswichtige Einrichtungen für die Bevölkerung und 1894 noch in größerer Zahl vorhanden: 2 Schöpfbrunnen, 7 Pumpbrunnen und ein Röhrenbrunnen. Die drei wichtigsten Brunnen waren der Hirschbrunnen, der Merzenbrunnen am Mühlwasen und der Kirchbrunnen in der Mühlstraße.

Der heute denkmalgeschützte Hirschbrunnen, dessen Name im 18. Jahrhundert vom benachbarten Wirtshaus „Hirsch“ abgeleitet wurde, erhielt sein Wasser durch Teuchelrohre (ausgehöhlte Eichen-Baumstämme) von der in den Hohewart-Weinbergen vor 1700 gefassten Quelle, die bereits 1494 in der Gemeindeordnung erwähnt wurde.  Er war der erste und lange Zeit einzige laufende Röhrenbrunnen, der bereits 1680 als „Dorfbrunnen in der ‚Langen Gasse‘ (Stuttgarter Straße) erwähnt wurde.  Aus dem  Jahre 1877 stammten der gusseiserne Brunnentrog und Brunnenstock in historistischem Stil (Wasseralfinger Gotik) mit sparsamen Dekor, gefertigt von der Eisengießerei Gotthilf Kuhn.

Im Jahre 1899 wurde untersucht, ob die Wassermenge der Hohenwart-Quelle ausgiebig genug sei, um wenigstens einen Teil von Feuerbach mit frischem Quellwasser zu versorgen. Da das Wasser dafür aber  nicht mehr ausreichte, wurde die   „Wasserstube“ wieder geschlossen und der Brunnen erhielt 1900 einen in der Botnanger Straße (heute Feuerbacher Talstraße) überflüssig gewordenen eisernen Trog. Die Wasserversorgung des Hirschbrunnens geschah nun nicht mehr über die Teuchelleitung (nach Berichten schon längere Zeit nicht mehr von der Hohenwarte, sondern möglicherweise von einer unbekannten anderen Quelle), sondern über die öffentliche Wasserversorgung.

In den 1930-er Jahren wurde der gusseiserne Hirschbrunnentrog beschädigt, weshalb er durch den einfachen Trog des Weinbergbrunnens ersetzte (Bild 5). Nach Reparatur des gusseisernen Brunnens wurde dieser zum Weinbergbrunnen an der Hohenwarte versetzt. Erst im Jahre 1978 erinnerte sich der Bürgerverein Feuerbach daran, dass auf der Hohenwarte der Trog des in früherer Zeit beliebten Hirschbrunnens stand. So holte man ihn wieder in die Nähe des früheren Standortes in die Klagenfurter Straße zurück, wo er am 20. Mai 1978 eingeweiht wurde, allerdings mit einem Ersatz für die beschädigte Brunnensäule von 1877.


Dieser zu einem beliebten Treffpunkt gewordene Laufbrunnen ist heute an der öffentlichen Wasserleitung angeschlossen, die Brunnensaison ist von Mai bis September, eine Zeitschaltuhr öffnet die Ventile von 8:30 bis 22:00 Uhr.

 

Quellen: G. Kleemann, R. Kallee, Brunnenamt der Stadt Stuttgart, W. Rieker, Liste der Kulturdenkmale

 

Der Hirschbrunnen ist mit einer Informationstafel ausgestattet.