Hochbunker

Schraderweg 12

Bild 1 von 3: Zum Wohnhaus umgebauter Hochbunker (Bild: J. Arendt)Bild 2 von 3: Hochbunker vor dem Umbau (Bild: Schutzbauten Stuttgart e.V.)Bild 3 von 3: Bunkereingang (Bild: Sonnabend)

Die außergewöhnliche Architektur dieses Wohnhauses im Gebiet Siegelberg lässt zunächst nicht vermuten, dass es sich hierbei handelt um einen ehemaligen Hochbunker, der schon frühzeitig aus der Zivilschutzbindung herausgenommen wurde. Schutzbauten Stuttgart: „Er ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie ein ehemaliger Bunker für eine Nutzung zu Wohnzwecken umgewandelt werden kann.
Während des Krieges war auf diesem Bunker zusätzlich ein 3,7 cm Flakgeschütz zur Abwehr von Tieffliegern bei Angriffen auf das Industriegebiet in Feuerbach stationiert.“

Dieser Weg hieß von 1933 bis 1957 Juliastraße, ehe er nach dem Apotheker und Fabrikanten Julius Schrader (1845-1906) umbenannt wurde. Schrader wurde am 12. November 1845 in Öhringen geboren. „Er entstammte einer Apotheke in Neuenstein, welche seinem gleichnamigen Vater gehörte. Nach der Lehr- und Gehilfenzeit bezog Julius Schrader für ein Semester im Jahre 1867 die Universität Tübingen als Student der Pharmazie und legte am 31. Juli 1867 vor der für ihn als Bürger von Öhringen zuständigen Prüfungsbehörde in Stuttgart das Apothekerexamen ab.“
Im Alter von 30 Jahren übernahm er eine Malzextraktfabrik in Feuerbach. In den Jahren 1885/86 lief eine „Beschwerde des vormaligen Apothekers Julius Schrader von Feuerbach (Amtsoberamt Stuttgart) gegen eine oberamtliche Verfügung wegen unbefugten Feilbietens von Arzneimitteln (sog. Schrader’sches Pflaster).“
Im Jahre 1890 veräußerte er die Fabrik an den Ludwigsburger Apotheker Gustav Schoder.
„In Feuerbach gründete Schrader nun eine Drogen- und Vegetabilienhandlung en gros. Dieser war eine Pulverisier- und Schneideanstalt angeschlossen. Da er keine leiblichen Nachkommen hatte, verkaufte er kurz vor seinem Tode (8. Dezember 1906) am 1. Januar 1906 an Hugo Schrader seine Drogen- und Vegetabilienhandlung, deren Haupterzeugnisse im Jahre 1909 Likörpatronen und Kunstmostsubstanzen waren.
Im Mai 1910 kam es zur Versteigerung der Sammlung Julius Schrader: württembergische Münzen und Medaillen.
Im Adreßbuch 1929 findet man unter Metzstraße 26 a die Eintragung: Schrader Hugo, vormals Julius Schrader, Drogen, Vegetabilien, Mostsubstanzen und Liköressenzen en gros. „Im Jahre 1932 lautete die Geschäftsbezeichnung: Hugo Schrader, vormals Julius Schrader, chemische Fabrik. Fabrikation von Drogen, Vegetabilien, Mostsubstanzen und Liköressenzen.“

Julius Schrader fand 1888 am Siegelberg in einem keltischen Grabhügel und 1893 in der Staufeneckstraße in einigen alamannischen Reihengräbern Skelette und Beigaben.

Quellen: Die Stuttgarter Straßennamen, G. Sonnabend, www.digibib.tu-bs.de,  Landesarchiv B-W, Adreßbuch Feuerbach 1929

Weitere Informationen: www.schutzbauten-stuttgart.de