Jägerhaus

Feuerbacher Talstraße 34

Bild 1 von 3: Jägerhaus 2012 (Bild: Arendt)Bild 2 von 3: Das dritte Haus links ist das Jägerhaus vor der Zerstörung (Bild: Archiv Rieker)Bild 3 von 3: Jägerhaus – Perspektive wie Bild 2 (Bild 2012: Arendt)

Seit Mitte des 16. Jahrhunderts hatten die Forstknechte zunächst im landeseigenen Forsthaus, dem Bellevue (Forsthausstraße 13), gewohnt, welches dann 1789 in den Privatbesitz des Revierförsters überging.  Die Forstverwaltung erstand im Jahre 1837 einen Bauplatz an der Ecke Feuerbacher Talstraße / Kapfenburgstraße, worauf sie 1838 ein von der Hofdomänenkammer verwaltetes und damit steuerfreies Haus mit einer Försterwohnung errichteten (Bild 2). Die an diesem Hause vorbeiführende Kapfenburgstraße hieß bis 1937 Jägerstraße, vermutlich wurde dieser Name von dem neuen Forst-/Jägerhaus abgeleitet.

Gotthilf Kleemann berichtet, dass es „ein stattlicher zweigeschossiger Bau aus behauenen Werk­steinen gewesen war, wie ihn die Feuer­bacher Steinbrüche lieferten“. Dieses neue Försterhaus hätte für damalige Begriffe neben den meist recht bescheidenen einstöckigen Wengerthäuslein geradezu städtisch ausgesehen. „Diese trugen über ihrem mit Sandsteinbrocken ausgemauertem Fachwerk einen einfachen Kalkverputz, der durch seinen hellen Ton den Häuschen aber doch ein freundliches Aussehen verlieh.“
Rund 20 Jahre später entstand aus dem inzwischen in Privatbesitz übergegangenen Försterhaus eine Bäckerei und einige Zeit später die gerne besuchte Gastwirtschaft „Jägerhaus“. 1913 und 1929 firmierte dieses Haus als  „Metzgerei und Wirtschaft“.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges brannte bei einem Bombenangriff das Gebäude voll­ständig aus. An seiner Stelle ist ein schöner Neubau errichtet, und die darin unter­gebrachte Gaststätte mit Metzgerei führte den Namen weiter (Bilder 1 und 3).

Das einstige “Jägerhaus” hat inzwischen seinen Dornröschenschlaf beendet und sich zum edlen Restaurant gemausert, welches  internationale und französische Küche anbietet.

Quelle: G. Kleemann

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