Karlsschüle

Grazer Straße 34

Bild 1 von 5: Karlsschüle um 1970 (Bild: Archiv Rieker)Bild 2 von 5: Grazer Straße Ende 19.Jahrhundert, rechts zweites Haus Karlsschüle (Bild: Archiv Rieker)Bild 3 von 5: Karlsschüle vor 1957 (Plan: Stadtarchiv)Bild 4 von 5: Lageplan 1955 (Plan: Stadtarchiv)Bild 5 von 5: Hier stand bis 1980 das Karlsschüle (Bild 2013: Arendt)

Um das Jahr 1882 wurde diese Kleinkinderschule in der damaligen Karlsstraße 34 (seit 1938 Grazer Straße) erbaut. Das Karlsschüle (Bild 2) diente in den Jahren 1886/87 als Interimsstation für die wachsende Privatrealschule (gegründet 1886) zwischen deren ersten Anfängen im Merkert‘schen Haus bis zum Umzug 1897 in das Happoldstift.
Neben der schulischen Betreuung von Kindern nutzte man dieses Gebäude gelegentlich auch als Versammlungsraum für verschiedene Organisationen wie u.a. dem „Evangelischen Jungfrauenverein“ (1916 in der Feuerbacher Chronik erwähnt). In den 1930er Jahren fand darin auch der Konfirmandenuntericht statt.
Bis 1933 wurde der Kindergarten vom Feuerbacher Verein für Wohlfahrtspflege geführt, der sich nach der Eingemeindung Feuerbachs nach Stuttgart (1933) am 31.12.1934 auflöste. Die Walderholungsstätte „Heimberg“ ging damit in den Besitz des NS-Amtes für Volkswohlfahrt über, in dessen Verantwortung der Kindergarten ab diesem Zeitpunkt zunächst weiterbetrieben wurde.
Das Gebäude war vor und nach 1933 im Besitz der Altpietistischen Gemeinschaft e.V und dem CVJM (beide 1929 im Adreßbuch Feuerbach erwähnt), welche dem Kindergarten den großen, in zwei Räume geteilten Saal im Erdgeschoss vermietet hatte. Die Ev. Kirchengemeinde erwarb am 1.07.1941 das Gebäude und übernahm auch den Betrieb des Kindergartens. Im Jahre 1942 vermietete die Firma Gebr. Fahrion dem Kindergarten ein angrenzendes Grundstück von 9 ar und 57 qm als Außenspielplatz (Bild 3).
Bei den Bombenangriffen auf Feuerbach am 21.02.1944, am 2.03.1944 und am 28./29.07.1944 erlitt das Gebäude leichte Schäden, welche nicht zur Einstellung des Kindergartenbetriebes führten. Das geschah erst durch die schweren Bombenschäden vom 28.01.1945. Nach notdürftiger Instandsetzung des Gebäudes kehrten die Kinder im April 1945 wieder in ihren Kindergarten zurück.
In den Jahren 1956/57 wurde das Karlsschüle erweitert und baulich verbessert. Der Spielplatz erhielt eine Überdachung (Bild 4).
Das Gebäude (Bild 1) wurde 1980 abgerissen und die frei gewordene Fläche in den Bauplatz des Burgenlandzentrums einbezogen.


Quellen: Adreßbuch Feuerbach 1929, R. Albrecht, Chronik Feuerbach, R. Kallee, K. Müller, Stadtarchiv Stuttgart