Kerschensteinerschule

Steiermärker Straße 72

Bild 1 von 3: Kerschensteinerschule 2012 (Bild: Arendt)Bild 2 von 3: Kerschensteinerschule 2012 (Bild: Arendt)Bild 3 von 3: Kerschensteinerschule 2012 (Bild: Arendt)

Der Namensgeber dieser Schule ist Georg Kerschensteiner (1854-1932), Berufsschulpionier und Begründer der Abendschule.
Der Grundstein für die Errichtung von Gewerbeschulen wurde am 22.07.1906 durch das königlich-württembergische Gesetz „betreffend Gewerbeschule“ gelegt, mit dem die Behörden die Berufsschulpflicht am Werktag eingeführt haben. Es dauerte dann noch drei Jahre, bis im Jahre 1909 die Stadt Feuerbach den ersten hauptamtlichen Gewerbeschullehrer einstellte.
Schwerpunkt der Ausbildung, welche die Sonntags- und Fortbildungsschulen für junge Schulentlassene ablöste, betraf zunächst die in Feuerbach gesuchten Metall- und Holzberufe.

In Stuttgart kam es im Jahre 1936 zu einer Neugliederung der beruflichen Schulen. So musste Feuerbach nach der Zwangseingemeindung 1933 die Metall- und Holzberufsgruppen an andere Schulen abgeben und erhielt 1937 dafür Berufe aus den Bereichen Textil, Leder, Raumausstattung und Chemie zugewiesen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erweiterte die Feuerbacher Gewerbeschule ihr Ausbildungsspektrum mit der Eingliederung der Meisterschule für Schuhmacher/innen und Orthopädieschuhmacher/innen (1948), mit Apothekenhelfer/innen, Orthopädiemechaniker/innen  sowie Bandagisten und Bandagistinnen (1954), und 1955 wurde eine Technikerschule für Chemotechniker/innen eingerichtet.

Im Jahre 1957 verließ die Gewerbeschule die provisorischen Schulräume in der Sartoriusstraße und bezog in der Steiermärker Straße das neue Schulgebäude, welches am 8.Februar 1957 eingeweiht wurde. Hier wurde 1964 auch die gewerbliche Schule für das Damenschneiderhandwerk eingegliedert.
Ab dem Jahr 1965 kam es zur Einführung von Berufskollegs für physikalisch-technische Assistenz (1965), chemisch-technische Assistenz (1967) und pharmazeutisch-technische Assistenz (1969).
Ein weiterer bedeutender Schritt war 1974 die Einführung des Modells 'Naturwissenschaftlich-Technisches Gymnasium' mit der Doppelqualifikation als Abschluss.
Mit der Übernahme des Erweiterungsbaus im Jahre 1982 konnten Raumprobleme gelöst und 1985 die Sanierung und Umgestaltung der Stammgebäude abgeschlossen werden.

Seit 1986 werden partnerschaftliche Beziehungen zu in- und ausländischen Gewerbeschulen aufgenommen, nach Posen (Poznan) 1986 und nach Sachsen und Thüringen (1990).

Die gewerbliche Ausbildung wird weiterhin auf eine breitere Basis gestellt mit der Einrichtung eines einjährigen Berufskollegs für Technik zum Erwerb der Fachhochschulreife  (1984), mit der Einrichtung des Berufskollegs für Umweltschutztechnische Assistentinnen/Assistenten und eines Vorbereitungskurses für die Meisterprüfung im Sattlerhandwerk (1991), mit der Einrichtung der Meisterschule für Industriemeister/innen in der Ver- und Entsorgung, Fachrichtung Abwasser (1994), mit der Einrichtung des Berufskollegs für Mode und Design (1996), mit dem neuen
Zug in Pharmazie mit Doppelqualifikation Abitur und Pharmazeutisch-Technische/r Assistent/in (2011) und mit dem neuen Zug in Umweltschutztechnik mit Doppelqualifikation Abitur und Umweltschutztechnische/r Assistent/in (2013).

Die Kerschensteinerschule ist heute eine öffentlich-technische Gewerbeschule mit Berufsschule, Berufsvorbereitungsjahr, Berufskolleg, naturwissenschaftlich-technischem Gymnasium sowie ein- und zweijähriger Fachschule, die jungen Menschen eine qualifizierte Berufsausbildung bietet. 2009 feierte die Schule ihr 100-jähriges Jubiläum. In dieser Zeit unterrichten 140 Lehrer insgesamt 2200 Schüler.


Quellen: Kerschensteinerschule, J. Kurz