Wirtschaft zum Kupferhammer

Kruppstraße 15

Bild 1 von 8: Der „Kupferhammer“ in der Seestraße 15 (Bild: Archiv Rieker)Bild 2 von 8: Industriebauten an der Stelle, in der einst die Wirtschaft zum Kupferhammer gestanden hat (Bild 2013: Arendt)Bild 3 von 8: Dies ist der Standort des ehemaligen Unternehmens Ziemann (Bild 2013: Arendt)Bild 4 von 8: Lageplan 1913 für einen Anbau (Bild: Stadtarchiv)Bild 5 von 8: Lageplan 1946 (Bild: Stadtarchiv)Bild 6 von 8: Plan für den Wiederaufbau 1945 (Bild: Stadtarchiv)Bild 7 von 8: Kupferhammer um 1965 (Bild: Stadtarchiv) Bild 8 von 8: Kupferhammer vor dem Abbruch (Bild: Stadtarchiv)

Die ehemalige Wirtschaft zum Kupferhammer (Bild 1) in der damaligen Seestraße 15 findet man bereits im „Adreßbuch Feuerbach“ 1904. Gebaut wurde dieses Haus im Jahre 1889 unter der Leitung des Architekten Ludwig Fahrion vom Bierbrauereibesitzer Gottlob Härer (Brauerei Leicht aus Stuttgart-Vaihingen). Der Eigentümer Robert Leicht ließ einen Saal anbauen und 1913 noch eine Ergänzung (Bild: 4). Der Pächter und Wirt des Kupferhammers war in jener Zeit Wilhelm Mauch, der auch im Bürgerausschuss aktiv gewesen ist. Er starb im Jahre 1916 im Alter von etwa 50 Jahren.
Das Gebäude blieb im Besitz der Bierbrauerei Leicht, über lange Jahre hatte danach der Wirt Rupert Seilmeier das Wirtshaus gepachtet.
Bombenangriffe der letzten Tage des Zweiten Weltkrieges zerstörten das Gasthaus, welches der Eigentümer Rupert Seilmeier durch den Architekten Franz Berger 1945/46 wieder aufbauen ließ (Bilder 5-7).
Wegen Baufälligkeit des Gasthauses (Bild 8) erfolgte eine Abbruchverfügung und 1983 der Abbruch des Gebäudes.
An der Stelle, wo diese Gastwirtschaft gestanden hatte, befinden sich heute Industriebauten (Bild 2).

Der Standort dieses Lokals in der Seestraße (seit 1936 Kruppstraße) gehörte zum sogenannten „Unterdorf“, deren Bewohner ebenso zu den Gästen zählten wie auch die Kupferschmiede der 1852 gegründeten Firma A. Ziemann oHg (Bild 4, Seestraße 12-26), einer Maschinenfabrik für Brauereianlagen (Bild 3), die anfangs der 1890er Jahre von Stuttgart nach Feuerbach verlegt wurde.
Der kleine Wirtshaussaal des Kupferhammers wurde sowohl für Familienfeiern als auch für Zusammenkünfte der katholischen Vereine und als Vereinslokal des Geselligkeitsvereins „Echo“ genutzt.

Ein besonderes Ereignis in diesem Gasthaus war im Jahre 1931 der 70. Geburtstag von Frau Auguste Happold, der Ehefrau des Feuerbacher Fabrikanten und Ehrenbürgers August Happold. Der Musikverein Feuerbach spielte ihr zu Ehren ein Ständchen.
Eine wichtige Funktion erfüllte der Kupferhammer als Wahllokal für die Bevölkerung des Unterdorfes.


Quellen: Adreßbücher Feuerbach, K. Müller, Die Stuttgarter Straßennamen, Stadtarchiv Stuttgart