Lutherkirche

St. Pöltener Straße 29

Bild 1 von 11: Lutherkirche 2011 (Bild: Arendt)Bild 2 von 11: Lutherkirche Eingang 2007 (Bild: Küstermann)Bild 3 von 11: Lutherkirche Innenansicht 2012 (Bild: Arendt)Bild 4 von 11: Farbglaskunst von Gisela Sternstein (Bild: Lutherkirche)Bild 5 von 11: Farbglaskunst von Gisela Sternstein (Bild: Lutherkirche)Bild 6 von 11: Alte Lutherkirche Leobener Straße 29 (Bild: Archiv Rieker)Bild 7 von 11: Alte Lutherkirche Leobener Straße 29 (Bild: Archiv Rieker)Bild 8 von 11: Gasthaus Goldener Schlüssel,vor dem Umbau zur Lutherkirche (Bild: Archiv Rieker)Bild 9 von 11: Plan des Pfarrhauses Ludwigstraße (Sankt Pöltener Straße) 65  (Plan: Landeskirchliches Archiv)Bild 10 von 11: Haus Sankt Pöltener Straße 65 anno 2011 (Bild: Arendt)Bild 11 von 11: Leobener Straße 29 anno 2012 (Bild: Arendt)

Ursprünglich war die Lutherkirche als zweite evangelische Kirche geplant, um der durch die Industrialisierung deutlich gewachsenen Gemeinde ausreichende kirchliche Betreuung zuteilwerden zu lassen. Diese Planungen fielen in die schwierigen Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, die Mittel für einen Kirchenneubau waren deshalb nicht ausreichend.
Als Ersatz wurde das Haus Sedanstraße (heute Leobener Straße) 29 der 1886 erbauten Gastwirtschaft „Zum Goldenen Schlüssel“ (Bild 8) von der Kirchengemeinde erworben und 1922/1923 zu einem Gemeindesaal, dem Luthersaal, umgebaut, der aber schon bald Namen und Status Lutherkirche erhielt, wo regelmäßige Gottesdienste abgehalten werden konnten (Bilder 6 und 7). Die Einweihung erfolgte am 15.Februar 1923. Ein Jahr später wurde für den Pfarrer ein Haus in der Ludwigstraße (heute Sankt Pöltener Straße) 65 gebaut (Bilder 9 und 10), welches denkmalgeschützt und  inzwischen Privatbesitz geworden ist.
In den 1970-er Jahren wurde die Diskussion um eine echte Nachfolgekirche eröffnet, bei der sich die Idee Pfarrer Martin Kreusers durchsetzte, auf ein traditionell geplantes, separates Gebäude mit Turm zu verzichten und einen Kirchenraum in einem multifunktionalen Komplex zu schaffen. Kreuser brauchte viel Überzeugungsarbeit, die "Idee einer niederschwelligen Kirche, die mittendrin ist", in die Realität umzusetzen, berichtet der evangelische Pfarrer Harald Küstermann.
Der Baubeschluss für das Grundstück zwischen Burgenland- und Stuttgarter Straße, an dem die evangelische Kirche seit 1928 Anteile hatte, war im Jahre 1979, die Lutherkirche ist nun seit 1983 integraler Bestandteil des Burgenlandzentrums (Bilder 1 bis 3). Die Gemeinde erhielt dadurch ihre lang ersehnten Räumlichkeiten für ihre Gemeindearbeit. Die innenarchitektonische Gestaltung mit Glaskunstfenstern von Gisela Sternstein (Bilder 4 und 5) sowie eine Altargruppe aus Holz nahm Jörn Ehlers vor.
Das alte Lutherkirchen-Gebäude musste danach einer modernen Bebauung zu einem Wohn- und Geschäftshaus weichen (Bild 11).
Die zur Lutherkirche gehörige evangelische Kirchengemeinde hat ihre organisatorische Selbstständigkeit aufgegeben und  ist seit 1. Januar 2005 (wieder) integrierter Teil der Evangelischen Kirchengemeinde Feuerbach.
Aufgrund sinkender Mitgliederzahlen und daraus folgender finanzieller Engpässe hatte im Jahre 2010 der Feuerbacher Ev. Kirchengemeinderat beschlossen, bis spätestens 2017 zwei der vier Kirchenstandorte zu schließen. Nachdem 2011 die Föhrichkirche an die russisch-orthodoxe Kirche vermietet, aber eine Teilnutzung vereinbart werden konnte, hat sich im November 2013 das Behindertenzentrum die Anmietung von 600 qm der Lutherkirche vertraglich gesichert. Hier finden im Rahmen des Konzeptes „Arbeit. Betreuung. Inklusion“ Menschen mit geringem bis hohem Hilfebedarf montags bis freitags tagsüber ihren Mittelpunkt.
Für kirchliche Veranstaltungen bleibt eine Fläche von 100 qm der Kirche erhalten.


Quellen: Chronik, Stadtarchiv, NRS


Mehr Informationen:
www.evangelische-kirche-feuerbach.de