Taglöhner-Haus

Brandgasse 17

Bild 1 von 4: Taglöhnerhaus 2011 (Bild: Arendt)Bild 2 von 4: Taglöhnerhaus 2012 (Bild: Göttl)Bild 3 von 4: Taglöhnerhaus 2013 (Bild: Arendt)Bild 4 von 4: Fachwerk im Taglöhnerhaus 2012 (Bild: Göttl)

Die Bezeichnung Brandgasse, benannt um 1908,  geht auf den großen Brand in Feuerbach am 7. August  im Jahre 1818 zurück, bei dem der als Dichter bekannte Ludwig Uhland im Alter von 13 Jahren beim Löschen half, indem er Wasser für die Spritze im Eimer herbeitrug. 
Zwischenzeitlich (um 1929) hieß diese Gasse auch einmal Brandstraße.
Dieses ehemalige Taglöhnerhaus (Bild 1), ein verputztes Fachwerkhaus, wurde  im Laufe des 18. Jahrhunderts (vermutlich zwischen 1700 und 1750) gebaut und in den Jahren 2012 und 2013 durch Architekt Boris Bulling vollständig saniert (Bilder 2 bis 4). Es verkörpert einen Barockstil und ist denkmalgeschützt. Das Taglöhnerhaus gehört zu den ältesten Gebäuden Feuerbachs.
„Ein Tagelöhner (auch Taglöhner oder Tagner ) ist jemand, der kein festes Arbeitsverhältnis hat, sondern seine Arbeitskraft in der Regel immer wieder bei neuen Arbeitgebern kurzfristig anbieten muss. Der Name kommt daher, dass die Tagelöhner nicht stundenweise, sondern tageweise bezahlt wurden. Sie hatten in der Regel keinen bestimmten Beruf oder konnten keinen Beruf mehr ausüben. Tagelöhner wurden typischerweise im Wege- oder Straßenbau und in anderen Gemeindeprojekten eingesetzt.“
Von Thomas Paul Göttl stammen weitere Details: „Dieses klassische Tropfhaus wurde vermutlich von einem Tagelöhner mit Bruchsteinen, eigentlich Abfall aus den Steinbrüchen, und einer Fachwerkständerkonstruktion erbaut. Es weist die klassische Form auf: teilunterkellert, ehemaliger Gaisenstall und Vorratskeller, Hochparterre mit ehemals zentraler mittig liegender Feuerstelle und vier Räumen, OG mit Speicher und zwei Kammern. Tropfhaus (oder Trüpfhaus, Begriff aus dem  Fränkischen) deshalb, weil es wohl auf einem noch vorhandenen Zwickel (62 m²) auf die Grenze gebaut wurde. Die Grenze eines Tropfhauses war dort, wo das Dachabwasser auf den Boden tropfte. Tropfhäuser entstanden im 19. Jahrhundert als eine Art sozialer Wohnungsbau. Der ‚arme Tropf‘ war in der ursprünglichen Bedeutung der Besitzer eines Tropfhauses“.
Typische Tropf- oder Tagelöhnerhäuser findet man in Feuerbach auch noch im oberen Feuerbacher Weg oder in der Happoldstraße ganz unten.

Das Haus ist mit einer Informationstafel ausgestattet.

Quellen: Liste der Kulturdenkmale, Thomas Paul Göttl, Richard Kallee, Wikipedia, Wiktionary