Villa Zimmermann

Siemensstraße 180

Bild 1 von 3: Villa Zimmermann 2012 (Bild: Arendt)Bild 2 von 3: Türschild Zimmermann (Bild: Arendt)Bild 3 von 3: Gelände zwischen Siemens-, Mauser- und Heilbronner Straße (Bild: Marzahn Verlag)

Diese denkmalgeschützte Villa (Bild 1 und 2) mit einem auffälligen Uhrturm befindet sich bei der MEA-Brücke am Ende der Siemensstraße (bis 1935 Cannstatter Straße) , quasi versteckt in einer Sackgasse (Bild 3). Gebaut wurde sie im Jahre 1925 durch den Architekten M. Kerber, der am Gebäude wenige Zierdetails in antikisierenden Formen schuf. Das Oberlicht besteht aus einer Glas-Eisen-Konstruktion, die Fensterrahmen sind aus Eisen und die Decken aus Eisenbeton.

Im Jahre 1919 wurde das Gelände der 1865 gegründeten und Ende des Ersten Weltkrieges stillgelegten Ziegelei Hofacker & Cie., gelegen an der Ludwigsburger Straße 68-70 (seit 1936 Heilbronner Straße), von der Flaschnerei G. Zimmermann übernommen. Firma Zimmermann verlegte im Jahre 1921  ihre vormals in Stuttgart im Jahre 1892 begonnene Produktion von kittlosen Glasbedachungen nach Feuerbach.
Im Jahre 1924 trat in der vierten Generation Martin Zimmermann als persönlich haftender Gesellschafter ein und baute sich dort, am Rande des Firmengeländes 1925 diese Villa.
Im Jahre 1941 wurde Martin Zimmermann Allein-Inhaber der Firma. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden große Teile des Betriebsgeländes weiter vermietet, so befanden sich dort die Verwaltung der Fabrikantenfamilie Quandt, die Spedition Südkraft, die Großhandlung Erich Roth mit Lagerflächen,
eine Bahlsen-Niederlassung und die mechanische Werkstätte Pregitzer,  außerdem eine Gasolin-Tankstelle, die der ehemalige VfB-Torwart Bögelein betrieb.
Das gesamte Gelände hatte Gleisanschluss an die Feuerbacher Industriebahn.
1960 hat Martin Zimmermann noch ein Passagierschiff - Schwabenland - bauen lassen, das bei der Wilhelma in Bad Cannstatt seinen Liegeplatz hatte und von Stuttgart nach Rotterdam verkehrte. Dazu wurde eine Reederei - G. Zimmermann - gegründet, die in der Rotebühlstraße  57 in Stuttgart ihren Sitz hatte.
Nach Auflösung der Firma fanden in dem großen Grundstück (Bild 3) mehrere Firmen ihren neuen Standort.

Quellen: Liste der Kulturdenkmale „100 Jahre G. Zimmermann“,  Jürgen Hagel , Adressbücher 1913 -1929, „Eine Reise mit der Schwabenland“, K. Müller