Waldheim Heimberg

Feuerbacher Talstraße 120, Heimberg, Gewann 4

Bild 1 von 8: Waldheim 2012 (Bild: Arendt)Bild 2 von 8: Waldheim 2012 (Bild: Arendt)Bild 3 von 8: Kindergarten (Bild: Archiv Rieker)Bild 4 von 8: Kindergarten der Eltern-Kind-Gruppe 2012 (Bild: Arendt)Bild 5 von 8: Liegehalle 1922 (Bild: Archiv Rieker)Bild 6 von 8: Solekurhaus vor dem Zweiten Weltkrieg (Bild: Archiv Rieker)Bild 7 von 8: Spielplatz und Liegehalle (Bild: Archiv Rieker)Bild 8 von 8: Lageplan Waldheim (Plan: Waldheim Heimberg)

Das Waldheim erreicht man über eine Stichstraße, welche von der Feuerbacher-Tal-Straße abgeht (Bild 8). Bis 1938 hieß diese Verbindungsstraße zwischen Feuerbach und Botnang noch Botnanger Straße, zwischen 1938 und 1945 war sie als Ostmarkstraße benannt, und im Jahre 1945 erhielt sie ihren heutigen Namen.

Der am 31.05.1917 gegründete und in Württemberg einzigartige Wohlfahrtspflegeverein, dessen Zweck „Schaffung, Pflege und Unterhaltung von Wohlfahrtseinrichtungen“ gewesen ist, konzentrierte sich besonders auf die durch den Ersten Weltkrieg entstandene Not in der Stadt Feuerbach. In dieser Funktion war er auch auch Träger des  später erbauten Waldheims (Bilder 1, 2 und 6) auf dem Heimberg. 
Es war in seiner positiven Einschätzung der Leistungen in der Stadt Feuerbach begründet, dass der ehemalige Württembergische König Wilhelm II. (25.02.1848-02.10.1921) einen für diesen Zweck geeigneten Platz auf dem Heimberg abtrat, wo 1921 eine Waldliegehalle als Licht- und Luftbad (Bild 3) errichtet werden konnte, welche mit einer Kapazität für 60 Kinder und kranke Personen die Möglichkeit für Sonnenbäder und Liegekuren in frischer Waldluft bot. Herzog Wilhelm betonte in diesem Zusammenhang in einem Schreiben vom 16.08.1921 an den Stadtschutheiß Wilhelm Geiger, dass „er nicht aufhören werde, den wärmsten Anteil an dem Wohlergehen und der Entwicklung Feuerbachs zu nehmen“.

Der städtische Verwaltungsausschuss beschloss im Jahre 1922 als Ergänzung zur Walderholungsstätte die Einrichtung eines Solebades, welches im Mai 1923 „für erholungsbedürftige Erwachsene und Schulkinder beiderlei Geschlechts“ in Betrieb genommen wurde.
Im Jahre 1925 erleichterte der Neubau eines Weges die Zufahrt von der Botnanger Straße. Außerdem wurden Spielplätze (Bild 7) angelegt.
Bis zur Zwangseingemeindung Feuerbachs nach Stuttgart im Jahre 1933 blieb der Träger des Waldheims der Feuerbacher Wohlfahrtstrpflegeverein, welcher danach in  „Verein für Wohlfahrtspflege Stuttgart-Feuerbach e.V.“ umbenannt wurde. Die Auflösung dieses Vereins geschah vermutlich im Jahre 1935.
Seit 1946 hat die Arbeiterwohlfahrt (AWO) das Heimberg-Gelände von der Stadt Stuttgart gemietet und später mit einem  Erbbauvertrag gesichert.
Das AWO-Waldheim Heimberg ist heute für Kinder von 6 bis 13 Jahren geöffnet und mit einem Zubringerbus erreichbar.


Quellen: R. Adam, J. Kurz, K. Müller, „Die Stuttgarter Straßennamen“

www.awo-stuttgart.de