Wiedertäuferhäusle

Lina-Hähnle-Weg (am Feuerbach)

Bild 1 von 3: Standort des ehemaligen Wiedertäuferhäusles am Schnittpunkt der Grundstücke 7128 (=Feuerbacher-Tal-Straße 115), 7139 und 7144 (Karte: Stadtmessungsamt)Bild 2 von 3: Standort des ehemaligen Wiedertäuferhäusles (Bild 2012: Arendt)Bild 3 von 3: Objekttafel am ehemaligen Standort Wiedertäuferhäusle (Bild 2014: Arendt)

Das Wiedertäuferhäusle gehört zur Glaubensgemeinschaft der Baptisten in Feuerbach, deren Anfänge bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückreichen.
Als Baptisten werden die Mitglieder einer evan­ge­lischen Konfessionsfamilie bezeichnet, zu deren besonderen Merkmalen die ausschließliche Praxis der Gläubigentaufe ebenso gehört wie die Beto­nung, dass die Ortsgemeinde für ihr Leben und ihre Lehre selbst verantwortlich ist (Kongregationalismus).
Die ersten Taufen der Feuerbacher Baptisten wurden um 1870 durchgeführt und zunächst im Neckar vollzogen.
Um das Jahr 1910 richtete das Gemeindemitglied Jakob Theurer eine „Taufanlage” mit Umkleidemöglichkeit am Feuerbach im Gewann Schwellwag ein, welche im Volksmund Wiedertäuferhäusle genannt wurde. Dort wurden die Menschen in unmittelbarer Nähe des direkt über dem Feuerbach errichteten, hölzernen  Wiedertäuferhäusles durch Untertauchen getauft. Dieses Häuschen stand dort bis Anfang der 1970er Jahre und wurde im Zusammenhang mit der Bachsanierung sowie wegen Baufälligkeit abgerissen.
Spuren dieses Häuschens sind nicht mehr vorhanden, jedoch findet man dessen ehemaligen Standort an der zum Bach führenden Verlängerung der westlichen Grenze des Grundstücks Feuerbacher-Tal-Straße 115 (s. Bilder 1 und 2).

Es ist noch bekannt, dass das Wiedertäuferhäusle regelmäßig von der Bap­tisten-Gemeinde benutzt wurde. Vorsitzender der Baptisten in Feuerbach war um 1930 der Schreinermeister Theu­rer aus der Stuttgarter Straße 66, der im Hintergebäude auch den Versammlungsraum für die Baptisten eingerichtet hatte.
Seit 1964 finden die Gottesdienste der Feuerbacher Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Baptisten) in der Christuskirche, Rhönstraße 7, statt.

Im Laufe des Jahres 2013 wird der Standort des ehemaligen Wiedertäuferhäusles mit einer Tafel gekennzeichnet.

Quellen: Siegfried Stepper, Karl Müller, EFG, Wikipedia, Zeitzeuge Wilhelm Hanke