Wilhelm-Braun-Sportpark

Triebweg / Am Sportpark 1, 4, 11, 15

Bild 1 von 9: Sportpark mit Hugo-Kunzi-Halle (Bild: Arendt 2014)Bild 2 von 9: Sportpark mit Sicht zum Lemberg (Bild: Arendt 2014)Bild 3 von 9: Sportpark östlicher Teil (Bild: Arendt 2014)Bild 4 von 9: TV-Vereinsheim um 1934, das Emblem DT bedeutet „Deutsche Turnerschaft“, es war die Dachorganisation der bürgerlichen Turnvereine. (Bild: Archiv Rieker)Bild 5 von 9: TB-Vereinsheim um 1931 (Bild: Archiv Rieker)Bild 6 von 9: Föhrich-Gelände vor dem Zweiten Weltkrieg (Bilder: Archiv Rieker)Bild 7 von 9: Leichtathletikwettkämpfe im Föhrich (Bild: Archiv Rieker)Bild 8 von 9: Leichtathletikwettkämpfe im Föhrich (Bild: Archiv Rieker)Bild 9 von 9: Wilhelm-Baun-Sportpark Triebweg/Am Sportpark

Ein Abriss der Sportvereinsgeschichte der beiden wichtigsten Sportvereins-Erstgründungen soll dem Bericht über die Entstehung des Wilhelm-Braun-Sportparks vorangestellt werden.
Die von Friedrich Ludwig Jahn im 19. Jahrhundert ausgelöste Turnbewegung führte auch in Feuerbach zur Gründung eines Turnvereins. Ende Dezember 1882 entstand der Wunsch, „Turnen und Freundschaft zu pflegen“, was bereits am 13. Januar 1883 zur Gründung des ersten Feuerbacher Sportvereins, des Turnvereins Feuerbach 1883, führte. Den bekannten Wundarzt Carl Rendlen (1846-1910), dem 1955 mit einem Straßennamen ein Denkmal gesetzt wurde, hatte die Versammlung zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Ein alter Schuppen diente zunächst als Turnhalle, welche 1887 durch die Turnhalle in der Bachstraße 32 abgelöst wurde.Der 1904 erworbene erste Spielplatz zwischen Wachau- und Steiermärker Straße  wurde 1912 durch den Platz im Gewand „Tannenäcker“ ersetzt. In den ersten Jahren erweiterte sich das Sportangebot mit Fechten und Fußball. Nach der Fusion mit dem 1898 gegründeten Athletiksportverein nutzte ab 1920 der neue Verein den ASV-Sportplatz im Pfostenwäldle. Bedingt durch interne Probleme trennten sich die beiden fusionierten Vereine. Im Januar 1926 wurde der bürgerliche und der „Deutschen Turnerschaft“ angeschlossene TV neu gegründet, der im Mai 1931 sein neues Vereinsheim in der Weilimdorfer Straße 155 (Bild 4) einweihte. Die durch diesen Bau entstandene Schuldenlast führte dazu, dass im Jahre 1933 der TV seinen Besitz an die Stadt Feuerbach verkaufen musste. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auf diesem Gelände Sozialwohnungen gebaut. Später wurden im Vereinsheim eine Sonderschule und ein Kindergarten eingerichtet. Inzwischen hat man das Gebäude abgerissen und 2013 durch den Bau einer Kindertagesstätte ersetzt.
Der bürgerliche TV wurde im Jahre 1898 mit dem als Arbeiter-Sportverein gegründeten und dem Arbeiter-Turn- und Sportbund (ATUS) angeschlossene Turnerbund Feuerbach ergänzt. Beide Turnvereine waren in verschiedenen Verbänden organisiert. Der TB kaufte 1909  im Feuerbacher Tal ein Gelände zur Einrichtung eines Sportplatzes und baute 1930 ein Vereinsheim mit Festsaal und Kegelbahn (Bild 5). Im Jahre 1933 lösten die Nationalsozialisten den Verein TB Feuerbach auf.

Nachdem mit dem Einmarsch der Alliierten in Stuttgart im April 1945 und der folgenden Kapitulation alle Verbände und Vereine aufgelöst wurden, trafen sich noch im selben Jahr die Vertreter der ehemaligen Feuerbacher Sportvereine mit dem Ziel „Neuaufbau der Sportbewegung“ im Stadtbezirk. Karl Trost, der ehemalige Vorsitzende des TB Feuerbach, hatte dazu eingeladen. Um das Ziel zu erreichen, forderte er den Zusammenschluss aller ehemaliger Feuerbacher (Sport-) Vereine zu einem Großverein. Am 30. November 1946 wurde in der Turn- und Festhalle die Gründung dieses Großvereins Sportvereinigung Feuerbach (seit 1979 Sportvg Feuerbach  1883 e.V.) beschlossen. Zum Ersten Vorsitzenden wurde Wilhelm Braun (1897-1973) gewählt, der dieses Amt bis 1971 innehatte.  Folgende Vereine gingen in diesem neuen Verein auf:
Turnverein 1883, Turnerbund 1898, Sportverein 1898 (anno 1919 durch Fusion des FC Viktoria 1898 und des FC Germania 1905 entstanden), Radfahrverein „Pfeil“ 1899, Arbeiterradfahrerverein „Frisch Auf“, Tennisverein 1921 sowie die Skizunft 1923.
Wilhelm Brauns Appell führte dazu, dass durch Spenden der lokalen Industrie und aktive Mitwirkung der Vereinsmitglieder ein Großteil der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Sportanlagen bald wieder zur Verfügung stand (Bilder 7 und 8). Der wenig beschädigte ehemalige TB-Platz wurde 1946 wieder hergerichtet diente als Fußballplatz, die Jugendlichen spielten im Föhrich.
Es kam auch zu Abspaltungen: ehemalige Mitglieder der Sportvereinigung gründeten 1960 den Verein FC Feuerbach und 1975 den Verein Turnen und Freizeit Feuerbach (TFF).
Im Laufe der Zeit wurde das Angebot an verschiedenen Sportarten erheblich erweitert und die Sportanlagen im Föhrich wurden ausgebaut. So entstanden neben dem Bowling- und Keglerzentrum im Jahre 1970/71 ein Leichtathletik-Stadion sowie die Vereinsheime der TFF und des FC.
Das Sportgelände am Triebweg wurde 1975 an die Stadt Stuttgart verkauft.
Eine wichtige Ergänzung der Sportanlagen war 1978 die Errichtung der neuen Hugo-Kunzi-Sporthalle.
Die Stadtverwaltung gewährte 1985 der Sportvereinigung einen Zuschuss für den Bau eines Betriebs- und Funktionsgebäudes.
Zu Ehren der Feuerbacher Sportpioniers Gründer der Sportvereinigung wurde im Jahre 1987 das Föhrich-Sportgelände in „Wilhelm-Braun-Sportpark“ umbenannt (Bilder 1 bis 3 und 9).
Als Ersatz des 1989 durch Brand vernichteten Freizeitheims wurden von der Sportvereinigung eine neue Geschäftsstelle sowie ein vereinseigenes Freizeit- und Fitnesszentrum Vitadrom gebaut. Das Vereinsheim des „Mehrspartenvereins“ TFF (Am Sportpark 15) entstand im Jahre 1998.


Quellen: R. Adam, Chronik Feuerbach, G. Dannemann, K. Lebherz, M. Most, K. Müller