Thomas in DC

Ein Freiwilliges Soziales Jahr im Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Der Journalist und NG-Absolvent Thomas SiurkusDC

Studieren, Ausbildung anfangen, arbeiten – nach dem Abitur stehen den Schulabgängern einige Möglichkeiten offen. Viele setzen die Zeit an der Schule nahtlos mit einem Studium an der Universität fort. Doch wie wäre es, nach dem Abitur etwas anderes zu machen?

 

Nicht direkt mit dem Studium und der Ausbildung anzufangen, sondern etwas zu machen, das der Gesellschafft nutzt. Ein FSJ, ein Freiwilliges Soziales Jahr zum Beispiel. Ein Jahr lang etwas für die Gesellschaft tun, seinen Horizont erweitern, Lebenserfahrungen sammeln.

Im Juni endet für mich die Schulzeit. Mit dem Abitur in der Tasche mache ich ab September ein Freiwilliges Soziales Jahr. Nicht im Altenheim um die Ecke, sondern in Washington DC, bei einer jüdischen Zeitung. Ich werde ein Jahr lang in der politischen Bildung arbeiten. Das Moment Magazin, bei welchem ich arbeiten werde, wurde vom Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel im Jahr 1975 gegründet. Es legt seinen Fokus auf jüdische Themen und versucht mit seinen zahlreichen Publikationen und Veranstaltungen, Vorurteile aufzudecken und Antisemitismus zu bekämpfen. Diese Arbeit darf ich nun ein Jahr lang unterstützen.

Der Weg zu meinem FSJ nach Washington DC war lang und sehr interessant. Er begann Ende Oktober, als ich mich bei meiner Entsendeorganisation Aktion Sühnezeichen Friedensdienste beworben habe. Der Verein wurde 1958 auf der Synode der evangelischen Kirche in Deutschland gegründet und sendet jedes Jahr über 180 Freiwillige in 13 Länder. ASF schickt Freiwillige in Länder, welche vom Nationalsozialismus sehr stark betroffen waren. Dazu gehören die Länder Osteuropas, so wie Frankreich. Doch auch Großbritannien und die USA sind Einsatzländer von ASF. Vor allem in Israel arbeiten sehr viele Freiwillige. In Altenheimen, Gedenkstätten und  Archiven helfen sie tatkräftig mit. Und das schon seit 1961. Noch bevor diplomatische Beziehungen zwischen Israel und Deutschland aufgebaut waren, halfen Freiwillige des Vereins im Land. Nach dem Leitsatz: „Mit unseren Händen etwas Gutes tun“ halfen die Freiwilligen damals eher handwerklich. Sie bauten Häuser, arbeiteten in der Landwirtschaft und halfen in den Gemeinden. Die Arbeitsfelder haben sich über die Jahrzehnte sehr verändert. Heute engagiert sich der Verein in der Altenarbeit, der Arbeit mit behinderten und sozial benachteiligten Menschen und vor allem in der politischen und historischen Bildung. ASF will den aktuellen Formen von Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung von Minderheiten entgegentreten.

Da ein Internationaler Jugendfreiwilligendienst sehr beliebt ist, musste ich ein Auswahlverfahren durchlaufen. Nach einer schriftlichen Bewerbung Ende Oktober folgte ein dreitägiges Auswahlseminar im Januar, in der Nähe von Berlin. Auf diesem muss ich mich wacker geschlagen haben, denn im März bekam ich eine Zusage für einen Friedensdienst in den USA, in Washington DC.

Ab September werde ich ein Jahr lang in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Amerika arbeiten und leben.

Über meine Arbeit und mein Leben in den USA werde ich auf meinem Blog berichten und natürlich auch in der nächsten Schülerzeitung einen „Bericht aus Washington“ schreiben.

Bis dahin!

Thomas Siurkus

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