Für viele Allergiker, die die chemische Keule der Pharmaindustrie leid sind, spielen alternative Heilmethoden eine immer wichtigere Rolle - sind diese doch sanft und beweisen durch ihre Erfolge auch dem letzten Zweifler dennoch ihre Durchschlagskraft.
Im zweiten Teil unserer Reihe "Kehrseite des Frühlings: Allergien" stellen wir Ihnen hier zusammen mit dem Institut für traditionelle chinesische Medizin im Haus der Gesundheit,
Zong Yi,
eine dieser sanften, ganzheitlichen und sehr erfolgreichen Methoden zur Allergiebehandlung vor: Die Akupunktur und die Traditionelle chinesische Medizin (TCM).
Kleine allgemeine Einleitung: Was ist eine Allergie eigentlich überhaupt?
Der Ausdruck Allergie ist definiert als eine "spezifische Änderung der Immunitätslage im Sinne einer krankmachenden Überempfindlichkeit". Ein normal reagierendes Immunsystem bekämpft Eindringlinge wie z.B. Viren, Bakterien, Pilze aber auch andere körperfremde Stoffe in den meisten Fällen ohne dass es zum Krankheitsausbruch kommt. Als harmlos erkannte Stoffe werden vom Immunsystem fast völlig ignoriert. Ein übereifriges Immunsystem dagegen antwortet aber manchmal auf solche an sich harmlosen Substanzen wie z.B. Pollen unangemessen heftig - mit einer so genannten allergischen Reaktion. Man kann das auch mit dem Begriff "Friendly Fire" vergleichen - dem versehentlichen Angriff von eigenen Soldaten.
Allergien äußern sich meist in folgenden Symptomen: Triefende Nasen (Heuschnupfen), tränende und juckende Augen (Bindehautentzündung), juckender Hautausschlag (Hautallergie), Asthmaanfälle (Asthma) oder seltener Magen-Darm-Beschwerden mit Erbrechen, Durchfall, Blähungen und Magenschmerzen, sowie Kreislaufzusammenbruch. Dabei kann die gleiche Substanz bei einer Person einen Hautausschlag hervorrufen, bei einer anderen zu Asthma führen, während eine dritte Person überhaupt keine allergischen Reaktionen auf diese Substanz zeigt.
Inner-lichkeiten
Allergien auslösende Stoffe, so genannte "Allergene", gibt es viele. Sie dringen auf verschiedene Wege in den Körper ein und verursachen die Allergie. Bei den meisten Allergenen handelt es sich um Eiweißsubstanzen tierischer oder pflanzlicher Herkunft, beispielsweise von Blütenpollen, Milben und Schimmelpilzen. Aber auch Nahrungsmittel, Metalle (z.B. Nickel, Kupfer) und sogar Sonnenlicht können für manchen Allergiker zum Feind werden. Über 90 % aller Allergiker reagieren auf die klassischen Allergene, die man nach folgenden Gruppen sortieren kann:
Allergene, die eingeatmet werden wie z.B. Pollen oder Ausscheidungen von Hausstaubmiben. Allergene, die auf die Haut einwirken wie z.B. Metalle, Chemikalien oder Tierhaare. Allergene, die über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden wie z.B. Milchprodukte oder Obst. Allergene, die direkt in die Blutbahn gelangen wie z.B. Medikamente oder Insektengifte.
Die Heilkraft der Traditionellen Chinesischen Medizin
Die TCM versteht den Körper als ein zusammenhängendes System, das sich in Harmonie und im Gleichgewicht befinden sollte. Vor allem bei chronischen Erkrankungen, die auf Stress und ungesunde Lebensweise zurückzuführen sind – und dazu gehören auch Allergien - werden mit den uralten Rezepten große Erfolge erzielt. Fernöstliche Ärzte definieren den Zustand des Glücks als absolute Harmonie zwischen Mensch und Natur. Gesund ist man dann, wenn die inneren Energien ausbalanciert sind.
Allergien ausstechen durch Akupunktur
Die Akupunktur geht zurück auf einen rund 4000 Jahre alten Erfahrungsschatz chinesischer Ärzte und Heiler. Erstmalig wurden in dem berühmten Buch "Huan di nei Jing" (etwa 300 v. Chr.) diese alten Weisheiten dokumentiert. Heute bereichert die Akupunktur die Heilungsmöglichkeiten auch der westlichen Medizin. Seit 1979 empfehlen Experten der WHO die Akupunkturtherapie offiziell bei mehr als 40 Krankheiten. In der Schmerztherapie und bei diversen chronischen Erkrankungen ist die Akupunktur mittlerweile unverzichtbar geworden - dazu gehört auch ihr Einsatz bei Allergien wie Heuschnupfen.
In der TCM kennt man das Problem der Allergien seit vielen Jahrtausenden und hat verschiedene Konzepte entwickelt, um es grundlegend zu lösen. Die Methode der Akupunktur hat durch ihre immunregulierende Wirkung bei akuten Allergien eine hervorragende Regulationsfähigkeit. Durch die gleichzeitige beruhigende Wirkung auf das Nervensystem verschwinden auch Stressfaktoren. Besonders Juckreiz und Augenentzündungen lassen sich gut behandeln. Die Akupunktur hat inzwischen einen festen Platz in den naturheilkundlichen Allergietherapien auch bei uns im Westen gefunden. Je nach Symptomen werden verschiedene Punkte, die alle im Verlauf so genannter Meridiane liegen, mit Nadeln aus Stahl, Silber oder Gold gestochen. Im Gegensatz zu anderen alternativen Behandlungsmethoden erhebt die Akupunktur jedoch nicht den Anspruch, die Allergie völlig zu heilen.
Akupunktur wird vor allem zur Linderung der Beschwerden und zur Senkung des Medikamentenverbrauchs eingesetzt. Eine Kombination mit schulmedizinischen oder anderen alternativen Verfahren ist möglich. Studien konnten die große Wirksamkeit der Akupunktur inzwischen belegen. So wurde dies beispielsweise bei Versuchen deutlich, bei denen bei einem Teil der Patienten die richtigen Punkte gestochen wurden, während bei anderen Patienten die Nadeln wahllos gesetzt wurden. Eine gute Wirksamkeit konnte anschließend bei denen nachgewiesen werden, wo die richtigen Akupunkturpunkte gestochen wurde, während bei den anderen Patienten sich die Beschwerden kaum besserten.
Den "Wind vertreiben": Akupunktur und Heuschnupfen
Jeder fünfte Bundesbürger ist zeitweilig von der "allergischen Rhinitis" - wie der Heuschnupfen medizinisch betitelt wird, betroffen. In den Apotheken gibt es unzählige Tabletten, Tropfen und Sprays dagegen. Die meisten von ihnen wirken nur kurzfristig und viele haben unerwünschte Nebenwirkungen.
Die TCM nennt den Heuschnupfen "Bi Yuan", was übersetzt etwa "Nasenteich" heißt und auf gestörte Flüssigkeitsabsonderung der Nasenschleimhaut hindeutet. Dabei unterscheidet die TCM fünf klimatische Faktoren, die krank machen können: Wind, Hitze, Feuchtigkeit, Trockenheit und Kälte. Dabei ist nicht nur das Wetter selbst gemeint, sondern es werden mit diesen Begriffen auch innere Krankheitssymptome beschrieben. Beim Heuschnupfen ist es z.B. die Kombination von "Wind – Hitze" oder "Wind- Kälte", die krank macht. Zum Therapiekonzept der sanften Medizin aus Fernost gehört es deshalb, den "Wind" zu vertreiben. Das gelingt dem Akupunkturarzt, indem er die Abwehrfunktion der Lunge stärkt. Dazu muss er den Fluss der Lebensenergie Qi (sprich: "Tschi") regulieren. Er setzt Nadeln an immunaktivierende Punkte ein, etwa am Schlüsselbein, am Oberarm, am Handgelenk und am Daumen. Meist wird nach etwa acht Behandlungen eine langfristige Besserung des Heuschnupfens erreicht. Mehr Erfolg verspricht eine zusätzliche Ohrakupunktur, die eine zusätzliche immunaktivierende Wirkung hat.
Weitere Therapiemethoden der TCM bei Allergien:
Chinesische Diätetik:
Ein weiteres Hauptaugenmerk wird auf die chinesische Diätetik gelegt. Nahrungsmittelzusammensetzung und allergische Empfindsamkeit stehen in engem Zusammenhang. Nahrungsmittel (Milchprodukte, Schokolade, Alkohol) können Allergien jedoch nicht nur verstärken, sondern auch lindern: Chinesische Diätberater erstellen deshalb für jeden Patienten eine individuelle Nahrungsmittelrichtlinie.
Chinesische Kräutermedizin:
Mit Hilfe der chinesischen Phytotherapie wird die Allergie an der Wurzel behandelt und so das Auftreten langfristig reduziert. Chinesische Arzneimittel werden als Kräutermischungen angewandt. Die Anwendung ist über viele Jahrtausende erprobt, dadurch gibt es auch kaum Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekte.
Als besonderen Service haben wir hier für Sie einen
Pollenflugkalender als PDF zum herunterladen
bereitgestellt.
ZONG YI Institut für Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin
Stuttgarter Straße 33 Telefon 07 11/ 8 60 63 15 Telefax 07 11/ 8 60 64 18
Portrait
Im bald folgenden 2. Teil unsrer Reihe "Kehrseite des Frühlings: Allergien" berichten wir in Zusammenarbeit mit Betten Hanna über Allergien und Heuschnupfen in Bezug auf das Thema Schlaf.
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