Der Künstlerin Petra Sybille App wurde am 07. Juli 2009 eine weitere Ehre zuteil: Nach einer Präsentation von Werken der Feuerbacherin und zwei ihrer Künstlerkolleginnen hat das Oberlandesgericht ihr Werk "Mikado" für die Dekoration des neu gestalteten 5. Stockwerks ausgesucht.
Beschreibung von "Mikado":
Von dem Verbindungsnetzwerk kam für mich noch die spielerische, aber nicht weniger inhaltsrelevante, Variante zum Tragen, ohne die keine Gesellschaft funktioniert: „Mikado“. Dabei handelt es sich um ein Stäbchen-Abhebespiel, das Ruhe, Geschicklichkeit und Konzentration erfordert. Die 41 Stäbchen sind mit 5 unterschiedlichen Bewertungen farblich gekennzeichnet und müssen mit dem Druck des Fingers oder mit Hilfe eines anderen Stäbchens aufgenommen werden, ohne die anderen Stäbchen zu bewegen.
Die Mikadostäbe erhalten durch die Farbgebung (alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich) einen Stellenwert bzw. eine Bewertung.
Mikado-Effekt
Als Mikado-Effekt gilt zunächst eine ursprünglich dem deutschen Beamtenjargon entlehnte Bezeichnung für die Haltung zweier Dienststellen bzw. Parteien, jede Initiative gegenüber der anderen zu vermeiden, weil ihr dann unabänderlich Arbeitsaufgaben, Leistungen, Kosten, Probleme oder Konflikte entstehen könnten. Die Metapher ist vom Mikado-Spiel abgeleitet und kann umgangssprachlich auch als „wer sich rührt, hat verloren“ ausgedrückt werden. Im sozialwissenschaftlichen Bereich und speziell bei auf sinnhaftes Handeln, Dulden und Unterlassen bezogener Soziologie und Sozialpsychologie erfährt dieser Effekt über beamten-, organisationsund politiksoziologische Beispiele hinaus eine weitere allgemeine Bedeutung: wird der Mikado- Effekt handlungsleitend, verweist er auf wirksame - auch wechselseitige - Handlungsblockaden von Akteuren und Akteursgruppen, deren soziales Handeln im scheinbaren Paradox des über Abwarten vermittelten Zaudern als Nichthandeln besteht und schließlich bei entsprechender Verfestigung oder Habitualisierung einen Zaunkönigs-Effekt konstituieren kann.
Operette in zwei Akten von Gilbert & Sullivan (Der Mikado, 1880)
Eine Liebesgeschichte dient als Rahmenhandlung, die Operette lebt von zahlreichen satirischen Elementen. Die Operette spielt um 1450 in Titipu in Japan, wo der Kaiser, der damals den Titel Mikado führte das Flirten bei Todesstrafe verboten hat. Dieses Gesetz forderte so viele Opfer, dass sich die Obersten der Stadt entschließen, den nächsten, der hingerichtet werden solle, zum Oberhofscharfrichter zu machen. Weil die genaue Reihenfolge der Todesurteile eingehalten werden muss, ist sichergestellt, dass es keine weitere Hinrichtung geben kann, bevor sich dieser nicht selbst enthauptet hat. Somit vereint ein Beamter fast alle Staatsämter auf sich, ein Scharfrichter muss sich selbst enthaupten und ein Herrscher versteckt seine Lust an Gewalt in drakonischen Strafen.
"Man entkommt dem Tribunal, indem man es wird." (Ode Marquard)
Mehr dazu auch hier:
http://www.kunstundkeramik.com/p1/oberlandesgerichtwand.html
Petra Sibylle App
Portrait
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