Die Jugendlichen des UNESCO Welt-Jugend-Festivals haben eine 'Stuttgarter Erklärung' zum Klimaschutz erarbeitet. Im englischen Original trägt sie den Titel: 'A Wake-Up for Climate Protection. Stuttgart Declaration. A wake-up-call from the youth, fort he youth, to the world's decision makers'.
Die Botschaft der Jugendlichen wird heute Nachmittag (Freitag, 17.07., 16.30 Uhr) im Stuttgarter Rathaus an Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster, den Vorstandsvorsitzenden der EnBW Regional AG, Dr. Wolfgang Bruder, den Rektor der Uni Stuttgart, Prof. Dr. Wolfram Ressel, den Leiter föderale und kommunale Projekte der Daimler AG, Dr. Lothar Ulsamer, sowie den Abteilungsleiter für Grundsatz, Nachhaltigkeit und Klimaschutz im baden-württembergischen Umweltministerium, Martin Eggstein, sowie an Politiker aus Bund, Land und Stadt überreicht.
Die "Stuttgarter Erklärung zum Klimaschutz" enthält zwei grundlegende Botschaften: Zum einen geht es darum, was sich die Jugendlichen von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Energie- und Klimaschutz erhoffen. Daneben verpflichten sich die Jugendlichen mit der Erklärung selbst, im täglichen Leben gegen den Klimawandel vorzugehen.
"Ich bin beeindruckt, mit welcher Ernsthaftigkeit die vielen Gespräche in den vergangenen Tagen über den nachhaltigen Umgang mit Energie, natürliche Ressourcen und das Klima geführt worden sind", so OB Schuster. „Es ist deutlich geworden: In jedem Land wird der Klimaschutz unterschiedlich vorangetrieben. Dennoch kann jeder einzelne Mensch etwas dazu beitragen, dass Ressourcen bewusster verwendet werden. Die ‚Stuttgarter Erklärung zum Klimaschutz’ ist somit ein Appell an jeden Einzelnen, aber auch ein wichtiger Weckruf an die ganze Welt. Wir wollen sie daher in die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember einbringen.“
Als Vorbereitung für die Erklärung hatten die Gäste die Aufgabe erhalten, zu recherchieren, wie ihr eigener Energieverbrauch aussieht: Wie viel Energie verbrauche ich wofür? Wodurch schädige ich die Umwelt? In einem zweiten Schritt sollten die Teilnehmer in einem größeren Maßstab denken und die Energieversorgung und den Energieverbrauch ihres Landes analysieren. Woher kommt die Energie, die in meinem Land verbraucht wird? Wie lange reicht diese Energie noch? Welche Klimaveränderungen sind für mein Land zu erwarten?
Be the change you want to see!
Die `Stuttgarter Erklärung zum Klimaschutz’ enthält auf zwei Seiten zusammengefasst die Forderungen und Wünsche der Jugendlichen. Ein Team aus Jugendlichen, Experten der Uni Stuttgart sowie dem Amt für Umweltschutz hat hierzu die Ergebnisse der einzelnen Workshops zusammengefasst.
Eine der wesentlichen Thesen im Papier lautet: Wir sehen, dass der Wandel bei jedem selbst beginnen muss – Be the change you want to see! Ein Satz, der nicht nur in der Erklärung enthalten ist, sondern auch beim Zusammensitzen der Jugendlichen im Stuttgarter Jugendhaus in den vergangenen Tagen immer wieder angestimmt wurde.
Eine nachhaltige Entwicklung kann nur erreicht werden, wenn jeder Einzelne schnell und entschlossen handele. Daher wurde zusammengetragen, wie der eigene Energieverbrauch ohne größere Einschränkungen im täglichen Leben um 15 Prozent reduziert werden kann. Mit der `Stuttgarter Erklärung zum Klimaschutz’ verpflichten sich die Jugendlichen, selbst aktiv zu werden, zum Beispiel nur die Energie zu verwenden, die wirklich benötigt wird: Stecker ziehen, kein Stand-by oder auch künftig Räume nur moderat zu heizen oder zu kühlen sowie Wasser bewusster zu verwenden. Statt das Auto allein und übermäßig zu nutzen verpflichten sich die Jugendlichen, auf umweltfreundliche Mobilität umzusteigen. Außerdem wollen sie aktiv werden und sich selbst und andere darüber informieren, wie die Umwelt geschont werden kann. Neben ihrem eigenen Part fordern die Jugendlichen aber auch verbindliche internationale Regeln. Auch soll die Politik helfen, Umwelterziehung zu einem wichtigen Bestandteil der Lehrpläne zu machen. Die Gäste aus aller Welt fordern mehr Geld und Unterstützung für die Umweltforschung sowie die Förderung von umweltfreundlicher Produktion und die Bestrafung schädlichen Verhaltens.
Unternehmen, die sich für die Umwelt einsetzen, sollen belohnt werden. Dabei könnte, so die Botschaft, ein Bewertungssystem helfen. Von Unternehmen fordert das junge Gremium, Ressourcen einzusparen, also etwa Müll zu vermeiden und erneuerbare Energien zu nutzen. Alle sollen sich die umweltfreundlichen Produkte der Unternehmen leisten können.
Die Stuttgarter Erklärung zum Klimaschutz richtet sich auch an die Wissenschaft: Hier wünschen sich die Jugendlichen eine verstärkte Kommunikation und einen besseren Austausch mit der Öffentlichkeit sowie eine Optimierung bestehender Technologien.
Die Stuttgarter Erklärung endet mit den Worten: „Nur eine gemeinsame Anstrengung aller Menschen wird vermeiden können, dass wir durch den Klimawandel die menschliche Zivilisation gefährden. Die Zukunft der Welt liegt in unserer Hand. Deshalb müssen wir die Umwelt schützen. Deshalb müssen wir die Verantwortung übernehmen. Und deshalb müssen wir jetzt aufwachen und handeln.“
OB Schuster wird die Stuttgarter Erklärung auf Bundes- und EU-Ebene einbringen sowie an die UNESCO weiterleiten. Zudem wird er die Deklaration für die bevorstehende UN-Klimakonferenz an den UN-Generalsekretär Ban Ki-moon senden. Die Klimakonferenz findet im Dezember 2009 in Kopenhagen statt. Jeder Jugendliche wird die Stuttgarter Erklärung auch mit nach Hause nehmen und diese in seinem Umfeld verbreiten.
„Alles Leben ist Begegnung - Jugend im Dialog der Kulturen“
Rund 500 Jugendliche sind derzeit als Teilnehmer des weltweit einzigartigen UNESCO Welt-Jugend-Festivals zu Gast in Stuttgart - unter anderem bei einem grossen gemeinsamen Sporttag im Wilhelm-Braun-Sportpark in Feuerbach (wir berichteten). Neben Sport, Kultur und Freizeit stand der zweitägige Kongress „Energie und Klima“ im Mittelpunkt der Festivalwoche. Unter fachkundiger Moderation von Experten haben die jungen Gäste in diesem Rahmen die „Stuttgarter Erklärung zum Klimaschutz“ erarbeitet.
Als Teilnehmer des UNESCO Welt-Jugend-Festivals Stuttgart 2009 erleben und gestalten die 17- bis 22-Jährigen aus 46 Nationen eine Woche des interkulturellen Austausches. Die Veranstaltung steht unter dem Motto: „Alles Leben ist Begegnung – Jugend im Dialog der Kulturen“ und geht auf die Initiative von OB Schuster zurück.
„Das zweite UNESCO Welt-Jugend-Festival ist ein voller Erfolg“, so Dr. Susanne Eisenmann, Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Sport. „Die Jugendlichen haben in den vergangenen Tagen über die Grenzen hinweg neue Freunde gefunden und kulturelle Vielfalt gelebt, ungeachtet aller politischen Situationen zwischen ihren Heimatländern.“
Das Gros der Jugendlichen ist in Gastfamilien untergebracht. Auf diese Weise können beide Seiten, Gäste und Gastgeber, vom Austausch profitieren, miteinander ins Gespräch kommen und Freundschaften knüpfen.
Auf dem Festivalprogramm standen außer dem zweitägigen Energie- und Klimakongress auch Sportwettkämpfe und ein Workshop, durch den die Jugendlichen die Vielfalt von Kulturen kennen lernen konnten. Morgen endet das Festival mit einem großen Fest im Eissport-Zentrum Waldau. In zwei Jahren soll das nächste UNESCO Welt-Jugend-Festival in Stuttgart stattfinden.
Damit die Jugendlichen auch nach dem Kongress in Kontakt bleiben, bietet das Internet-Portal www.mondialogo.org eine zentrale Kommunikationsplattform.
Das Welt-Jugend-Festival steht unter der Schirmherrschaft der UNESCO. Es wird von der Landeshauptstadt Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Jugendhaus gGmbH veranstaltet und organisiert.
Hier gibt's die 'Stuttgarter Erklärung' als pdf zum downloaden!
Weitere Infos:
www.unescofestival.com
www.stuttgart.de
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