Galaktisch guter Ferientipp:
Planetarium mit neuem Kino und Kinderprogramm!
(Nicht nur) kleinen Astronomen, die das grosse Weltall in seinen Bann zieht und die Kopernikus, Newton und Co. nacheifern wollen, bietet das Stuttgarter Planetarium rechtzeitig zu den Sommerferien ein paar neue wahrhaft himmlische Highlights!Neues Kuppelkino im Planetarium soll zusätzliche Besucher anziehen
Mit dem Programm „Augen im All – Vorstoß ins unsichtbare Universum“ berichtet das Planetarium Stuttgart über die neuesten Wissenschaftssatelliten der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. Gleichermaßen unterhaltsam und informativ wird moderne Forschung mit packenden Computeranimationen erläutert. So kann man den Start der riesigen Ariane-Rakete hautnah mitverfolgen und durch die Kuppel einer Großsternwarte schweben. Zum Schluss landen die Zuschauer auf dem Mars und erleben, wie ein fahrender Roboter nach Lebensspuren sucht. Die neue Schau ist freitags um 16.30 Uhr und sonntags um 15 Uhr zu sehen. Wenn die Nachfrage steigt, sollen weitere Termine angeboten werden.
Im Anschluss an die öffentliche Premiere am Freitag, 31. Juli, um 16.30 Uhr gibt Dr. Thorsten Böker vom Weltraum-Technologiezentrum der ESA einen Überblick von den neuen Forschungssatelliten der ESA und deren Bedeutung für die Beantwortung wichtiger Fragen nach dem Ursprung des Universums. Nach den Ferien bietet das Planetarium ein eigens konzipiertes Lehrerbegleitmaterial an, damit diese die Themen auch für den Unterricht aufbereiten können.
Die Produktion des Films, dessen Gesamtkosten bei weit über 200 000 Euro liegen, konnte nur verwirklicht werden, indem zahlreiche deutschsprachige Planetarien mit der ESA eine Arbeitsgemeinschaft gründeten und jede Einrichtung etwas Geld und Arbeitsleistung einbrachte. Den Löwenanteil der Produktionskosten übernahm die ESA.
„Augen im All“ kann in zweifacher Weise in einem Planetarium gezeigt werden. Entweder in der „klassischen“ Form mit Dias oder als großes Kuppelkino. In Stuttgart wird die digitale Fassung gezeigt. Hierzu wurde im Planetarium ein Projektionssystem für Videos installiert, mit dem sich Filme zeigen lassen, welche die gesamte Kuppelfläche ausfüllen. Dieses innovative Projektionsverfahren lässt „IMAX-artige Gefühle“ aufkommen und deutet an, welche Entwicklungen in den nächsten Jahren anstehen.
Komplizierte Technik für große Datenmengen
Bislang erfolgt die Projektion von kuppelfüllenden Szenen im Planetarium mit Dias – aber diese Technik stirbt aus. „Wir mussten eine Übergangslösung finden“, meint Planetariumsdirektor Dr. Uwe Lemmer, „bis wir Geld für eine generelle Digitalisierung der Kuppel bekommen.“ Die Rettung kam durch den Tübinger Astrophysik-Professor Hanns Ruder, dessen Spezialfirma Color Physics ein kostengünstiges Projektionsverfahren entwickelte, mit dem sich großformatige Videobilder an die Kuppel werfen lassen.
Dabei werden neun handelsübliche Videoprojektoren von je einem PC versorgt. Jeder dieser Rechner wird von einem zentralen Steuercomputer synchronisiert und generiert das Teilbild einer Szene. Dabei sind erhebliche Datenmengen zu verarbeiten. Wie beim normalen Film laufen pro Sekunde 25 Bilder ab, wobei jedes Einzelbild aus 16 Millionen Bildpunkten (Pixel) besteht. Verteilt auf neun zusammenhängende Bildfelder wird der Eindruck eines einzigen Films erweckt, der die gesamte Kuppel füllt. Für eine Spielzeit von 45 Minuten kommt somit ein Terabyte an Daten zusammen. Die Technik ist alles andere als einfach, sodass Softwareentwicklung und Justage der neun Bildfelder, in die ein kuppelfüllendes Bild zerlegt wird, viel Zeit in Anspruch nahmen.
Zukunftsweisend
Das Planetarium deutet mit diesem ersten Schritt in die digitale Welt der Kuppelprojektion einen Bruchteil dessen an, was später im Mobilitäts-Erlebniszentrum mit einer technischen Ausstattung realisiert werden könnte, wie sie in Hamburg, Jena oder demnächst Bochum bereits zur Verfügung steht. „Dann können wir von einer immensen Datenbank, in der alle Bilder vom Universum räumlich gespeichert sind, spektakuläre Einblicke abrufen und virtuelle Reisen zu fernen Planeten und in andere Galaxien vornehmen,“ schwärmt Lemmer, „Das Mobilitätserlebnis nähme dann kosmische Dimensionen an."
Das klassische Planetarium soll durch die neuen Möglichkeiten nicht in den Hintergrund gedrängt werden. Die beeindruckende Sternenpracht des Zeiss-Projektors wird ebenso weiter bestehen wie die bewährten Stilelemente der gewohnten Planetariumsvorführungen.
Neues Kinderprogramm im Planetarium
Das Planetarium zeigt von Freitag, 31. Juli, bis zum 22. November das neue Kinderprogramm „Unsere erste Sternennacht“. Das speziell auf vier- bis neunjährige Kinder zugeschnittene Programm läuft jeweils samstags und sonntags um 14 Uhr und in den Sommerferien mittwochs und freitags jeweils um 11.15 Uhr.
Der erste ausführliche Blick in den künstlichen Himmel des Planetariums ist eine spannende Sache. Was gibt es da oben nicht alles zu sehen. Unabhängig von Wetter und Tageszeit kann man die Nacht hereinbrechen lassen. Kurz danach erscheinen die Sterne und die Kinder können auf Entdeckungsreise gehen. Der Große Wagen hilft den Betrachtern bei der Orientierung. Die Sternbilder verwandeln den Himmel in ein Märchenbuch.
Besonders den Tierkreisfiguren widmet sich das Programm, denn in ihrer Umgebung hält sich der Mond auf. Durch die Zeitraffung des Planetariums lässt sich die langsame Bewegung des Mondes sofort erkennen. So kann man verfolgen, wie er durch den Tierkreis wandert und dabei seine Form ändert. Natürlich können die Kinder auch einen Blick auf die Planeten werfen, die nach römischen Gottheiten benannt wurden und im Lauf der Zeit vor den Sternen umherwandern.
Planetarium mit zusätzlichen Kindervorführungen
Während der Sommerferien zeigt das Planetarium, Willy-Brandt-Straße 25, mittwochs und freitags jeweils um 11.15 Uhr das Kinderprogramm „Unsere erste Sternennacht“ – zusätzlich zu den üblichen Terminen am Wochenende. Die erste Zusatzvorführung gibt es am Freitag, 31. Juli, die letzte am Freitag, 11. September.
Planetarium Stuttgart, Willy-Brandt-Straße 25
Mehr Infos unter: www.planetarium-stuttgart.de