Beschluss des Gemeinderats

Stuttgart soll bis 2022 glyphosatfrei werden

Von dem Herbizid Glyphosat wird angenommen, dass es u.a. für das massive Aussterben von Insekten und Bienen verantwortlich ist. Foto: Hohewartgärten Feuerbach, feuerbach.de Bild 1 von 1: Von dem Herbizid Glyphosat wird angenommen, dass es u.a. für das massive Aussterben von Insekten und Bienen verantwortlich ist. Foto: Hohewartgärten Feuerbach, feuerbach.de

Die Landeshauptstadt Stuttgart will bis 2022 glyphosatfrei sein. Sie verfolgt dieses Ziel im Sinne des Vorsorgeprinzips. Den Weg dorthin beschreitet die Stadt unabhängig von der Entscheidung der EU über dieses Herbizid.

Den dazu gehörigen Beschluss hat der Gemeinderat am Donnerstag, 28. Juni, mehrheitlich gefasst.

In Parks, Grünanlagen und Friedhöfen setzen städtische Mitarbeiter bereits seit Sommer 2016 kein Glyphosat mehr ein. Der Gemeinderat hat nun beschlossen, dass das Städtische Weingut ab 2019 glyphosatfrei wird. So sollen mit einem bereits erworbenen mechanischen Unterstockgerät die elf Hektar Direktzuganlagen bewirtschaftet werden. Für die fünf Hektar Terrassenweinberge testet das Weingut zwei unterschiedliche mechanische Lösungsansätze. Die Ergebnisse wird das Weingut auch privaten Weinbaubetrieben bereitstellen.
Die Beteiligungsunternehmen Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) und Hafen Stuttgart GmbH sollen eine Minimierungsstrategie verfolgen. Beide setzen bislang Herbizide ein, um Schotter auf Gleisen von Wildwuchs freizuhalten. Nun sollen die Unternehmen nach praktikablen Alternativen suchen und, wo immer möglich, Gleiskörper begrünen.

Die Stadt wird nach dem Beschluss des Rates die Pächter ihrer Obstbau-, Acker- und Weinbauflächen auffordern, die Verwendung von Glyphosat wo möglich zu reduzieren und bis spätestens 2022 zu beenden. Bei einem Pächterwechsel kommt das Verbot von Glyphosat zur Anwendung.

Veröffentlicht am 29.06.2018