GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE - TEIL 12: NACH DER KATASTROPHE IST VOR DER KATASTROPHE...

Wiederaufbau und Wiederbesiedelung nach dem Dreißigjährigen Krieg

Ein alter Stich des alten Feuerbacher Friedhofstors bei der Stadtkirche aus dem Jahr 1621. Erbaut schon nach Beginn des Dreissigjährigen Krieges, durfte es nur wenige halbwegs Bild 1 von 1: Ein alter Stich des alten Feuerbacher Friedhofstors bei der Stadtkirche aus dem Jahr 1621. Erbaut schon nach Beginn des Dreissigjährigen Krieges, durfte es nur wenige halbwegs "normale" Jahre erleben, bevor ab 1626 und besonders ab 1634 Tod, Zerstörung und Entvölkerung den Flecken heimsuchten.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg war der Umfang der Zerstörung und Entvölkerung in Feuerbach für heutige Menschen kaum noch vorstellbar und sogar um ein Vielfaches schlimmer als nach dem 2. Weltkrieg. Der Wiederaufbau dauerte dementsprechend nicht nur 10, sondern über 40 Jahre. Und dann kam auch noch ein neuer Krieg...

In Teil 12 aus unserer Reihe "Geschichten aus der Geschichte Feuerbachs" wirft der Feuerbacher Historiker und Buchautor Jürgen Kaiser im Rahmen des 950-jährigen Jubiläumsjahres ein Licht auf diese und viele andere schicksalshafte Ereignisse aus der Geschichte Feuerbachs:


Wiederbesiedlung und neue Katastrophe am Horizont

1648 war der Dreißigjährige Krieg offiziell beendet, Deutschland war ausgeblutet, Die wenigen geflohenen Feuerbacher kehrten langsam zurück und arrangierten sich mit den vielen Flüchtlingen, die nach ihren Odysseen und Irrfahrten durch das zerstörte Land ebenfalls hierher kamen - und grösstenteils auch blieben. Häuser, Felder und Weinberge – alles war zerstört. Was zählte, war nicht mehr Grundbesitz, sondern die nackte "Hand am Arm". 1661 hatte Feuerbach wieder 443 Einwohner. Noch fehlten aber Kinder. Schule konnte noch keine gehalten werden. 1680 wurde der Friedhof rund um die Mauritiuskirche aufgegeben und der (damals) "Neue Friedhof" (heute der Park „Alter Friedhof“ an der oberen Stuttgarter Straße) eröffnet.
Allein, die Phase der Erholung währte nicht allzu lange - bald ging es wieder los: 1688 lagen die Türken vor Wien und alle Pfälzer, badischen und württembergischen Truppen wurden mobilisiert und dorthin verlegt. Auch aus Feuerbach wurden die erwachsenen Männer abgezogen. Die Pfalz, Baden und Württemberg waren nun ohne militärischen Schutz. Das erkannte der französische Sonnenkönig Ludwig XIV... und nutzte die Lage aus.

Von Jürgen Kaiser
(Fortsetzung folgt)

Hinweis: wer mehr wissen will, dem sei das Buch „Feuerbach“ von Jörg Kurz empfohlen. Erschienen im Hampp-Verlag und unter der ISBN erhältlich: ISBN 978-3-942561-06-8

Hier geht's zur Reihe GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE FEUERBACHS mit weiteren interessanten "Stories zur History" Feuerbachs!

Veröffentlicht am 12.09.2025