Tödlicher Unfall vom Mai hat zu Umdenken geführt:

Geschwindigkeitsreduktion soll Verkehrssituation entschärfen - ab sofort gilt am Olgaeck Tempo 30

Ab sofort gilt am Olgaeck Tempo 30. Die Schilder wurden am 11. September 2025 aufgestellt. Foto: Fabrice Weichelt, Rechte: LHS Bild 1 von 1: Ab sofort gilt am Olgaeck Tempo 30. Die Schilder wurden am 11. September 2025 aufgestellt. Foto: Fabrice Weichelt, Rechte: LHS

Im Bereich des Olgaecks gilt in der Stuttgarter Innenstadt ab sofort Tempo 30 als zulässige Höchstgeschwindigkeit. Sowohl in der Charlottenstraße als auch in der Olgastraße wurden am 11. September die bisherigen Tempo 40- gegen Tempo 30-Schilder ausgetauscht.

Der Anlass, das Absenken der Geschwindigkeit zu prüfen, war der tragische Verkehrsunfall, bei dem am Freitag, 2. Mai, ein Auto in eine Gruppe von Personen fuhr, die an der Ampel einer Fußgängerfurt auf Grünlicht warteten. Eine Person erlitt dabei tödliche Verletzungen, mehrere weitere Passanten wurden zum Teil schwer verletzt. Auch wenn bei diesem Unfall keine überhöhte Geschwindigkeit ursächlich war, hat eine Expertengruppe unter Beteiligung aller für die Verkehrssicherheit zuständigen Stellen bei der Stadt und dem Land Baden-Württemberg das Reduzieren der zulässigen Höchstgeschwindigkeit in diesem Bereich auf 30 Kilometer pro Stunde empfohlen.

Aufwendige Anpassung der Ampelanlagen:
Die Umsetzung von Tempo 30 hat die kürzlich in Kraft getretene Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) möglich gemacht. Technisch war zunächst eine aufwendige Anpassung der Ampelanlagen und der Signalprogramme notwendig. Denn über den komplexen und weiträumigen Verkehrsknoten Charlotten-/Olgastraße führen eine Vielzahl von Fahr- und Gehbeziehungen sowie fünf Stadtbahn- und drei Buslinien. Diese Arbeiten sind nun abgeschlossen und die Stadtverwaltung hat die neuen Verkehrsschilder am 11. September aufgehängt.
Der Unfall am 2. Mai 2025 hatte stadtweit große Bestürzung ausgelöst. Eine Expertengruppe bestehend aus Stadtverwaltung, Polizei, Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) sowie Vertreterinnen und Vertretern des Landes Baden-Württemberg hatte den Ort umgehend analysiert, welche erste Maßnahmen die Verkehrssicherheit dort erhöhen können. Zur Erforschung eventueller Sicherheitsdefizite hat die Stadtverwaltung zudem die Erstellung eines Sicherheitsaudits für das Olgaeck ausgeschrieben und zwischenzeitlich beauftragt. Ein externes Ingenieurbüro untersucht nun eingehend mit einem anlassbezogenen Bestandsaudit sicherheitsrelevante Mängel, Konfliktpunkte und Verbesserungspotenziale in Bezug auf die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden. Es sollen dann konkrete Potenziale aufgezeigt werden, wie sich die Verkehrssituation mit verkehrsregelnden, baulichen oder verkehrstechnischen Maßnahmen verbessern lässt. Die Bearbeitung des Sicherheitsaudits wird voraussichtlich Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein. Über die Erkenntnisse und Empfehlungen wird danach in den städtischen Gremien berichtet.

Veröffentlicht am 11.09.2025