Jung, engagiert - und bereit für Feuerbach:

Interview mit dem neuen Feuerbacher Bezirksvorsteher Nick Gumenick (Teil 1)

Der neue Feuerbacher Bezirksvorsteher Nick Gumenick vor seinem Dienstzimmer im Bezirksrathaus. Fotos: feuerbach.de Bild 1 von 3: Der neue Feuerbacher Bezirksvorsteher Nick Gumenick vor seinem Dienstzimmer im Bezirksrathaus. Fotos: feuerbach.de

​Seit dem 8. September 2025 heißt der neue Bezirksvorsteher in Feuerbach offiziell Nick Gumenick. Wir haben uns mit ihm zu einem ausführlichen Interview getroffen.

Mit gerade einmal 26 Jahren tritt Nick Gumenick die Nachfolge von Johannes Heberle an – und ist damit der bislang jüngste Bezirksvorsteher in der Geschichte Feuerbachs. Gewählt wurde er bereits im Mai vom Stuttgarter Gemeinderat mit breiter Mehrheit, nun hat er sein Amt angetreten.

Geboren am 15. Februar 1999, studierte Gumenick Public Management an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl und leitete zuletzt das Hauptamt der Gemeinde Steinmauern im Landkreis Rastatt. Parallel zu seiner neuen Aufgabe in Feuerbach absolviert er seit 2024 ein berufsbegleitendes Masterstudium – ein klares Zeichen für seine Motivation, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Im Vorfeld der Wahl hatte sich Gumenick als einziger verbliebener Kandidat dem Gemeinderat gestellt. Seine Bewerbung kam nicht von ungefähr: „Die Aufgabe als Bezirksvorsteher ist für mich eine große Verantwortung, auf die ich mich sehr freue“, sagte er nach seiner Wahl. Er wolle Feuerbach „engagiert und mit Blick auf die Zukunft weiterentwickeln“ – gemeinsam mit dem Bezirksbeirat, der Bürgerschaft und den Vereinen.

Doch was bewegt den neuen Bezirksvorsteher persönlich? Welche Themen möchte er als Erstes anpacken? Wie blickt er auf die Herausforderungen im Stadtbezirk – und wie will er Bürgernähe leben? Darüber haben wir mit Nick Gumenick in einem ausführlichen Gespräch gesprochen, das wir Ihnen hier in 2 Teilen vorstellen möchten:


Lesen Sie hier Teil 1:
(Interview geführt kurz vor der Feuerbacher Kirbe 2025)




feuerbach.de:
Herr Gumenick, mit gerade mal 26 Jahren übernehmen Sie schon ein recht verantwortungsvolles Amt. Wie fühlt es sich an, jetzt offiziell „Bezirksvorsteher von Feuerbach“ genannt zu werden?

N. Gumenick:

Es fühlt sich toll an und persönlich reizt mich die Vielfalt der verschiedenen Aufgaben sehr, die jetzt auf mich warten! Vor allem die mit der repräsentativen Funktion, die ich bisher in meiner bisherigen Stelle nicht so hatte. Ich war ja Hauptamtsleiter und durfte da schon mal ein bisschen Führungserfahrung sammeln und ein Team leiten. Aber jetzt ist es auch sehr spannend, diesen neuen Job anzugehen mit einem neuen Aufgabenfeld und einem komplett neuen Team. Auch mit neuen Herausforderungen natürlich, aber auch mit neuem Potenzial. Ich habe mich im Voraus auch etwas über meinen Vorgänger schlau gemacht. Der hat ja auch mit 26 Jahren diese Stelle angetreten und einen wirklich guten Job gemacht, so wie ich gesehen habe. Da habe ich mir gedacht, wäre das vielleicht auch für mich vorstellbar und machbar? Dementsprechend bin ich jetzt einfach gespannt auf die kommenden Tage, Monate und Jahre. Dieses Wochenende werde ich jedenfalls schon mit der Feuerbacher Kirbe direkt ein erstes großes Event in Feuerbach miterleben. Aber auch mit dem 950-jährigen Jubiläum steht ja in Feuerbach in diesem Jahr sowieso noch so einiges an - da freue ich mich drauf!


feuerbach.de:
Wie werden Sie sich in die doch teilweise komplexen Themen einarbeiten die ja schon zum Teil auch eine längere Geschichte haben und noch nicht abgearbeitet sind?

N. Gumenick:

Also mein Ansatz ist es, strukturiert vorzugehen. Zum einen auf das Wissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückzugreifen, nach den Hintergründen zu fragen, und über das Ratsinfosystem zu schauen - wie war der Verlauf, was wurde bisher behandelt? Man kann in die Niederschriften reinschauen und sich da gut einlesen. Was war Bestandteil der Diskussion mit den entsprechenden Fachämtern? Wie ist der letzte Stand etc.? Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen in der Regel am besten bescheid, sie haben die Projekte ja oft betreut. So kann ich mit Leichtigkeit alle Puzzleteile zusammenbringen und mir daraus ein Gesamtbild machen. Natürlich ist die Menge erstmal jetzt für mich groß, weil es einfach viele verschiedene Themen sind, die jetzt anstehen und man sich überall erstmal einarbeiten muss. Ich muss zudem überhaupt auch noch das Team und den Bezirksbeirat kennenlernen, sowie jeden einzelnen und eben alle Themen. Aber ich denke, mit Struktur und Schritt für Schritt wird das alles problemlos klappen. Was leider nicht geht, ist ein „Alles auf einmal“…

feuerbach.de:
Sehen Sie persönlich Ihr junges Alter eher als Vorteil, Herausforderung oder beides bei der Position, die Sie jetzt innehaben?

N. Gumenick:

Ich glaube, es ist tatsächlich beides. Mit etwas Neuem kommt automatisch immer auch ein frischer Wind, vielleicht neue Ideen, ein neuer Blick auf Themen, der vorher vielleicht so nicht da war. Jede Generation hat so ihre Erfahrungen gemacht und hat ihre eigene Sichtweise. Und das sehe ich auch ein bisschen als Herausforderung. Mit einem jüngeren Alter kann man natürlich noch keine allzu große Erfahrung haben - auch ich lerne noch. Die Erfahrung kommt noch früh genug und sie kommt automatisch auch mit den Themen… ich freue mich jedenfalls auf diese Herausforderung!


feuerbach.de:
Ihr Weg führte Sie ja über ein Public Management Studium und einer Leitungsfunktion in Steinmauern bei Rastatt ins Stuttgarter Rathaus. Was hat Sie motiviert, sich auf die Stelle in Feuerbach zu bewerben?

N. Gumenick:

Zum einen war es einfach diese Vielfalt der Stelle, einfach die Tatsache, dass man für verschiedenste Themen im Bezirk mitverantwortlich ist und diese ein Stückweit begleiten und mitgestalten kann. Sicherlich war es auch für mich persönlich ein logischer nächster Schritt in meiner Laufbahn und einfach der Wunsch, im Leben weiter zu kommen. Dann gibt es auch verbindende Elemente mit meiner Stelle als Hauptamtsleitung, die ich vorher innehatte, wo man ebenfalls ein Team steuern und führen muss und auch die Thematik ja irgendwie verwandt ist. Ich war schon vorher bei der Vorbereitung und dann natürlich auch bei einer Gemeinderatssitzung dabei, habe mit vielen Themen schon Berührung gehabt und die Mischung aus Repräsentationsfunktion, Leitung einer Verwaltung, aber auch Bezirksbeiratsführung kennenlernen dürfen. Das hat mich angesprochen. Zudem kann ich nicht verheimlichen, dass ich in den Stuttgarter Raum ziehen wollte, weil mein Partner hier wohnt. Und dann war da diese Stelle ausgeschrieben. Da habe ich mir gedacht - komm, ich versuch's einfach mal. Das hört sich spannend an, ist vielfältig und bietet Potenzial zur persönlichen Weiterentwicklung. Und ich habe damals ja auch den berufsbegleitenden Masterstudiengang Public Management in Kehl gemacht, was gut dazu gepasst hat. Dieser ist für mich jetzt auch ein bisschen sowas wie die Grundlage, warum ich mir dann gesagt habe, okay, ich habe schon einiges an Wissen über das Thema zusammengetragen, um für so eine Position eine passende Qualifizierung zu haben.


feuerbach.de:
Ihre Antrittsrede werden Sie ja bald auf der Feuerbache Kirbe halten. Was werden die Schwerpunkte der Rede sein?

N. Gumenick:

Ich werde ein Grußwort sprechen, mich vorstellen und den Feuerbacherinnen und Feuerbachern einfach ein „Gesicht zum Namen“ präsentieren. Dadurch, dass dieses Jahr das 950-jährige Jubiläum stattfindet, ist ja auch Dr. Nopper, der Oberbürgermeister, noch da. Und auch Herr Dürr von der FDP kommt ja noch. Da ist also schon einiges los. Deswegen werde ich nicht zu sehr ausschweifen. Darüber hinaus werde ich natürlich auch auf das 950-jährige Jubiläumsjahr eingehen und vor allem das fantastische Engagement der vielen ehrenamtlichen Feuerbacherinnen und Feuerbacher ehren, das hinter der Orga dieses Feuerbacher Mammutjahres steckt. Also das wird, denke ich, mein Schwerpunkt, sein.


feuerbach.de:
Was ist Ihnen in den ersten Tagen im neuen Amt besonders wichtig?

N. Gumenick:

Besonders natürlich, einmal das Team kennenzulernen. Einfach die, die das Prozedere, die Verfahren, die Abläufe Schritt für Schritt verstehen und mir helfen, mich auch auf die kommenden Veranstaltungen vorbereiten. Jetzt waren wir zum Beispiel schon im Austausch mit Frau Berger bezüglich der Kirbe, die innerhalb der 950-Jahre-Feierlichkeiten dieses Jahr einiges zu bieten hat, zudem zusätzlich noch mit der „Musical Night“, und so eben einfach nach und nach alle Leute in Feuerbach kennenzulernen, sowie die vielen Vereine und Institutionen, also eigentlich alle, die in Feuerbach engagiert und tätig sind. Unter anderem auch Sie von feuerbach.de. (lächelt...)


Die Fortsetzung mit Teil 2 finden Sie hier


Foto unten:
Nick Gumenick, li., und OB Nopper bei der Wahl Gumenicks zum Feuerbacher Bezirksvorsteher im Frühling diesen Jahres im Stuttgarter Rathaus. Foto: Kovalenko, LHS

Veröffentlicht am 26.09.2025