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Zum Öffnen der Galerie bitte aufs erste Bild klicken. Fotos: feuerbach.de
Den Organisatoren der Ausbildungsmesse und den Ausstellern war die Freude über die gelungene Veranstaltung deutlich anzusehen. Für viele Jugendliche der Abschlussklassen der Realschule Feuerbach und der Bismarckschule Feuerbach lag eine gewisse Aufbruchstimmung in der Luft: Vielleicht entscheidet sich hier auf der Ausbildungsmesse bereits die eigene Zukunft.
Die entscheidende Frage, die sich viele stellten, lautete: Starte ich eine Ausbildung und verdiene eigenes Geld – oder entscheide ich mich für eine schulische Weiterbildung? Oliver Krebs von der Realschule Feuerbach hat dazu eine klare Meinung: Er empfiehlt den meisten Jugendlichen, zunächst eine passende Ausbildung anzustreben. Eine spätere Weiterbildung an einer weiterführenden Schule funktioniere danach oft reibungsloser und vor allem erfolgreicher.
Wie auch immer sich die Jugendlichen entscheiden – das Angebot auf der Ausbildungsmesse war vielfältig. Von A wie AWO bis Z wie Zeltwanger präsentierten 26 lokale, regionale und überregional agierende Ausbildungsbetriebe in der Festhalle ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Eines zeichnet sich jedoch schon heute ab: Die bereitgestellten Ausbildungsplätze werden – wie bereits in den vergangenen Jahren – mangels Bewerberinnen und Bewerbern voraussichtlich nicht vollständig besetzt werden können.
Die Stuttgarter Zeitung berichtete am 12. November: "Kollegium soll ausgetauscht werden – „Wir stehen unter Schock.“ Dieser Schock war Schulleiterin Cornelia Kaiser und ihren Kolleginnen und Kollegen auch auf der Ausbildungsmesse deutlich anzumerken – das Thema war überall präsent.
Fakt ist: Die Bismarckschule soll von einer Werkrealschule zu einer Realschule werden, so Schulleiterin Kaiser. Die Werkrealschule – von der es in Baden-Württemberg rund 200 gibt – bleibt zwar als Schulform bestehen, bietet künftig jedoch nur noch den Hauptschulabschluss an. Hintergrund ist das neue Schulgesetz. Die Stadt Stuttgart will sich deshalb von der Werkrealschule verabschieden, weil man davon ausgeht, dass sie als eigenständige Schulform langfristig nicht überlebensfähig sein wird.
Paradox erscheint jedoch, dass sich für die Jugendlichen an der neuen „Bismarckrealschule“ weitestgehend wenig ändert – für das Kollegium jedoch sehr. Lehrkräfte müssen eine Befähigung als Realschullehrkraft oder als Sekundarstufe-I-Lehrkraft besitzen. Nur sechs Lehrkräfte an der Bismarckschule verfügen darüber, die weiteren 18 – einschließlich der Schulleitung – jedoch nicht. Auch die Idee, sich fortzubilden, um den Status einer Realschullehrkraft zu erlangen, wurde vom Staatlichen Schulamt abgelehnt.
Am 4. Dezember wird im Gemeinderat der Stadt Stuttgart eine Entscheidung getroffen – dann allerdings mit dem Ziel eines neuen Kollegiums. Der Prozess soll bis 2030 abgeschlossen sein; dann hat die letzte Werkrealschulklasse ihren Abschluss in der Tasche.
Foto unten:
V.l. Stefan Fahrner (Schulleitung Realschule Feuerbach), Volker Wäsch (Stellv. Bezirksvorsteher), Cornelia Kaiser (Schulleitung Bismarckschule Feuerbach), Susanne Roller (Bismarckschule Feuerbach), Oliver Krebs (Realschule Feuerbach).
