Geschichten aus der Geschichte – Teil 16: "Fertig Feuerbach!" - Die Eisenbahn kommt...

Wie Feuerbach durch das neue "Dampfross" plötzlich im ganzen Königreich in aller Munde war

Wenige Kilometer vorher passierte die damalige Bild 1 von 1: Wenige Kilometer vorher passierte die damalige "Königlich Württembergische Staats-Eisenbahn" (oder auch "Centralbahn") den nagelneuen Feuerbacher Bahnhof und kam, wie hier auf einer Lithografie von 1850 dargestellt, unterhalb von Schloss Rosenstein aus dem alten Eisenbahntunnel wieder heraus. (Von Eberhard Emminger nach einer Zeichnung von Christian Friedrich von Leins, um 1850. Public Domain, Quelle: Wikimedia Commons).

Absolutismus, Leibeigenschaft, Napoleonische Kriege und das "Jahr ohne Sommer" 1816 waren zwar endlich überwunden, die Demokratische 1848er-Revolution jedoch auch (erstmal) gescheitert. Trotzdem ging es im alten "Ländle" voran - und einer immer größeren Anzahl an Menschen immer besser.

Das lag hauptsächlich am technischen Fortschritt und dem Aufbruch der Menschheit in eine neue Ära ihrer Geschichte - der Industrialisierung. Diese nahm zu dieser Zeit erst richtig Fahrt auf - und das im Königreich Württemberg ganz sprichwörtlich durch den Bau der Eisenbahn 1846 - kaum 11 Jahre nach der Fahrt des legendären "Adler" 1835 von Nürnberg nach Fürth, der allerersten Eisenbahn auf Deutschem Boden.

In Teil 16 aus unserer Reihe "Geschichten aus der Geschichte Feuerbachs" wirft der Feuerbacher Historiker und Buchautor Jürgen Kaiser im Rahmen des 950-jährigen Jubiläumsjahres wieder ein Licht auf die Historie Feuerbachs - diesmal auf die Zeit des Umbruchs und der Erneuerung im 19. Jahrhundert nach den schweren Jahrhunderten zuvor.

"Fertig, Feuerbach!" - Die Eisenbahn kommt

Am 15. Oktober 1846 war es endlich zu weit: der erste offizielle Zug der Centralbahn Esslingen- Ludwigsburg der Königlich-Württembergischen- Staats-Eisenbahn wurde am Feuerbacher Bahnhof in Betrieb genommen. Feuerbach deshalb, weil das Gelände um den Bahnhof flach war. Hier konnten Bierzelte aufgestellt und gefeiert werden.
Das tat man denn auch. Alle Zeitungen Württembergs waren mit ihren Reportern vertreten. Artikel über die Eröffnung erschienen im ganzen Land. In allen stand, dass der Feuerbacher Stationsvorsteher den Festzug mit dem Worten: „Fertig Feuerbach!“ auf die Reise geschickt hat. „Fertig Feuerbach!“ wurde im Königreich zum geflügelten Wort und überall zitiert, wenn eine Arbeit abgeschlossen wurde.

Im Dorf Feuerbach feierte man mit und ging dann seinen Verpflichtungen nach. Die dampfende Eisenbahn war zwei Kilometer weit weg, zu teuer, und deshalb gab es kein Interesse an ihr. Nur die Abkürzung K.W.St. E. für Königlich-Württembergische -Staats- Eisenbahn merkten sich die Feuerbacher wie alle anderen Schwaben auch: „Komm Weib! Steig ei!“.

Von Jürgen Kaiser
(Fortsetzung folgt)


Hinweis: wer mehr wissen will, dem sei das Buch „Feuerbach“ von Jörg Kurz empfohlen. Erschienen im Hampp-Verlag und unter der ISBN erhältlich: ISBN 978-3-942561-06-8

Hier geht's zur Reihe GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE FEUERBACHS mit weiteren interessanten "Stories zur History" Feuerbachs!


Veröffentlicht am 18.12.2025