"Die SSB in Vergangenheit und Zukunft":

Bürgerverein Feuerbach lernte bei Vortragsabend viel Neues über den Stuttgarter Nahverkehr

Ein Abend rund um den Stuttgarter Nahverkehr: Der Bürgerverein Feuerbach hatte kürzlich zu einer Veranstaltung geladen, bei der das Thema „Die SSB – das Stuttgarter Nahverkehrsunternehmen in Vergangenheit und Zukunft“ im Mittelpunkt stand.

Rund 35 Gäste folgten dem Vortrag von Dr. Volker Christiani, Leiter Stabsbereich Planung der SSB AG, der die Anwesenden mit einem gelungenen Mix aus Zahlen, geschichtlichem Hintergrund und Ausblick unterhielt.

Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) ist erstaunlich vielseitig: Die Stadtbahn gehört mit 224 Fahrzeugen auf 16 Linien dazu, außerdem gehören dazu 271 Busse auf 50 Linien, die Standseilbahn, die Zahnradbahn und die historische Straßenbahn. Weniger bekannt sei, so Christiani, dass auch die Killesbergbahn sowie der On-Demand-Verkehr SSB Flex mit 24 Fahrzeugen zum Angebot gehören.
Ein Blick zurück zeigt die lange Geschichte: Die SSB begann 1868 mit der Stuttgarter Pferdeeisenbahngesellschaft, elektrischen Betrieb gab es ab 1895, 1916 erlangte die Stadt Stuttgart die Aktienmehrheit und der Bus-Betrieb existiert seit 1926.

Warum die Straßenbahn einst in der Diskussion stand, erläuterte der Referent mit einem Blick auf die 1950er-Jahre. Der zunehmende Individualverkehr und der Schienenverkehrs führten zu „Platzmangel“ auf den Straßen. Die Debatte um die Notwendigkeit der Straßenbahn war groß; am Ende setzte sich der Gedanke durch, eine U-Bahn zu bauen. Gleich zu Beginn der Veranstaltung klärte Christiani zudem einen verbreiteten Irrtum: Das „U“ in U-Bahn stehe nicht für Untergrund-Bahn, sondern für „unabhängig“ – unabhängig vom übrigen Verkehr. Man etablierte den Begriff „Stadtbahn“, die zur gleichen Zeit umstritten war, weil die S-Bahn ja gerade neu eingeführt worden war.

Heute ist die SSB aus dem städtischen öffentlichen Nahverkehr nicht mehr wegzudenken. 2024 nutzten 166 Millionen Fahrgäste das Netz. Damit der Betrieb läuft, seien laufende Gleis-Erneuerungen (Gleisliegedauer von rund 25 Jahren) und Fahrzeugbeschaffungen notwendig. Außerdem ist die Mobilität mit emissionsfreien Antrieben ein zentrales Themen.
Ein weiteres Vorhaben betrifft die Abstellsituation der Stadtbahnen, die durch den neuen Stadtbahnbetriebshof Weilimdorf verbessert werden soll.

Im Anschluss an den kurzweiligen Vortrag gab es für die Teilnehmenden die Gelegenheit zum Austausch in gemütlicher Runde bei einem Glas Wein und Knabbereien.


Hinweis auf den nächsten Programmpunkt des Bürgervereins:

Am Samstag, den 07.02.2026, steht der Besuch des Weissenhofmuseums an. Treffpunkt ist um 13.45 Uhr vor dem Weissenhofmuseum, Rathenaustraße 1. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bittet der Bürgerverein um eine Anmeldung per Überweisung von 10 Euro an den Bürgerverein Feuerbach e. V. (IBAN: DE53 6005 0101 0002 0510 40).

Veröffentlicht am 27.01.2026